Was Fukushima mit der Delfinjagd zu tun hat

11. Mär 2013 von Hans Peter Roth

Otsuchi

Der Tsunami in Nordjapan heute vor genau zwei Jahren hat die weltweit grösste Jagd auf kleine Zahnwale praktisch beendet. Im südjapanischen Taiji hingegen ist die Zahl der getöteten Delphine wieder leicht gestiegen. Es besteht ein direkter Zusammenhang.

Mehr dazu unter Aktuell

Die untergegangene Katastrophe

10. Mär 2013 von Hans Peter Roth

Otsuchi

Gleich drei grosse Schweizer Zeitungen haben meine Geschichte übernommen zum Thema der abgesackten Nordküste Japans - einem Phänomen, über das bislang kaum berichtet wurde. Es geht um den zweiten Jahrestag der grossen Katastrophe in Japan. Dabei konnte ich auch das Thema Schweinswaljagd in Iwate prominent einbauen.

Alle Beiträge sind unter der Medienabteilung zu finden oder einzeln:

- Südostschweiz am So 1. Seite
- Südostschweiz am So 2. Seite
- Sonntag
- Landbote

End of bitter hunting season in Taiji

01. Mär 2013 von Hans Peter Roth

Taiji

In der zu Ende gegangenen Jagdsaison wurden in Taiji ungefähr 900 Delphine getötet (gegenüber ca. 750 Tieren 2011/12). Geradezu explodiert ist die Zahl gefangener Delphine für den Lebendverkauf an Delphinarien auf rund 250 (gegenüber ca. 50 Tieren 2011/12) und freigelassener Delphine (rund 340 gegenüber ca. 50 Tieren 2011/12). Bemerkenswert ist, dass bei den Rundkopfdelphinen die zugelassene Fangquote (270) sogar um sieben Tiere überschritten wurde.*

* Quellen dieser Angaben sind Bestandaufnahmen von OceanCare und befreundeter Organisationen vor Ort, sowie Einschätzungen von www.ceta-base.com/drivefisheries.html

Mehr Infos unter Aktuell

Ca. 20 Grindwale getötet, 3 lebend gefangen

08. Sep 2012 von Hans Peter Roth

pilot whales

Approx 20 pilot whales killed, 3 jailed alive in Taiji today.
Ca. 20 Grindwale getötet, 3 lebend gefangen heute in Taiji.

Erste Treibjagd in Taiji, Japan: Ca. 22 Grindwale gefangen

07. Sep 2012 von Hans Peter Roth

Taiji Delfinjagd

Heute, 7. September 2012, hat die erste erfolgreiche Treibjagd auf Delfine stattgefunden. Ca. 22 Grindwale haben die Jäger zusammengetrieben in der Bucht von Taiji. Nun findet eine Auslese von lebenden Tieren statt. So wie es aussieht, werden 2-3 Tiere lebend zum Verscherbeln an Delphinarien rausgeholt. Für die restlichen ist ganz klar das Schlimmste zu befürchten.

Für mehr Infos siehe unter Aktuell

A Rainbow over Taiji

01. Sep 2012 von Hans Peter Roth

Taiji Delfinjagd
September 1, 2012 by Mark Palmer, Save Japan Dolphins

At 7 AM this morning, on Saturday September 1st, the clouds and rain were closed in over the town of Taiji.  I thought we might have to cancel our extensive plans for the beach at the Cove, or at least do so out in the rain.

But the clouds parted a half-hour later, revealing a beautiful rainbow over Taiji and clearing skies.  In fact, I wound up getting a sunburn at the Cove.

Our bus arrived with a large contingent – we were now 34 people including 8 Japanese nationals.  The police were there in force, including two rubber zodiacs sitting in the water just offshore.

Den ganzen, lehr lesenswerten, illustrierten Bericht lesen

Read all. Good read!

Siehe auch unter Aktuell

Japan eröffnet die neue Saison zur Delphinjagd

31. Aug 2012 von Hans Peter Roth

Taiji Delfinjagd

Die Zahl getöteter Delfine und Schweinswale in Japan nimmt deutlich ab. Ein ermutigendes Zeichen für den Erfolg der Kampagnen, die OceanCare mitträgt. Doch jetzt wird die neue Jagdsaison eröffnet – noch immer mit völlig überrissenen Fangquoten. Es bleibt viel zu tun.

Verschiedene Organisationen haben für den heutigen 31. August und den ersten September zur Teilnahme am «Japan Dolphin Day 2012» aufgerufen, als Zeichen gegen die Delphinjagd in Japan und die milliardenschwere Delphinarienindustrie, die mit ihrer Nachfrage die Treibjagden erst lukrativ macht. Vor zahlreichen japanischen Botschaften und Konsulaten weltweit finden heute und morgen Kundgebungen oder Mahnwachen statt. Zudem ist der weltbekannte Delphinschützer Richard O’Barry gemeinsam mit Aktivisten zum friedlichen Protest an den Ort des Geschehens gereist: nach Taiji.

Zwar setzt Japan ungeachtet der weltweiten Missbilligung seine Programme zur Wal- und Delphinjagd fort. Doch die Quoten für die Küstenjagd auf kleine Zahnwale wie Delphine und Schweinswale wurden in den letzten Jahren stetig gesenkt. Noch deutlicher zurückgegangen sind die effektiven Fangzahlen. Starben in der Saison 1997-98 noch 20‘007 Schweinswale und Delphine, so waren es 2009-10 nur noch 11‘161 Tiere. Seither sind vor allem die Fänge von Schweinswalen in Nordjapan nochmals massiv eingebrochen, als Folge der Tsunami-Katastrophe. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor.

Ein ausführlicher Beitrag dazu steht auf Aktuell oder Medien.

Er ist auch unter OceanCare zu finden.

Färöer - der grosse Report

25. Aug 2012 von Hans Peter Roth

Färöer

Für OceanCare habe ich über meine Aufenthalte auf den Färöer-Inseln vom Juni und Juli 2012 einen ausführlichen, illustrierten Report verfasst. Dieser soll im Allgemeinen eine leicht lesbare Zusammenfassung der aktuellen Situation auf den Färöer-Inseln sein, im Zusammenhang mit den dort noch immer stattfindenden Grindwal-Treibjagden.

Angesichts der gestrigen aktuellsten Jagd ist diese Version noch leicht aktualisiert worden.

Hier geht's zum PDF

Hier gehts zur verlinkten Version auf der Website von OceanCare

Horror-Monat August! Hvalba, Färöer: 70 Grindwale abgeschlachtet.

24. Aug 2012 von Hans Peter Roth

Was für ein Horror-Monat auf den Färöern, dieser August...
Hvalba, Färöer: 70 Grindwale abgeschlachtet.

Das ist die 7. Abschlachtung auf den Färöern dieses Jahr.

Mein selbst aufgenommenes und geschnittenes Video von Teilen einer Grindwaljagd ist hier zu sehen, oder auf:
http://www.youtube.com/watch?v=ArsT3BZT0u8

Mein aktualisierter Färöer-Report ist hier zu lesen, oder auf:
http://diebucht.ch/tl_files/pdf/082512-OceanCare-Report-Faeroeer-ergaenzt-OC-hpr.pdf

Gesamt-Bilanz bisher: 590 getötete Grindwale

Hier ist die nüchterne Aufstellung, oder auf:
http://www.heimabeiti.fo/default.asp?menu=125

Tjørnuvík, Färöer: 61 Grindwale abgeschlachtet

19. Aug 2012 von Hans Peter Roth

Tjørnuvík, Färöer: 61 Grindwale abgeschlachtet.
Das ist die 6. Abschlachtung auf den Färöern dieses Jahr.

Mein selbst aufgenommenes und geschnittenes Video von Teilen einer Grindwaljagd ist hier zu sehen, oder auf:
http://www.youtube.com/watch?v=ArsT3BZT0u8

Gesamt-Bilanz bisher: 520 getötete Grindwale

Hier ist die nüchterne Aufstellung, oder auf:
http://www.heimabeiti.fo/default.asp?menu=125

Horror! Schon wieder! Hvannasund, Färöer: 32 Grindwale abgeschlachtet.

09. Aug 2012 von Hans Peter Roth

Horror! Schon wieder!

Hvannasund, Färöer: 32 Grindwale abgeschlachtet.
Das ist die 5. Abschlachtung auf den Färöern dieses Jahr.

Mein selbst aufgenommenes und geschnittenes Video von Teilen einer Grindwaljagd ist hier zu sehen, oder auf:
http://www.youtube.com/watch?v=ArsT3BZT0u8

Gesamt-Bilanz bisher: 459 getötete Grindwale

Hier ist die nüchterne Aufstellung, oder auf:
http://www.heimabeiti.fo/default.asp?menu=125

Vágur, Färöer: 196 Grindwale abgeschlachtet

08. Aug 2012 von Hans Peter Roth

Vágur, Färöer: 196 Grindwale abgeschlachtet.
Das ist die 4. Abschlachtung auf den Färöern dieses Jahr.

Mein selbst aufgenommenes und geschnittenes Video von Teilen einer Grindwaljagd ist hier zu sehen, oder auf:
http://www.youtube.com/watch?v=ArsT3BZT0u8

Gesamt-Bilanz bisher: 427 getötete Grindwale

Hier ist die nüchterne Aufstellung, oder auf:
http://www.heimabeiti.fo/default.asp?menu=125

Klaksvík, Färöer: 43 Grindwale abgeschlachtet

10. Jul 2012 von Hans Peter Roth

Klaksvík, Färöer: 43 Grindwale abgeschlachtet
Das ist die 3. Abschlachtung auf den Färöern dieses Jahr.

Mein selbst aufgenommenes und geschnittenes Video von Teilen einer Grindwaljagd ist hier zu sehen, oder auf:
http://www.youtube.com/watch?v=ArsT3BZT0u8

Gesamt-Bilanz bisher: 231 getötete Grindwale

Hier ist die nüchterne Aufstellung, oder auf:
http://www.heimabeiti.fo/default.asp?menu=125

Sandur, Färöer: 125 Grindwale abgeschlachtet

05. Jun 2012 von Hans Peter Roth

Sandur, Färöer: 125 Grindwale abgeschlachtet

Das ist die 2. Abschlachtung auf den Färöern dieses Jahr. Gemeinsam mit Leah Lemieux wurde ich Zeuge von Teilen dieser Abschlachtung und habe sie dokumentiert!
Mein Video davon ist hier zu sehen, oder auf:
http://www.youtube.com/watch?v=ArsT3BZT0u8

Gesamt-Bilanz bisher: 188 getötete Tiere

Hier ist die nüchterne Aufstellung, oder auf:
http://www.heimabeiti.fo/default.asp?menu=125

Schweizer Nationalrat beschliesst Importverbot für Delfine

29. Mai 2012 von Hans Peter Roth

OceanCare

Der Nationalrat hat sich heute für ein Importverbot walartiger Tiere ausgesprochen. OceanCare begrüsst diesen wichtigen politischen Entscheid. Auch die EU setzt sich mit der Gefangenhaltung von Delphinen und Walen kritisch auseinander.

Delphine und Wale dürfen nicht mehr in die Schweiz importiert werden. Das beschloss der Nationalrat zu Beginn der Sommersession. Er folgt damit unter anderem einer Empfehlung von OceanCare. Der Entscheid richtet sich gegen den Handel mit Delphinen und Walen – oft Wildfänge aus brutalen Treibjagden – und trägt damit dem Umstand Rechnung, dass die biologischen Grundbedürfnisse dieser Tiere in Gefangenschaft nicht erfüllt werden können.

Mehr Infos dazu unter Aktuell oder bei OceanCare.

RTL NITRO für die Wale und Delfine

19. Mai 2012 von Hans Peter Roth

rtl nitro

Wal- und Delfinfreunde aufgepasst: Ein Thementag mit ökologischer Botschaft! Am Nachmittag ab 16:15 Uhr beschäftigt sich RTL NITRO mit der Rettung von Walen und Delfinen in Japan. (Wiederholung vom 17. Mai)

Am SAMSTAG, 19. Mai ab 16:15 Uhr zeigt RTL NITRO Männer in Aktion, die im Dienste der Umwelt hart anpacken.
Drei packende und brisante Reportagen zum Thema Tierrettung bilden den programmlichen Schwerpunkt am "Greenday".

Programmablauf:
1. Whale Wars um 16:15
2. Oscar prämierter Doku-Thriller "Die Bucht" um 17:00
3. Taiji 2012 - Zurück bei den Delfinjägern um 18:25

Mehr zum Thema unter Aktuell oder Medien

Trongisvágur, Färöer: 63 Grindwale abgeschlachtet

16. Mai 2012 von Hans Peter Roth

Trongisvágur, Färöer: 63 Grindwale abgeschlachtet

Das ist die erste Abschlachtung auf den Färöern dieses Jahr.

Niederschmetternd.

Hier ist die nüchterne Aufstellung:
http://www.heimabeiti.fo/default.asp?menu=125

Vorläufige Bilanz zum Ende der Delfinjagd

29. Feb 2012 von Hans Peter Roth

Cove Monitors

Hier eine vorläufige Bilanz zum inoffiziellen Ende der Delfinjagd. Die Chancen sind gut, dass sich die von Augenzeugen ermittelten Fang- und Tötungszahlen nicht mehr gross verändern werden. Es sei denn, die Delfinjäger stiessen in den nächsten zwei Monaten noch auf Grindwale und würden diese jagen.

Gemäss der Website Ceta Base wurden seit dem Beginn der Jagdsaison ungefähr 820 Delfine von acht verschiedenen Arten in die Todesbucht von Taiji getrieben. Ungefähr 720 Tiere davon wurden getötet, ungefähr 50 Tiere freigelassen und 50 Delfine für den Lebend-Handel in Gefangenschaft behalten.

Dies ist eine schrecklich hohe und erfreulich niedrige Zahl zugleich. 820 gefangene Tiere sind 820 zu viel. 720 getötete Delfine sind 720 zu viel. Nicht zu vergessen die bestialisch-qualvolle Art, wie sie umgebracht werden. Und 50 Tiere die in Gefangenschaft bleiben müssen, sind 50 zuviel.

Erfreulich niedrig ist die Zahl aber im Vergleich zu den Vorjahren. Sie beträgt gerade noch etwa einen Drittel der offizielle Fangquote. Mehrmals haben Augenzeugen auch berichtet, die Delfinjäger hätten riesige Schulen verfolgt, dann aber deren grössten Teil gleich wieder ins offene Meer gejagt und schliesslich nur wenige Dutzend Delfine in die Todesbucht gehetzt.

Zudem nimmt offenbar die Nachfrage nach Delfinfleisch auch in der lokalen Region wegen der Quecksilber-Verseuchung und neu infolge Fukushima auch wegen der Angst vor Verstrahlung weiter ab. Die Nachfrage ist offenbar so weit zurückgegangen, dass die Delfinfänger bisweilen kaum noch wissen, wohin mit dem Fleisch und es gratis an die Bevölkerung verteilen.

Für eine detaillierte Statistik hier klicken

Delfinjagd-Saison endet mit Blutbad

27. Feb 2012 von Hans Peter Roth

Pantropical dolphins

Zwei Tage vor dem inoffiziellen Ende der Delfinjagd-Saison in Taiji sind die Delfinjäger zur blutigsten Jagd seit mehr als zwei Jahren aufgebrochen. Dabei haben sie gemäss Beobachtungen von "Cove Monitors" 98 Pazifische Fleckendelfine zusammengetrieben und umgebracht.

Augenzeuge Tim Burns von Save Japan Dolphins schildert das Blutbad: "Es ging alles sehr schnell. Obschon viele Delfine in Panik gerieten, gelang es den Jägern relativ rasch, die sozialen Tiere, die sich ungern trennen lassen, in der Todesbucht unter die Abdeckplanen zu zerren. Dort nahm das tödliche Handwerk seinen Lauf. Allen Delfinen wurde eine spitze Metallstange ins Rückgrat gerammt, was viele Tiere ganz oder teilweise lähmt, aber selten sofort tötet."

"Heute waren so viele Delfine zu töten, dass den Jägern die Pfropfen ausgingen, um das Wundloch zu verstopfen" so tim Burns weiter. "So floss mehr Blut als üblich in die Bucht. Sie färbte sich rot. Ein verletzter Delfin schwamm halb gelähmt unter den Planen hervor. Das offene Wundloch im Rückgrat, aus welchem Blut rann, war deutlich zu sehen. Das gepeinigte Tier konnte sich kaum an der Wasseroberfläche halten und drehte sich im Kreis. Das kümmerte die Jäger nicht. Es dauerte rund zehn Minuten, bis sie auch diesen Delfin unter die Planen zurückzerrten, um ihn endgültig zu töten."

Tim Burns beobachtete weiter, wie beim Transport der Delfine, zugedeckt unter Blachen auf den Booten, zum Schlachthaus, sich mindestens ein Tier noch immer bewegte. Dies lässt auf die Vermutung schliessen, dass einige der Delfine im Schlachthaus im Hafen von Taiji noch bei lebendigem Leib ausgeweidet werden.

Was für ein trauriges Ende der Jagdsaison...

Mehr Infos von Augenzeugen hier anklicken

Hoffnungsvolle Neuigkeiten aus Japan

22. Jan 2012 von Hans Peter Roth

Japans «Hochburg» der Schweinswal-Jagd, Otsuchi, wird laut unbestätigter aber zuverlässiger Quelle keine Dall’s Schweinswale mehr töten. Auch im berüchtigten südjapanischen Fischerdorf Taiji nimmt die Zahl gefangener Delfine laufend ab.

Otsuchi war bis vor einem Jahr das eigentliche Zentrum der Schweinswaljagd in Japan. Mehr als 10'000 Dall’s Schweinswale erlegten die Harpunenjäger jedes Jahr allein hier auch in jüngerer Zeit noch, obschon die Zahlen bereits deutlich zurückgingen. Dann wurde das Städtchen mit knapp 16'000 Einwohnern zum Ort einer unvorstellbaren Tragödie. Am 11. März 2011 löschte der Tohoku-Tsunami Otsuchi praktisch aus. Es wird nie möglich sein, die Opferzahl zu ermitteln. Es müssen Tausende sein.

Doch obschon der Ort wirtschaftlich noch immer völlig danieder liegt, kamen in den letzten Monaten Gerüchte auf, die Jagd auf Dall’s Schweinswale sei wieder aufgenommen worden. Dabei sind der Hafen und die küstennahen Gewässer nach wie vor nur sehr beschränkt benutzbar, auch wegen der Trümmerfelder im Wasser. Karl Goodsell von der Organistion «Positive Change for Marine Life» ging den Gerüchten vor Ort nach. Der Australier stiess dabei auf bahnbechende Neuigkeiten.

Für die gesamte Info siehe unter Aktuell

Letzte Jagden des Jahres

22. Dez 2011 von Hans Peter Roth

Bottlenose-in-Cove-by-Heather-Hill

Am 19. und 21. Dezember haben die letzten Delfintreibjagden dieses Jahres in Taiji stattgefunden. Wohlverstanden - dieses Jahres, nicht der Saison. Diese wird im 2012 noch mindestens zwei weitere Monate dauern, bis Ende Februar. Und erfahrungsgemäss können Grindwale auch noch danach gejagt werden.

Nun soll angeblich zwei Wochen Jagd-Pause sein, bis am 5. Januar 2012. Doch das Jahr hat traurig geendet. Mit dem Tod von 25 Streifendelfinen am 19. Januar unter den "üblichen", schrecklichen panischen Bedingungen. Und gestern töteten die Delfinjäger 23 Tümmler, nachdem zuvor Delfintrainer und -Händler 10 Tiere für die Gefangenschaft ausgesucht hatten. Ein tragisches Ende also 33 Tümmler...

Gerüchten zufolge soll für die Freilassung der Tümmler von TierschützernLösegeld geboten worden sein. Laut einem Mitarbeiter von Dolphin Base verlange die Fischereikooperative von Taiji indessen 9000 Dollar pro Delfin-Freilassung. Falls dies nicht eine (weitere absichtliche) Fehlinformation ist, wäre dies eine weitere zynische Ungeheuerlichkeit. Der Verkaufserlös für das Fleisch eines Tümmlers beträgt keine 1000 Dollar.

So gesehen gäben die Jäger ein sehr klares Signal, dass sie einerseits gerne immer ein bisschen viel extra Geld verdienen, andererseits, dass sie offensichtlich krampfhaft, verbohrt und stur am Delfine-Abschlachten festhalten wollen. Keine guten Zeichen für eine kurzfristige Prognose. Ich wage dennoch einige Zahlen zu betrachten, im Vorausblick natürlich absolut ohne Gewähr:

Gemäss meiner laufend aktualisierten inoffiziellen Statistik der Delfinjagden sind In Taiji in den 4 Monaten seit Jagdbeginn total ca. 430 Delfine gefangen, ca. 350 getötet, 29 in Gefangenschaft verbracht und ca. 40 freigelassen worden. Der Dezember war mit 168 gefangenen und 143 getöteten Delfinen der bisher mit Abstand schlimmste Monat der aktuellen Jagdsaison. Möge es nicht so weiter gehen.

Geht es ähnlich wie bisher weiter, ist bis Ende der Jagdsaison mit rund 700 gefangenen und 600 getöteten Delfinen zu rechnen. Dies wären erneut deutlich weniger als in der letzten Saison und entspräche nur einem Drittel der Jagdquote. Doch dies ist eine rein rechnerische, extrem ungenaue Prognose. Es kann schlimmer, aber auch etwas besser kommen. Eine weitere Unbekannte ist die Harpunen-Jagd.

Am besten rechnet man mit dem Schlimmsten und hofft das Beste.

Vielen Dank an Cove-Monitor Heather Hill von der Save Japan Dolphins Campaign, für aktuelle Infos und Bilder. Zum Betrachten der Bilder-Galerie siehe auch unter Aktuell.

Aufhol-Jagd des Grauens

18. Dez 2011 von Hans Peter Roth

Streifendelfine

Sechs schreckliche Jagden innert nur acht Tagen. Das ist die Bilanz der bisher schlimmsten Woche der aktuellen Jagd-Saison. Die Delfin-Jäger scheinen eine veritable, buchstäbliche Aufholjagd aufgenommen zu haben, um unseren Optimismus zu zerstören, könnte man meinen, weil die Jagdzahlen bisher relativ gering waren.

Damit ist die Zahl der gefangenen Tiere innerhalb von nur einer Woche um ca. 100 in die Höhe geschnellt (hier ist meine inoffizielle Statistik der Delfinjagden). Es ist zum Verzweifeln. Heute war der schlimmste Jagd-Tag der gesamten bisherigen Saison, mit rund 35 getöteten Streifendelfinen. Eine traurige Beschreibung dieser aktuellen Jagd ist hier (auf Englisch) zu finden.

Beachte auch das angeheftete PDF zum Thema.

Unglückszahl zum Zweiten

12. Dez 2011 von Hans Peter Roth

Rundkopfdelfine

Wieder haben die Delfinjäger 14 Rundkopf-Delfine in die Todesbucht gehetzt. 13 mussten sterben, einer kam in Gefangenschaft. Heute wehrten sich die todgeweihten Tiere besonders stark, sodass die Jäger sie schliesslich mit einem ausgespannten, von zwei Booten gezogenen Netz richtiggehend in die Bucht hinein geschleppt werden mussten.

Um die aktualisierte inoffizielle Taiji-Jagdstatistik anzuschauen, klicke hier oder öffne das untenstehende PDF.

Sonntag - Horror-Tag

11. Dez 2011 von Hans Peter Roth

Rundkopfdelfine

Und noch eine Delfinjagd an einem Sonntag. Und wieder fallen Rundkopf-Delfine den Jägern zum Opfer, nach sechs Tagen ohne Delfinjagd. Schätzungsweise 16 Tiere wurden in die Bucht getrieben, 3 davon lebend entnommen und die restlichen getötet. Besonders schrecklich: Ein Rundkopfdelfin hatte lebte offenbar noch nach der üblichen Tortur, wenn die Jäger den Opfern eine Metallstange ins Rückgrat rammen, angeblich, um sie sofort zu töten. Das arme Tier zappelte und wurde im Wasser lebend an einem Seil zum Schlachthaus in Taiji gezerrt.
(Zuverlässige Quelle dieser Info: Heather Hill, Save Japan Dolphins)

... Und dann leuchtete sogar der Mond über Japan rot!

10. Dez 2011 von Hans Peter Roth

Lunar Eclipse

Nachdem gestern Freitag und heute das Empire State Building für die blutenden Delfine von Taiji rot strahlte, leuchtete heute sogar der Mond rot über Japan.
Allerdings handelte es sich nicht um eine Beleuchtungsaktion, sondern die Mondfinsternis - bei uns nicht sichtbar, weil bei uns noch Tageslicht war.
Ich finde es keinen besonders schönen Anblick, dieses schmutzige Braunrot. Werde mir erlauben, dieses Bild, das etwas an die Japanische Flagge erinnert, künftig ab und zu als "Blut-Logo" zu verwenden, wenn in Japan Delfine abgeschlachtet werden.

Empire State Building erstrahlt blutrot für die Delfine von Taiji

09. Dez 2011 von Hans Peter Roth

Empire State Building

The Empire State Building strikes back! Wer am Freitag- und Samstagabend in der Dunkelheit zum höchsten Gebäude New Yorks emporschaute, sah Erstaunliches: Es erstrahlte rot, als Aktion für die öffentliche Aufmerksamkeit um das Leiden der Delfine in Taiji, Japan. Der bekannte amerikanische Schauspieler John Leguizamo warf gemeinsam mit Ric O'Barry und weiteren Delfin-Freunden den Leuchtschalter an.

Danke für diese geniale Aktion!

       I
       I

       A
      AA
     AAA
    FFFFF
    FFFFF
    FFFFF
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 EEEEEEEE
 EEEEEEEE
HHHHHHHH
HHHHHHHH
HHHHHHHH
HHHHHHHH
HHHHHHHH
HHHHHHHH
HHHHHHHH
HHHHHHHH

Mit Tsunami-Spenden den Walfang fördern

08. Dez 2011 von Hans Peter Roth

Whaling-Japan

Stell Dir vor, Du spendest Geld für die Tsunami-Opfer in Japan, und dieses wird zur Unterstützung der Wal-Abschlachtung durch die Japaner im südpazifischen Walschutz-Gebiet eingesetzt. Ein übler Scherz? Übel schon. Sehr übel. Scherz leider nicht. Dies zeigt der aktuelle Artikel auf NZZ-Online, der auch in der NZZ-Printausgabe publiziert wurde: Japan will mit Geldern aus der Tsunami-Hilfe die Walfangschiffe gegen Angriffe von Umweltaktivisten schützen.

Für mehr Infos: Siehe unter Aktuell oder Medien


Wieder eine Sonntags-Jagd

04. Dez 2011 von Hans Peter Roth

Grindwale

Nach einer Woche ohne (erfolgreiche) Delfinjagd haben die Jäger heute früh ihre erste Beute im Dezember gemacht. 11 Rundkopfdelfine konnten sie in die Bucht treiben; 8 wurden getötet und drei ausgesondert für den Lebendhandel.

Beachte hierzu auch die inoffizielle Jagstatistik hier oder als Anhang, neu auch mit den Grindwal-Jagdzahlen von den Färöer-Inseln.

Bilanz der Delfinjagd in der Halbzeit

30. Nov 2011 von Hans Peter Roth

Beobachtung

In den letzten drei November-Tagen konnten die Delfinjäger in Taiji keine Tiere mehr erbeuten wegen der Wetterbedingungen oder weil die Delfine ihren Verfolgern entkommen konnten oder gar keine gesichtet wurden.

Damit sind die ersten drei Monate der Delfinjagd-Saison 2011-12 vorüber. Es ist Halbzeit. Noch stehen Dezember, Januar und Februar bevor. Ende Februar wird die Jagd normalerweise eingestellt, auch wenn die Jagdsaison für Delfine bis Ende März und für Grindwale sogar bis Ende April andauert.

Rückblickend sind bisher ungefähr 200 Tiere getötet worden. Das sind etwa 100 Delfine weniger als in derselben Zeitspanne des Vorjahres. Während vom 1. September bis 30. November 2010 mindestens 50 Delfine in Gefangenschaft genommen wurden, sind es dieses Jahr bislang bloss 8 Tiere.

Kann das hoffnungsvoll stimmen? Ist darin eine Tendenz zu erkennen? Vielleicht. Allgemein sind die Tötungszahlen sicher rückläufig, während die Lebendfänge in den letzten Jahren zugenommen haben. Die bisherige Saison ist also ein schöner "Bruch" in dieser Tendenz betreffend Lebendfänge.

Jeder Delfin, der weniger getötet wird oder in Gefangenschaft gerät, ist erfreulich. Aber jeder, der getötet oder gefangen wird, ist einer zu viel! Es ist noch viel zu früh, um sich zu freuen; denn 200 abgeschlachtete Delfine sind noch immer eine schreckliche Zahl. Und es ist davon auszugehen, dass die folgenden drei Monate noch einige schlimme Überraschungen bergen.

Die Vergangenheit hat bewiesen, dass die Jäger imstande sind, an einem einzigen Tag, soviele Delfine in der Bucht von Taiji zusammenzutreiben, wie in der gesamten bisherigen Saison. Möge dies nie mehr geschehen. Mögen das Wetter und die Intelligenz der Delfine möglichst viele Treibjagden verhindern. Bis die Jäger endlich aufgeben. Wir hoffen weiter und bleiben dran!

Eine aktuelle statistische Aufschlüsselung mit inoffiziellen, aber recht verlässlichen Angaben von Augenzeugen und Informanten über die Jagdzahlen von der aktuellen Jagdsaison, sowie die offiziellen Tötungsquoten für die aktuelle Saison sind als PDF hier zu finden. 

Die Jäger ruhen auch am Sonntag nicht

27. Nov 2011 von Hans Peter Roth

Pantropical dolphin

Nach drei Tagen ohne Beute haben die Delfinjäger einmal mehr auch an einem Sonntag nicht geruht. Bei einer der schlimmsten Treibjagden dieses Jahr in Taiji sind in der Todesbucht rund 30 Fleckendelfine abgestochen worden. Zwei Tiere entnahmen die Jäger lebend. Grauenhaft.

Dritte Delfinjagd in Folge

23. Nov 2011 von Hans Peter Roth

Rundkopfdelfin

Der Horror nimmt kein Ende! Schon wieder erbeuten die Delfinjäger neue Opfer. Diesmal sind es wieder Rundkopfdelfine, acht bis neun Tiere. Darunter sind auch wieder drei zum Teil noch sehr kleine Kälber. Die Jäger kennen keine Gnade und töten alle, auch die Mütter und ihre Kinder. Die ganze Familie, der soziale Verband - brutal ausgelöscht. "Disconnected" ist der richtige Ausdruck auf Englisch für das, was diese Delfinjäger sind.

9 Streifendelfine tot

22. Nov 2011 von Hans Peter Roth

Streifendelfine

Es sind diejenigen Delfine, über die wir uns im Mittelmeer immer so freuen: die Streifendelfine, auch Blauweisse Delfine genannt. In der Todesbucht von Taiji mussten heute 9 von ihnen auf brutalste Weise sterben. Streifendelfine sind im offenen Meer zuhause. Werden sie in die für sie völlig ungewohnte Enge einer Bucht gehetzt, geraten sie in absolute Panik und werfen sich bei ihren Fluchtversuchen auch auf die Felsen, wo sie sich furchtbar verletzen. Und dann kommt das schlimme Ende: der langsame Tod mit einem Metallstab ins Rückgrat gerammt, was fast nie tödlich ist. Unvorstellbar grauenhaft.

Dunkle Tage auf den Färöer-Inseln

22. Nov 2011 von Hans Peter Roth

Färöer Flagge

Nun ist die Zeit der langen Nächte und der dunklen Tage auf den Färöer-Inseln angebrochen. Dunkle Tage - das gilt auch im symbolischen Sinn - für die Grindwale. Vier Treibjagden auf Grindwale (fär. "Grindadrap") haben allein in den vergangenen neun Tagen auf den Inseln zwischen Schottland und Island stattgefunden. Dabei mussten insgesamt rund 330 Tiere ihr Leben lassen. Somit ist die Gesamtzahl der dieses Jahr auf den Färöern getöteten Grindwale in den letzten Tagen von gut 400 auf total 726 erlegte Tiere hochgeschnellt.

Die aktuellsten Daten:
13. Nov. Funningsfirði: 167 Tiere
18. Nov. Sandavagur: 46 Tiere
20. Nov. Trongisvagur: 21 Tiere
22. Nov. Sandager
ði (Torshavn): 81 Tiere

NEU - Aktuelle Grindwaljagd-Statistik: Siehe hier oder als PDF-Anhang

Wieder 15 Rundkopf-Delfine

21. Nov 2011 von Hans Peter Roth

Rundkopfdelfine

Wieder sind heute in der Todesbucht von Taiji bis zu 15 Rundkopf-Delfine getötet worden.

Wieder Delfin-Opfer in der Todesbucht

16. Nov 2011 von Hans Peter Roth

Wieder haben die Delfinjäger sieben Rundkopfdelfine in die Todesbucht von Taiji getrieben und getötet. Es ist die zehnte tödliche Treibjagd in Folge, bei welcher den Jägern Rundkopfdelfine zum Opfer fallen. Die Serie begann am 11. Oktober.

Schon wieder ein toter Delfin im Connyland! OceanCare nimmt Stellung

14. Nov 2011 von Hans Peter Roth

OceanCare

Mit Trauer und Bestürzung nimmt OceanCare die tragischen Nachrichten aus dem Freizeit-Park „Connyland“ zur Kenntnis. Innerhalb von wenigen Tagen haben zwei der fünf Delphine auf rätselhafte Weise den Tod gefunden – am Dienstag, 8. November, starb Shadow im noch jugendlichen Alter von acht Jahren; am Sonntag, 13. November, erlitt der 29-jährige Chelmers dasselbe Schicksal.

Am Tag zuvor hatte die Thurgauer Staatsanwaltschaft bekannt gegeben, dass eine Strafklage, welche vor eineinhalb Jahren von OceanCare zusammen mit der Stiftung für das Tier im Recht (TIR) gegen die Betreiber des „Connyland“ eingereicht worden war, abgewiesen und eingestellt werde.

Mehr Infos: Siehe unter Aktuell
Für den Beitrag von TeleZüri klicke hier.
Für die Beiträge des Schweizer Fernsehens klicke hier.


Abstimmen für die Abschaffung der Delphinarien in der Schweiz!

14. Nov 2011 von Hans Peter Roth

CONNYLAND

Achtung: an alle in der Schweiz: Unbedingt JETZT an Umfrage teilnehmen: Delfinarien abschaffen in der Schweiz, Ja oder Nein? Also JETZT per sms JA stimmen, an die Nummer 9988, oder die Nummer 0-901 590 920 anrufen, gilt ebenfalls als JA! Bitte jetzt machen und weiter sagen! Die Umfrage wird morgen Dienstag veröffentlicht auf TeleZüri. Danke!

Bitte beachtet unbedingt auch die kostenlose Klick-Umfrage, die auf der Homepage der Tagesschau aufgeschaltet ist. Kleines Böxli rechts neben dem Text. Bitte hier klicken. Danke!

JEDE STIMME ZÄHLT !


13. November: ein Unglückstag für die Delfine

13. Nov 2011 von Hans Peter Roth

Delfinjagd

Es war eine der längsten und tödlichsten Delfinjagden der bisherigen Saison in Taiji. Nach einer glücklichen Woche ohne Opfer unter den Meeressäugern (letzte tödliche Jagd am 6.11.) ging es heute brutal zur Sache. Und endlos, so lange, dass sich sogar die Frage stellt, ob die Jäger nicht die gewerkschaftlichen Regeln der Fischerei-Kooperative von Taiji betr. Arbeitszeit verletzt haben.

Neun Stunden dauerte der ganze Wahnsinn. Eine Schule von knapp 30 Rundkopfdelfinen endete schliesslich eingekesselt in der Todesbucht. Während sich die Delfinjäger ans Töten machten, stellte Beobachterin und Delfinkennerin Leah Lemieux vor Ort fest, dass sich unter den Tieren auch zwei Rauzahndelfine befanden. Dafür gibt es in Taiji keine Quote.

Klarer Fall: wäre nicht Leah nebst anderen Beobachter/inne/n vor Ort gewesen, die Jäger hätten alle Tiere abgeschlachtet, illegal auch die beiden Rauzahn-Delfine. So aber ging das Karussell los. Viele Telefonanrufe zwischen Polizei, die die Beobachtenden beobachtete, und der Kooperative. Und dann - ein Lichtblick in all dem Horror: Nachdem die Jäger rund 20 Rundkopf-Delfine abgeschlachtet hatten, liessen sie am Nachmittag schliesslich 8 Rundkopfdelfine und die zwei Rauzähne frei.

Siehe dazu auch folgendes Video von Leah Lemieux

Info mit Bildergalerie: Siehe unter Aktuell

Bemerkenswert: seit mehr als einem Monat (11. Oktober) sind in Taiji "nur" Rundkopfdelfine getötet worden, in insgesamt 9 Treibjagden. Siehe dazu auch
www.ceta-base.com/drivefisheries.html

Mein "Bambi-Blog" jetzt auch in den USA Online

12. Nov 2011 von Hans Peter Roth

bambi

Mein "Bambi-Blog" über die grosse Gala-Show im Ersten Deutschen Fernsehen mit der Überreichung des begehrten Medienpreises an Richard O'Barry und seine Reaktion darauf ist jetzt auch in den USA Online.

My blog about Richard O'Barry receiving the prestigious Bambi-Award in Germany and his reaction is now online in the US.

Links:
- http://savejapandolphins.org/blog/post/europes-most-prestigious-media-award-goes-to-richard-obarry
- http://dolphinproject.org/blog/post/europes-most-prestigious-media-award-goes-to-richard-obarry

Europe’s most prestigious Media Award goes to … Richard O’Barry!

11. Nov 2011 von Hans Peter Roth

bambi

 

bambi

«Don’t buy tickets to dolphin shows!» Richard O’Barrys message was simple and clear, when the dolphin activist spoke to a live television audience of over 5 million people in 3 countries. «If we don’t go to dolphinaria, they will close and all dolphins go free at last», he said while receiving a «Bambi», Europes most important Media Award.

For the full story and more pictures read here

And - by the way - 11-11-11 is a good day for the dolphins for another reason: No dolphin hunting today in the Taiji Cove! High winds and waves kept the banger boats in port.

BAMBI-Auszeichnung für Richard O'Barry und die Delfine

10. Nov 2011 von Hans Peter Roth

bambi

Richard O'Barry erhält heute Donnerstag in Wiesbaden einen BAMBI in der Kategorie "Unsere Erde", für seine herausragenden und mutigen Leistungen. Der unermüdliche Delfinschützer wird den renommiertesten deutschen Medienpreis neben Prominenten wie Thomas Gottschalk, Justin Bieber, Gwyneth Paltrow oder Lady Gaga entgegennehmen.

«Ric O’Barry zeigt uns die grausame Wahrheit hinter dem Lächeln von Flipper», lautet die Begründung der BAMBI-Jury: «Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Delfine vor dem Menschen zu schützen.» Die Bilder des Films «Die Bucht», in dem das Abschlachten von Delfinen in Japan dokumentiert wird, seien in ihrer Brutalität nur schwer zu ertragen. «O’Barry schockiert, provoziert – und befreit Tiere aus Delfinarien.»

Dafür nehme er sogar Gefängnisstrafen in Kauf. Die Entscheidung, sein Leben radikal zu ändern, traf Ric O’Barry vor mehr als 40 Jahren: «Damals musste der Tiertrainer, der mit der Familienserie ,Flipper‘ berühmt geworden war, sich eingestehen, dass die heile Welt seiner Delfine nur im Fernsehen existiert», so die Jury. «In Gefangenschaft leiden die Tiere. O’Barry wurde zum engagierten Kämpfer für die Freiheit und den Schutz der Delfine.»

Große Gefühle und bewegende Momente – das macht die 63. BAMBI-Verleihung in Wiesbaden zu einem unvergesslichen Ereignis. Der Anlass findet heute Donnerstagabend in den Rhein-Main-Hallen statt und wird vom Ersten Deutschen Fernsehen ARD live übertragen. Zudem bringt ARD im Rahmen des Boulevard-Magazins «Brisant», heute ab 17.15 einen Beitrag über Ric O’Barry, wo er auch das gemeinsam mit Journalist Hans Peter Roth verfasste Buch «Die Bucht» vorstellt.

Hans Peter Roth wird an der BAMBI-Verleihung live mit dabei sein und im Anschluss darüber berichten.

Weitere Infos
- Zum Anlass und zum Thema: www.diebucht.ch
- Zum Anlass auf ARD: www.daserste.de/programm/tvtipp.asp?datum=10.11.2011
- Zum BAMBI: www.bambi.de und www.bambi-awards.com (Englisch)
- Preisträger und Begründungen der Jury: www.bambi.de/Bambi-2011/Preistraeger

- Für mehr Infos - siehe auch unter Aktuell

Neue Delfin-Opfer

06. Nov 2011 von Hans Peter Roth

Delfinjagd

Wieder mussten heute 8-10 Rundkopfdelfine in der Todesbucht von Taiji ihr Leben lassen.

Am virtuellen Pranger der Delfinjagd-Freunde

04. Nov 2011 von Hans Peter Roth

Vier schöne Tage gab es keine Delfinjagd. Das war ein guter Start in den November. Doch gestern, am 3. November, war es wieder vorbei mit der Ruhe. Die Jäger haben 13 Rundkopfdelfine in die Bucht getrieben und getötet. Heute wiederum haben sie glücklicherweise vergebens gesucht und sind unverrichteter Dinge in den Hafen zurückgekehrt.

Nun habe ich es übrigens auch geschafft. Ich bin am virtuellen Pranger der Freunde der Delfinjagd von Taiji. Ok, damit kann ich leben. Aber: die Betreiber dieser Website sind ein bisschen allzu gut informiert. Sie verfügen über Informationen, die eigentlich nur die Behörden kennen sollten; zum Beispiel über meine Ankunft in Taiji. Das stimmt doch nachdenklich, wer denn hier jetzt wie gut mit wem zusammenarbeitet...

Hier ist der Link: http://blog.livedoor.jp/pngtaiji/archives/4728225.html. Die Einträge über mich auf der Website geben in Links verschiedene Beiträge von mir oder über mich an, so auch den Beitrag vom Zweiten Deutschen Fernsehen zum Thema Delfinjagd, der in ZDF-Umwelt vom 9.Oktober ausgestrahlt wurde. Einverstanden: aus Sicht der Delfinjäger und ihrer einflussreichen wie auch finanzstarken Unterstützer bin ich ein "Verdächtiger".

Tatsache ist, dass ich nie einer Gesetzesübertretung überführt wurde, dass ich stets freundlich, anständig und zurückhaltend war, dass ich die japanische Kultur respektiere (soweit nicht Tierquälerei und das Töten von andernorts geschützten Tieren als "Kultur" bezeichnet wird). Tatsache ist ebenso, dass ich vor drei Jahren, im Oktober 2008, bei der Bucht von Taiji auf öffentlichem Boden von Delfinjägern tätlich angegriffen wurde, ohne dass die Polizei damals eingegriffen hätte oder auch nur anwesend war.

Der Übergriff wurde von einem TV-Kameramann gefilmt, ist also gut dokumentiert und im Rahmen verschiedener Beiträge auf ARD, ZDF und im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt worden. Zu sehen sind Ausschnitte davon auch im Film "The Cove" ("Die Bucht"). Ich habe bislang stets davon abgesehen, deswegen bei den japanischen Behörden vorstellig zu werden. Angesichts der Ehre, nun am Pranger der Hüter der Delfinjagd in Taiji zu sein, muss ich mir dies allerdings noch einmal gründlich überlegen.

Wohin die Reste gehen

30. Okt 2011 von Hans Peter Roth

Delfinjagd

Die vergangene Woche war für die Delfine die bisher schlimmste dieser Jagdsaison. An vier verschiedenen Tagen trieben die Jäger erfolgreich Rundkopfdelfine in die Todesbucht und töteten die meisten davon. So fielen den Delfinjägern auch gestern wiederum etwa zehn der empfindsamen Meeressäuger zum Opfer. In der ganzen Woche waren es etwa 40 Tiere.

Heute aber war zum Glück ein guter Tag für die Delfine. Regen, Wellen, Wind und Sonntag. Mehr als genug, um die Jagdboote im Hafen zu behalten. Ein weiterer Tag, um mit allem anderen, was so an Arbeit anfällt, aufzuholen. Und Zeit für Recherchen. Manchmal allein, manchmal gemeinsam mit Freunden, die auch hier sind.

Zu den Recherchen gehört, dass es jemandem (aus diversen, sicher für alle nachvollziehbaren Gründen nenne ich keine Namen) gelungen ist, zu beobachten und fotografieren, wie Reste von geschlachteten Delfinen, das heisst Eingeweide, Knochen und Köpfe, in grosse Behälter abgefüllt und auf einen Kleinlaster verladen wurden.

Ebenfalls ist es gelungen, diesem Kleinlaster vom Schlachthaus in Taiji aus zu folgen. Das Fahrzeug fuhr nach Katsuura, zum dortigen bekannten Fischmarkt, wo täglich viele Tonnen Thunfisch und andere Fischarten umgesetzt werden. Hier stehen jeden Morgen viele Grossbehälter herum, in welche die Fischer alle Fischabfälle werfen.

Hierher also kommen auch die Quecksilber-belasteten traurigen Reste der geschlachteten Delfine. Bis zu diesem Punkt ist alles klar. Der Rest ist vorderhand Spekulation. Ich gehe davon aus, dass die Delfinreste den Fischresten von Katsuura beigemischt und dann maschinell zu einem Brei püriert werden.

Was könnte mit diesem Brei geschehen? Ich sehe drei Verwertungs-Möglichkeiten:

1) Verarbeitung zu Düngemittel
2) Verarbeitung zu Tierfutter
3) Verarbeitung zu Futter für die wachsende Zahl von Fischzuchten in der Präfektur Wakayama.

Dies soll also unser nächster Schritt der Aufklärungsarbeit sein.

Zum Bild:
Hans Peter Roth bei der Beobachtung der Delfinjagd auf offener See.

Wieder zehn Rundkopfdelfine

29. Okt 2011 von Hans Peter Roth

Rundkopfdelfine

Wieder haben die Jäger etwa 10 Rundkopfdelfine in die Bucht bei Taiji gehetzt und umgehend getötet. Alles ging recht schnell. Trotz relativ rauen Bedingungen und hoher Dünung wurden die Delfinjäger rasch fündig.

Wir haben das ganze vom Meer aus auf Ady Gils Boot beobachtet.

Zum Bild: Rundkopfdelfine, gefangen in der Hatajiri-Bucht und schon eine halbe Stunde nach dieser Aufnahme tot.

Connyland und der Lärm-Angriff

28. Okt 2011 von Hans Peter Roth

Delfinjagd

Was hat das Connyland mit der Delfinjagd in Japan zu tun? Mehr als uns und dem Delphinarium im Schweizerischen Lipperswil lieb sein kann. Da ist zum einen die Tatsache, dass die Delfinarien-Industrie leider nach wie vor sehr lukrativ ist. Deshalb krallt sich Taiji als weltweit grösster Umschlgsplatz für lebende Delfine auch so in der Treibjagd fest. Und da ist noch eine weitere Gemeinsamkeit: Die Sache mit dem Lärm...

Gestern gelang es den Jägern trotz beträchtlichem Wind und Wellen erneut, mit ihren Lärmstangen eine Schule von etwa zehn Rundkopfdelfinen in die Bucht von Taiji zu treiben. Darunter eine Mutter mit einem noch sehr kleinen Jungen. Das Muttertier wehrte sich nach Kräften gegen die Fangversuche der Jäger, schaffte es sogar, ein Netz zu überqueren. Nicht aber das Junge. Es verfing sich im Absperrnetz und ertrank fast.

Mehr Infos dazu unter Aktuell.

Bizarr war einmal mehr die Geräusch-Kulisse, als wir vom Takababe-Hügel das Geschehen verfolgten, soweit dies ob all den Abdeckplanen über der Todesbucht möglich war. Vom nebenan gelegenen Walmuseum wummerten die Disco-Bässe der nächsten Delfinshow herüber, und vom Meer stanzten sich die trockenen Metallschläge der Lärmstangen, auf welche die Delfinjäger hämmerten, ins die Ohren.

So wird das empfindliche Gehör der Delfine zu ihrem Verhängnis. Die Delfinjäger erzeugen mit ihrem massiven Hämmerlärm eine richtige Schallmauer, vor welcher die verschreckten Delfine, die jetzt auch nicht mehr akustisch kommunizieren können, zu fliehen versuchen. So können sie aufs Land getrieben werden. Dieser Umstand macht auch gleich klar, dass für die sensiblen Meeressäuger eine Dauerbeschallung mit Bass-Gewummer, etc. wohl kaum angenehm ist.

Genau dies macht das Delphinarium im thurgauischen Lipperswil in der Schweiz jedoch morgen Samstag. Im Connyland, rund 50 Meter vom Winterquartier der Delfine entfernt, soll eine Techno-Party stattfinden. Aus Sicht von OceanCare ist die Lärmbelästigung für die Wildtiere, die in ihren Becken zudem keine Ausweichmöglichkeit haben, schlicht eine Qual.

OceanCare hat deshalb schriftlich beim Connyland und den zuständigen Behörden eine Stellungnahme eingereicht und die Betreiber des Connylands aufgefordert, von derartigen Events zum Wohle der Tiere abzusehen.

Und zu guter Letzt ein Happy End: Heute war ein strahlender Tag. Wind und Wellen aber liessen keine Delfinjagd zu. Alle Boote blieben im Hafen. Und uns blieb endlich etwas Zeit zum "Retablieren" und so Verschiedenes auf den aktuellen Stand zu bringen.

Erneut Opfer in der Todesbucht

27. Okt 2011 von Hans Peter Roth

Rundkopfdelfine

Erneut mussten etwa 10 Rundkopfdelfine in der Todesbucht von Taiji sinnlos ihr Leben lassen. So schlimm... Besonders die Rundkopfdelfine sind so menschenfreundlich... Zwei Tiere liessen die Delfinjäger frei. Ob sie - ihres ganzen Familienverbandes beraubt - überleben werden, ist eine ganz andere Frage.

Spazierfahrt in die Todesbucht

26. Okt 2011 von Hans Peter Roth

Todesbucht, Patrouille

Das Wetter ist strahlend. Gleissend steigt eine sehr helle Sonne aus dem Pazifik. Wir wissen: die Jagdboote sind wieder draussen. Also fahren wir mit unserem Boot ebenfalls uch raus. Doch dann überraschen uns eine recht hohe Dünung und kräftiger Wind, der die Wellen mit Schaumkronen adelt. Die schönste Überraschung aber folgt erst noch.

Die Delfinjäger kehren schon vor 8 Uhr unverrichteter Dinge in den Hafen von Taiji zurück. Die Bedingungen sind zu rau für die Treibjagd. Masako, unsere Helferin, fragt offiziell bei der Küstenwache nach, ob wir uns nach Taiji begeben und dort auch landen dürfen. Zu unserem Erstaunen erhalten wir keine abschlägige Antwort.

Bald sind wir drüben in Taiji, machen einen kurzen Landungsstopp bei der Pier unweit des Walmuseums und fahren dann vorsichtig weiter vor den Hafen von Taiji und von dort weiter in die berüchtigte Bucht. Meine kanadische Kollegin und Delfinexpertin Leah Lemieux, die schon in Taiji wartet, sieht verblüfft, wie unser Boot vor der Bucht auftaucht, wo normalerweise die Jagdboote aufkreuzen, um das Schicksal erschöpfter Delfine mit Netzen zu besiegeln. Nicht heute.

Völlig unbehelligt, aber unter den wachsamen Augen einer Sicherheitseinheit der Küstenwache auf einem Schlauchboot fahren wir ganz langsam ein; bis zum inneren Netz. Das Wasser ist kaum noch zwei Meter tief. Das Manövrieren ist heikel aber machbar. Ady und Masako steuern die Kleinyacht mit wachsender Übung.

Für mehr Infos beachte bitte den ausführlichen Beitrag unter Aktuell

Gute Tage, schlechte Tage - die Hoffnung aber bleibt

25. Okt 2011 von Hans Peter Roth

Pazifische Weissstreifendelfine

Gestern war ein guter Tag für die Delfine. Das Wetter war zwar günstig und die Delfinjäger machten noch vor 6 Uhr Leinen los für eine weitere Treibjagd. Bald waren wir ihnen wieder auf den Fersen mit unserem Boot. Die Jäger gingen sehr weit raus und verschwanden für unser Sichtfeld sogar unter dem Horizont (ja - für alle die noch zweifeln mögen - die Erde ist rund!)

Dann die erlösende Sichtung und entsprechene Meldungen von unseren Beobachtern an Land. Die Jagdboote kehrten eines nach dem anderen in einem langen Konvoi unverrichteter Dinge zurück, bis alle zwölf wieder im Hafen vertäut waren.

Heute aber war wieder ein schlechter Tag für die Delfine. Ähnliches Wetter, ähnlicher Ablauf wie gestern. Aber heute wurden die Jäger fündig. Und zu unserem Schrecken noch doppelt dazu. Eine Gruppe jagte schliesslich mit sieben Booten, die andere mit fünf.

Unser Boot war gewissermassen dazwischen, stets argwöhnisch beobachtet von einem furchteinflössenden Kahn der japanischen Küstenwache, heute aber aus grösserer Distanz. Auch wir hielten Distanz zu den Delfinjägern, allerdings etwas weniger als gestern.

Für ausführlichere Infos siehe unter Aktuell

Zum Bild: Pazifische Weissstreifendelfine

Schwere See, schwere Herzen

23. Okt 2011 von Hans Peter Roth

Coast Guard

Zum ersten Mal nach einem sehr angenehmen Unterbruch von 13 Tagen hat wieder eine Delfinjagd stattgefunden. Nach zwei fast vollen guten Wochen für die Delfine zögern die Jäger auch an einem Sontag nicht, die halbwegs günstigen Bedingungen für eine Delfintreibjagd zu nutzen.

Zum ersten Mal auch beobachten wir die Treibjagd auf offener See! In einem vom bekannten Tierschützer Ady Gil zur Verfügung gestellten und gefahrenen Boot begeben wir uns aufs Meer - und begegnen den Delfinjägern in voller Aktion. Deren Boote, zwölf an der Zahl, aufgereiht.

Unsere Herzen sinken. Lange mussten sie in der von den vergangenen Tagen noch recht schweren See suchen und sind spät dran. Doch die Formation der Boote und der schwarze Russ, der bei schnellen Wendemanövern aus den Schornsteinen qualmt, nimmt uns jede Illusion. Jetzt treiben die Jäger eine Schule Delfine vor sich her.

Zum Bild: Ein Schiff der japanischen Küstenwache blockiert unser Boot, damit wir uns nicht den Delfinjägern annähern können.

Mehr Infos: siehe unter Aktuell

Mikura

15. Okt 2011 von Hans Peter Roth

Delfine

Mikura ist eine kleine japanische Insel im Pazifik, etwa 200 Kilometer südlich von Tokio. Hier hinaus bin ich per Fähre mit einer kleinen Touristengruppe gefahren, um für einmal etwas gänzlich anderes mitzubekommen, als den Schrecken der Delfinjagd.

Rund um Mikura leben rund 120 Tümmler, die sich das ganze Jahr über als grosser, loser Verband hier aufhalten. Früher seien es noch deutlich mehr gewesen, etwa 160 der stattlichen Delfine, erklärt unser kundiger Tourguide, die japanische Delfin-Kennerin Tamami Hashimoto. Bei ihr halten wir uns drei Tage und zwei Nächte auf, um die wilden Tümmler zu beobachten - und um mit ihnen zu schwimmen.

Das ist die bizarre Tatsache in diesem Land. Am einen Ort werden Delfine gejagt und getötet, hierher aber kommen Touristen, meist Japaner, um mit den Meeressäugern zu schwimmen. Ein wundervolles Erlebnis, mit wilden Delfinen zu schwimmen, die aus freiem Willen und ohne gefüttert zu werden, den Kontakt zu uns Menschen suchen. Und schön zu sehen, dass es Orte gibt, welche die Japaner aufsuchen, weil sie diese Tiere mögen und nicht um sie zu fangen oder zu essen.

Mehr Infos: Siehe unter Aktuell

Die Befürchtungen werden wahr

04. Okt 2011 von Hans Peter Roth

Ungefähr 30-40 Streifendelfine haben die Delfinjäger heute Morgen in die Todesbucht von Taiji gejagt und getötet. Nachdem ich letzten Winter mehrmals selber Zeuge der Jagd auf Streifendelfine geworden bin, weiss ich, dass dies zum Schlimmsten gehört, was man sich an Brutalität vorstellen kann. Diese Jagden sind von verschiedenen Quellen recht ausführlich dokumentiert und sollten in der Öffentlichkeit innerhalb und ausserhalb von Japan einen weit lauteren Aufschrei der Empörung bewirken.

Siehe auch:

http://www.savejapandolphins.org/blog/post/new-dolphin-slaughter-of-striped-dolphins

http://www.ceta-base.com/drivefisheries.html

Furcht vor dem "Roten Oktober"

30. Sep 2011 von Hans Peter Roth

Der Eröffnungsmonat der Delfinjagd, September 2011, ist für die Meerssäuger bei Taiji noch relativ glimpflich über die Bühne gegangen. Für die kommenden Monate ist Schlimmeres zu befürchten. Steht den Delfinen in den Gewässern vor Taiji ein "Roter Oktober" bevor?

Mehr Infos: siehe unter Aktuell

Delfine rufen einander beim Namen

12. Sep 2011 von Hans Peter Roth

Tümmler
St. Andrews/ Schottland - Forscher der "University of St Andrews" haben entdeckt, dass Delfine nicht nur ihren eigenen Namen in Form ihres individuellen Delfingesangs anderen Artgenossen mitteilen, sondern auch andere Delfine bei deren Namen rufen können.

Wie Stephanie King auf einer Konferenz der "Association for the Study of Animal Behaviour" berichtete, untersuchte sie von 1988 and 2004 gemeinsam mit Kollegen 179 Paare frei lebender Großer Tümmler vor der Küste von Floridas. In 10 Fällen konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die Paare jeweils die Lautsignatur des jeweils anderen imitieren - ganz so, als würden sie einander beim Namen rufen.

Ein solches Verhalten konnte bislang bei noch keiner anderen Tierart dokumentiert werden und konnte von den Forschern nur bei Delfinpaaren - entweder bestehend aus einem Mutter- und einem Jungtier oder zweier gemeinsam wandernder oder jagender Erwachsener - nicht jedoch bei Einzeltieren beobachtet werden.

Selbst die Frequenzveränderung der Lautsignatur wurde von dem Gegenüber korrekt nachgeahmt, jedoch begannen dessen Rufe meist in einer höheren Frequenz oder dauerte nicht ganz so lange, wie der eigentliche "Namensgesang". Aus dieser Beobachtung leiten die Forscher ab, dass die Tiere den Identifizierungsruf des anderen lediglich imitierten.

Zudem beobachteten die Forscher, dass diese Imitation immer nur dann angewendet wurde, wenn die Tiere voneinander getrennt wurden. "Es war fast so, als versuchten sie auf diese Weise wieder zusammenzufinden", so King.

Mehr Infos zum Thema: siehe unter Grenzwissenschaft Aktuell

(Delfin-Bild von Hans Peter Roth)

25 Tümmler in der Falle

10. Sep 2011 von Hans Peter Roth

Tümmler released

25 Tümmler sind heute den Delfinjägern in die Falle gegangen und in der Folge in die Bucht gehetzt worden. Es war das Schlimmste zu befürchten. Aber es ist anders gekommen.

Ein Tier wurde zum Lebendverkauf an Delphinarien entnommen. Die restlichen Tümmler liessen die Jäger wieder frei. Mehr Infos dazu unter Aktuell

Erste tödliche Treibjagd der Saison in Taiji

07. Sep 2011 von Hans Peter Roth

Rissos

Bei der ersten "erfolgreichen" Delfintreibjagd der neuen Jagdsaison, die am 1. September offiziell eröffnet wurde und bis Ende März 2012 dauert, haben die Delfinjäger von Taiji 14 Rundkopf-Delfine erbeutet. Keines dieser besonders intelligenten und den Menschen freundlich gesinnten Tiere wurde verschont, auch nicht eine Mutter und ihr Baby. Damit beginnt der Blutzoll schon früh in der Saison. In den letzten beiden Saisons fand keine tödliche Treibjagd so früh statt.

Für mehr Infos: Siehe unter Aktuell



DANKE, AARON !!

03. Sep 2011 von Hans Peter Roth

Archimedes

An dieser Stelle möchte ich Aaron Teuscher von der Archimedes Werft in Wimmis ganz herzlich danken für seinen sehr engagierten Einsatz beim Organisieren einer Präsentation des Films "Die Bucht" in seiner schönen Werft.

Wenn man sieht, was der Mann sonst noch alles los hat, kann man sich nur beeindruckt verneigen. MERCI! Jetzt kannst Du hoffentlich ein paar ruhige Ferientage geniessen...

Nicht vergessen! Delfine und Wale – Botschafter der Meere – Anlass Archimedes-Werft Wimmis, Freitag, 2. September 2011

02. Sep 2011 von Hans Peter Roth

Archimedes

Spannend wie ein Krimi, ergreifend, verstörend, aber auch schön und hoffnungsvoll. Das ist der Film «Die Bucht», der letztes Jahr den Oscar als bester Dokumentarfilm gewann. Hans Peter Roth aus Sigriswil hat das Buch zum Film geschrieben. Am Freitagabend 2. September 2011 präsentiert er im in der Werft von Archimedes Bootbau in Wimmis den Film und berichtet über das Neuste im Kampf zum Schutz der Delfine und Wale und zur Rettung der Meere.

Der Anlass: Freitag, 2. September, ab 18.30 in der Werft von Archimedes Bootbau, Simmentalstr. 28A, Wimmis, Apéro, persönliches Gespräch. Ab 19.30 Präsentation «Wale und Delfine – Botschafter der Meere». 20.15-21.45 Film «Die Bucht» (Oscar 2010). Ca. 21.50-22.30 Fragen, DVD- und Bücherverkauf, persönliches Gespräch, Open End. Siehe auch www.diebucht.ch und www.archimedes-bootbau.ch .

Mehr Infos unter Aktuell

Nicht vergessen! Anlass Hotel Engel, Wädenswil, Donerstag, 2. September: Delphine und Wale – Botschafter der Meere

01. Sep 2011 von Hans Peter Roth

OceanCare

Spannend wie ein Krimi, ergreifend, verstörend, aber auch schön und hoffnungsvoll. Das ist der Film «Die Bucht», der 2010 den Oscar als bester Dokumentarfilm gewann. Der Schweizer Autor Hans Peter Roth hat mit Unterstützung von OceanCare das Buch zum Film geschrieben. Am Donnerstagabend 1. September 2011 präsentieren OceanCare-Präsidentin Sigrid Lüber und Hans Peter Roth im Hotel Engel in Wädenswil den Film. Sie berichten über das Neuste im Kampf zum Schutz der Delphine und Wale und zur Rettung der Meere.

Der Anlass: Donnerstag, 1. September, ab 18.30 im Hotel Engel, Himmelsääli, persönliches Gespräch. Ab 19.15 Präsentation «Wale und Delfine – Botschafter der Meere», Sigrid Lüber und Hans Peter Roth im Gespräch. 20.00-21.30 Film «Die Bucht» (Oscar 2010). Ca. 21.40-22.30 Fragen, Diskussion DVD- und Bücherverkauf, Open End. Siehe auch www.oceancare.org und  www.diebucht.ch .
Eintritt frei, Getränke und Verpflegung auf eigene Rechnung, Kollekte

Mehr Infos unter Aktuell

Nicht vergessen! Cove-Event, Badhuus-Gunten, So. 14. 8. 2011

14. Aug 2011 von Hans Peter Roth

Badhuus Gunten

Spannend wie ein Krimi, ergreifend, verstörend, aber auch schön und hoffnungsvoll. Das ist der Film «Die Bucht», der letztes Jahr den Oscar als bester Dokumentarfilm gewann. Hans Peter Roth aus Sigriswil hat das Buch zum Film geschrieben. Am Sonntagabend 14. August 2011 präsentiert er im Badhuus Gunten den Film und berichtet über das Neuste im Kampf zum Schutz der Delfine und Wale und zur Rettung der Meere.

Der Anlass: Sonntag, 14. August, ab 18.00 im Badhuus Gunten, Apéro, persönliches Gespräch. Ab 20.15 Präsentation «Wale und Delfine – Botschafter der Meere». 20.45-22.15 Film «Die Bucht» (Oscar 2010). 22.20-23.00 Open End, DVD- und Bücherverkauf, persönliches Gespräch. Siehe auch www.badhuus-gunten.ch/angebot.htm. Eintritt frei (Kollekte)

Beachte auch den ausführlichen Event-Hinweis unter "Aktuell"

Sun, Fun und Kuscheldelfine in der Todesbucht

05. Aug 2011 von Hans Peter Roth

Taiji

Wer möchte es den krisengebeutelten Japanern übel nehmen. Ein paar Tage ausspannen an der Beach. Wenn man sich schon nicht eine Reise ins Ausland leisten kann, dann geht man an einen schönen, unverstrahlten Ort im eigenen Land. Zum Beispiel Taiji!  Aber muss es gerade in der Todesbucht sein? Vor allem, wenn da noch Delfine hineingeschleppt werden, zur Belustigung des ahnungslosen Publikums?? Einen Vorteil hat die Aktion allerdings.

Dank "Aki" (Name geändert), einer mutigen, beherzten Japanerin, ist jetzt wenigstens Aufklärung möglich. Aki ist vor allem an den Wochenenden, wenn die Todesbucht regelrecht von Erholungssuchenden überschwemmt wird, dort anwesend. Sie klärt die Leute auf, verteilt Broschüren und DVDs auf Japanisch - und stellt erschrocken fest, wie wenige Leute wissen, was hier geschieht. Und dies nur vier Wochen vor Beginn einer neuen Saison zur Delfin-Treibjagd.

Danke, Aki, dass Du den Mut hast, dies zu tun! Es ist unendlich wichtig und wertvoll, dass nun auch endlich Menschen aus Japan die Initiative in die Hand nehmen. Ohne Euch geht es nicht!

Um mehr Bilder zu sehen, klicke hier

Der Countdown läuft: Ein Monat bis zur Eröffnung der Delfinjagd

01. Aug 2011 von Hans Peter Roth

Grindwale

In genau einem Monat wird im südjapanischen Fischerdorf Taiji erneut die Jagdsaison auf Delfine eröffnet. Daran lässt die Abteilung für Fischerei und Ressourcennutzung der Präfektur Wakayama keinen Zweifel.

Noch hat die Vernunft nicht gesiegt. In einem Monat ist es wieder soweit. Am 1. September 2011 wird in Taiji erneut zur Treibjagd auf Delfine geblasen. Dies, obschon der Konsum von Fisch und Fleisch von anderen Meerestieren, die vor den Küsten Japans gefangen wurden, richtiggehend zusammengebrochen ist. Die Bevölkerung befürchtet zu Recht radioaktive Verseuchung. Zudem ist das Delfinfleisch ohnehin massiv mit Schadstoffen belastet.

Eine Informantin aus Japan hat für mich freundlicherweise die genaue Zahl in Erfahrung gebracht, wie viele Grindwale im Mai 2011, als die Treibjagd in Taiji per ausserordentlichen Beschluss unerwartet nochmals eröffnet wurde, getötet wurden. Es gab in diesem Monat einen Fang: am 6. Mai. Dabei wurden rund 100 Grindwale in die Bucht gehetzt. 68 davon schlachteten die Delfinjäger ab. Sechs entnahmen sie lebendig, zum Verkauf an Delphinarien. Rund 20-25 Tiere wurden zurück ins offene Meer getrieben.

Diese überlebenden Grindwale waren in völligem Schock und verwirrt. Die sozialen Tiere, deren Schule vernichtet worden war, wollten ihre Familienangehörigen nicht verlassen, welche zu diesem Zeitpunkt aber bereits getötet waren.

Für mehr Bilder: Klicke hier

Taiji: Polizei rüstet auf gegen Delfinschutz-Aktivisten

27. Jul 2011 von Hans Peter Roth

Die relativ "sanften Zeiten" unter Polizeioffizier Sasaki (auch bekannt geworden als "Chief of Police" in unserem Film "Die Bucht") sind möglicherweise vorbei. Nach seiner Ablösung diesen Frühling wird das Polizeiaufgebot in Taiji massiv verstärkt.  Dass sich die Polizei "Westlern" gegenüber in Zukunft weniger "neutral" und kulant verhalten wird, darauf weisen "Anti-Aktivisten-Drillübungen" hin, die zurzeit in Taiji mit einem rund hundert Mann starken Aufgebot in Zusammenarbeit mit der Küstenwache durchgeführt werden.
Darauf weist ein Artikel aus dem "Newser" hin. Mehr dazu unter "Aktuell"

IWC blockiert sich weiterhin selbst.

18. Jul 2011 von Hans Peter Roth

Buckelwal

Die internationale Walfangkommission IWC, die letzte Woche auf der englischen Kanalinsel Jersey getagt hat, blockiert sich weiterhin selber. Es herrscht eine Pattsituation zwischen Walfanggegnern und -Befürwortern. Immerhin hat dies den Vorteil, dass nicht wieder die kommerzielle Waljagd bewilligt wird. Und immerhin soll es in Zukunft griffigere Instrumente gegen die Korruption geben. Zudem will sich die Schweizer Delegation unter Bruno Mainini in Zukunft verstärkt dafür einsetzen, dass auch Delfine und Kleinwale unter die Kompetenz der IWC fallen. "Delfine sind Wale, die Grösse spielt keine Rolle!" So würde es Ric O'Barry ausdrücken.

Die letzten Tage konnte ich verschiedentlich über die IWC in grossen Schweizer Tageszeitungen publizieren. Siehe hierzu unter Medien. Und beachte auch die aktuellen Einschätzungen und den Bericht über das Engagement von OceanCare an der IWC unter Aktuell.

Heil und glücklich zurück von der Walforschung

03. Jul 2011 von Hans Peter Roth

Delfin

Mit einer sehr angenehmen Forschungs-Gruppe von OceanCare habe ich die schönste und eindrücklichste Woche auf dem Mittelmeer seit fünf Jahren erleben dürfen. Vom Hafen in Golfe Juan unweit von Cannes liefen wir für sechs Tage zur Beobachtung von wilden Delfinen und Walen vor der Côte d'Azur aus. Das Wetter war für Beobachtungen fast perfekt. Wenig Wind, recht ruhiges Meer, abgesehen von einer Dünung, die aus westlichen, windreicheren Gefilden des Mittelmeeres heranrollte.

Vor allem die ersten drei Tage brachten uns zahlreiche Delfin-Sichtungen. Es war sehr erfreulich zu sehen, wie zahlreich sich vor allem blau-weisse, auch Streifendelfine genannt, noch vor den Küsten des Mittelmeers tummeln, die der Schweiz am nächsten liegen. Teilweise konnten wir die anmutigen Meeressäuger sogar vor dem Alpenpanorama bewundern! Dann wurde es etwas ruhiger. Bis zum letzten Beobachtungstag. Wieder diverse Delfin-Sichtungen. Deren Kommunikation war auch auf dem Hydrofon sehr gut hörbar!

Zudem hatten wir bisweilen die Ortungs-Klicklaute von bis zu drei Pottwalen gleichzeitig auf dem Unterwasser-Mikrofon! Walforschungsleiterin Sylvia Frey entdeckte dann auch tatsächlich die majestätische Fluke (Schwanzflosse) eines abtauchenden Pottwals. Und schliesslich pflügte sogar noch ein jüngerer Finnwal, vielleicht 15 Meter lang, mit ungestümer Kraft und eindrücklichem Tempo in entgegengesetzter Richtung an uns vorbei, etwa 100 Meter vom Schiff entfernt...

Seit über zehn Jahren führt OceanCare im Mittelmeer Wal-Forschungswochen durch. Diese mit interessierten Reisegästen durchgeführten Beobachtungen dienen dem Schutz der insgesamt acht permanent im Mittelmeer vorkommenden Delfin- und Walarten. Primär sollen die Bestände und deren Entwicklung im Schutzgebiet vor der Côte d'Azur und den norditalienischen Küsten besser erfasst werden. Für mehr Informationen klicke hier .

Wieder eine Woche auf Walforschung

25. Jun 2011 von Hans Peter Roth

OceanCare

Von heute bis am Sa. 2. Juli nehme ich erneut an einer Walfoschungswoche von OceanCare im Mittelmeer teil. Genau 10 Jahre ist es her, dass ich zum ersten Mal an einer solchen Woche teilnahm! Wale im Mittelmeer? Das erstaunt bis heute viele Leute.

Wenn Du mehr über die Walforschung erfahren willst, dann schau Dir das PDF des aktuellen Artikels von mir im St.Galler Tagblatt an oder schau auf der Homepage von OceanCare rein.

Erfolgreiche Medienkampagne. Super, Vera Weber! Danke!

22. Jun 2011 von Hans Peter Roth

FFW

Für gestern hat Vera Weber von der Fondation Franz Weber (FFW) einen Presseevent in Bern organisiert. Viele kamen und das Medienecho ist gross. SF, TeleZüri sowie verschiedene Radios und Printmedien in der Deutsch- und Westschweiz haben über die brutale Robbenjagd in Kanada berichtet. Bleibt zu hoffen, dass damit nun die "kritische Masse" erreicht ist und auch der Ständerat endlich ein Importverbot für Robbenprodukte aus Kanada befürwortet. die nächste Session wird's zeigen.

Schau Dir die Beitrags-Sammlung unter Medien an.

Horror und Hoffnung - Die Färöer Inseln

16. Jun 2011 von Hans Peter Roth

Färöer Flagge

Das beste Wetter in drei Jahren, die gastfreundlichsten Menschen, die man sich vorstellen kann. Die bizarrsten Kontraste zwischen Schrecken und Schönheit, zwischen Horror und Hoffnung. Das sind kurz gesagt einige der Eindrücke, die wir von den Färöer Inseln nach Hause gebracht haben.

Mehr dazu: Siehe unter Aktuell (16.6.2011)

Färöer, wir kommen!

08. Jun 2011 von Hans Peter Roth

Färöer

Ab heute Mittwoch, 8. Juni werde ich gemeinsam mit Leah Lemieux aus Kanada bis zum 16. Juni unterwegs sein auf den Färöer-Inseln.

Wird spannend. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Nach dem Tsunami - schockierende Bilder aus Otsuchi

11. Mai 2011 von Hans Peter Roth

Otsuchi


Otsuchi war der "Hauptort" der Schweinswaljagd. Nun ist das Küstenstädtchen der vielleicht am stärksten zerstörte Ort nach der Tsunami-Katastrophe. Allein hier sind Tausende von Toten zu beklagen.


Von Otsuchi aus liefen jeweils die Schweinswaljäger aus, mit ihren Harpunen-Jagdbooten, um die kleinen Schweinswale - in ihrer Grösse, Intelligenz und Geschwindigkeit vergleichbar mit Delfinen - zu jagen. Rund 15'000 dieser intelligenten Meeressäuger (früher noch bedeutend mehr) wurden hier und vor der japanischen Nordostküste insgesamt, erlegt. Es war das grösste Massaker an Cetaceen (Waltieren) weltweit. Allerdings schwer kontrollierbar, weil die Tiere hier auf offenem Meer erlegt wurden, im Gegensatz beispielsweise zur Bucht von Taiji, wo die Meeressäuger in die Todesbucht getrieben werden.

Möglicherweise wird es damit nun für immer vorbei sein. Dies ist zumindest die Einschätzung von Clare Perry, die als Mitarbeiterin der Environmental Investigation Agency (EIA) seit Jahren die Schweinswaljagd von Otsuchi und dem benachbarten, nun ebenfalls schwer zerstörten Kamaiishi beobachtet hat. Der Tsunami hat viele Jagdboote unbrauchbar gemacht, wie die erste Aufnahme von Kyoko Tanaka zeigt (s. unten). Unter den Tsunami-Opfern sind vermutlich auch Schweinswaljäger.

Ohnehin wird Otsuchi nicht wieder unten an der Küste aufgebaut. Zudem wird hier auch die Fischerei nicht so schnell wieder in Gang kommen, selbst wenn die Infastruktur wieder aufgebaut wird. Denn niemand will mehr Fisch essen aus dem radioaktiv verseuchten Meer vor der japanischen Ostküste.

Um mehr Bilder anzuschauen - klicke hier

Möge den Opfern die Hilfe zuteil werden, die sie gebrauchen.
Und mögen nie wieder Boote zur Schweinswaljagd aus Otsuchi auslaufen.

Delfinjagd in Taiji ist noch einmal eröffnet!

06. Mai 2011 von Hans Peter Roth

Grindwale

In Taiji sind für den Monat Mai 200 Grindwale zum Abschlachten freigegeben worden. Die zuständigen Behörden begründen die unerwartete Verlängerung der Jagdsaison unter anderem mit der Tsunami-Katastrophe.

In deren Folge sind die beiden Walfangschiffe von Taiji bis Ende Jahr in den Norden verlegt worden, wo der Tsunami die dortige Küstenwalfangflotte lahmgelegt hat. Weil damit vor Taiji kein Küstenfang von Bartenwalen (Minkewalen) möglich ist, haben sich willfährige Beamte wohl entschlossen, die lokalen Wal- und Delfinjäger für diesen "Ausfall" zu entschädigen.

Zusätzlich haben sich die Behörden zur Behauptung verstiegen, Aktivisten hätten die Delfinjäger während der "normalen" Jagdsaison massiv bei der Arbeit behindert. Tatsache ist, dass die Delfinjäger in der vergangenen - jetzt verlängerten - Saison keinen einzigen Grindwal gefangen haben, bei einer Saison-Quote von 200 Tieren. Dieses "Defizit" dürfen sie jetzt noch "aufbessern".

Lies hierzu auf Englisch den "Reuters"-Artikel unter "Medien" oder klicke hier

Höhere Wesen

23. Apr 2011 von Hans Peter Roth

Buckelwal

Die Fähigkeit der Buckelwale zur Orientierung ist derart präzise, dass sie modernen Navigationstechnologien gleichkommt. Die Forscher vermuten, dass die Tiere neben dem Erdmagnetfeld zur Navigation sogar den Stand von Sonne, Mond und Sternen miteinbeziehen.

Mehr dazu erfahren: Klicke hier

(Bild: Fluke eines abtauchenden Buckelwals vor Grönland - eigene Aufnahme)

Robbenjagd - Schockierende Beobachtungen

20. Apr 2011 von Hans Peter Roth

Robbenjagd

Ich erwartete Schlimmes, als ich mich mit Vera Weber von der Fondation Franz Weber (www.ffw.ch) auf den Weg machte, um die Robbenjagd in Kanada zu dokumentieren. Ich machte mich gefasst, aus dem Hubschrauber Robbenjäger zu beobachten, welche von ihren Booten auf die Eisschollen springen, um mit ihren "Hakapiks" Robben zu Tode zu knüppeln, blutiges Eis, Kadaver, etc.

Das bekam ich auch zu sehen. Immerhin: wenn die Jäger den Kopf richtig treffen, dann sind die Robbenbabys auch schnell tot. Den Stress haben die armen, hilflosen Tiere, für die es kein Entrinnen gibt, vorher. Und sie leiden unter dem fehlenden Treibeis. Aber ich bekam weit mehr als nur das zu sehen: Wenig Eis, aber viel Wind und hohe Wellen. Alles in Bewegung. Das Wasser, die Schollen, die Boote und dieTiere.

Doch dies hielt die Robbenjäger nicht davon ab, auf grosse Distanz auf die Jungrobben zu schiessen. Das Resultat unvermeidlich. Fast keine Babys durch die Kugeln sofort tot. Umsomehr trugen sie grauenhafte Verletzungen davon und erlitten sichtlich furchtbare Qualen. Bis dann die Jäger "endlich" kamen - und sie mit dem Hakapik oder Fangschuss erlösten? Meistens Nein.

Zu bequem, um aufs Eis zu springen, spiesste die Mehrzahl der Robbenjäger ihre noch lebenden Opfer mit Haken an langen Stangen auf und riss sie an Bord. Ich bin sprachlos. Die Jäger wussten, dass wir sie aus dem Hubschrauber beobachteten. Was für eine Schamlosigkeit. Wo blieb das kanadische Monitoring? Wo die Humanität? Des ungeachtet dürfen Robbenprodukte weitrhin in die Schweiz eingeführt werden - Ständerat sei Dank...

Einsatz für die Robben in Kanada

09. Apr 2011 von Hans Peter Roth

FFW

Ab heute bin ich während einer Woche unterwegs in Kanada um die Robbenjagd zu dokumentieren. Ich reise mit Vera Weber, der Tochter von Franz Weber, Fondation Franz Weber (FFW) zuerst nach Prince Edward Island und danach nach Neufundland.

Beachte auch den Anhang (Mitteilung an ausgewählte Medien)

Nach dem Tsunami - Aktivisten haben überlebt

15. Mär 2011 von Hans Peter Roth

Otsuchi

Sechs Aktivisten im zerstörten nordjapanischen Schweinswal-Jagd-Dorf Otsuchi konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Im Hafen von Taiji hat der Tsunami Delfingehege zerschmettert. Dabei sollen 24 Delfine getöet worden sein.

Nach dem Erdbeben und Tsunami in Nordjapan blieben Brian Barnes von Save Japan Dolphins, sowie Scott West, SSCS und vier weitere Leute aus Nordamerika zunächst vermisst. Sie hielten sich in Otsuchi auf, einem Fischerdorf vergleichbar mit Taiji. Otsuchi gilt als "Hot Spot" für die Jagd auf Schweinswale in der Präfektur Iwate, wo bis zu 15'000 Schweinswale getötet werden.

Nach dem verheerenden Tsunami ist Otsuchi praktisch von der Landkarte verschwunden. Für die sechs Aktivisten, die Otsuchi wegen der Schweinswaljagd besuchen wollten, war das Schlimmste zu befürchten. Doch heute gelang es Brian Barnes und Scott West, Kontakt mit der Aussenwelt aufzunehmen. Nach dem Erdbeben konnten sie dem Tsunami entkommen, indem sie sich auf höher gelegenes Gelände retteten.

Für ausführlichere Infos: Klicke hier

Oscar für DIE BUCHT – ein Jahr danach

07. Mär 2011 von Hans Peter Roth

Was ist seither geschehen? Vor genau einem Jahr, am 7. März 2010, gewann DIE BUCHT in Hollywood den Oscar als bester Dokumentarfilm. Schon zuvor räumte der Film welcher schonungslos und auf hoch spannende Weise die Delfinjagd in Japan enthüllt, so ziemlich alle Preise ab, die im Dokfilm-Genre an Festivals zu holen sind.

In Japan aber stieß der Streifen auf wenig Gegenliebe. Die japanische Presse übte massive Kritik am Film selbst und an der Tatsache, dass er den Oscar gewonnen hat. Der Filmverleih, der „The Cove“ in die japanischen Kinos brachte, wurde von Ultranationalisten ebenso heftig angegriffen wie Kinos, die den Film zeigen wollten und in der Folge teilweise absetzten.

Doch der Schuss der Nationalisten ging nach hinten los. Statt dass es um den Film still wurde und dieser buchstäblich von der Bildfläche verschwand, entfesselte der ebenso buchstäbliche Lärm, welcher die Ultras in den Strassen von Tokio veranstalteten, eine Debatte über Presse- und Meinungsfreiheit in Japan. Und um diese ist es nicht gut bestellt.

So sehen auch immer mehr japanische Bürger den Filz zwischen Großkonzernen, bestochenen Regierungsmitgliedern und hörigen Verlegern, die den Chefredaktoren diktieren, was ihre Medien zu bringen haben und wie. Sie wollen sich eine eigene Meinung bilden. Deshalb forderten nicht wenige, wenigstens den Film „Die Bucht“ sehen zu können, um wirklich ein Urteil abzugeben. 

So wurden am Ende die Nationalisten ziemlich still, statt mit ihrem Lärm noch mehr auf den Film aufmerksam zu machen. Schließlich lief „The Cove“ in gewissen japanischen Kinos recht gut. Das ist eine Errungenschaft des filmischen Meisterstücks, welches seit zwei Wochen in Japan auf DVD erhältlich ist und intensiv beworben wird. Zudem ist eine synchronisierte unzensierte Version auch online abrufbar. 

Ohne Zweifel ist es mit ein Verdienst des Films, dass die Nachfrage nach Delfinfleisch sehr deutlich zurückgegangen ist. Gut informierte Quellen sprechen von etwa 30 Prozent geringerer Nachfrage gegenüber dem Vorjahr. Dies hat vor allem damit zu tun, dass die meisten Leute nun um die Quecksilber-Belastung des Fleisches wissen. Dazu kommt, dass jüngere Generationen kaum Delfinfleisch konsumieren wollen.

So ist es nicht verwunderlich und darf gleichzeitig vorsichtig optimistisch stimmen, dass in der vergangenen Treibjagd-Saison nur mehr etwa 900 Delfine getötet wurden im Vergleich zur vorangegangenen Saison, als es noch an die 1700 waren.

Kurz zusammengefasst lässt sich sagen: Ja, der Film, der Oscar, die Publizität, das Buch, der Druck von außen haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Nun bleibt aber die Frage, wie es weitergehen soll. Braucht es jetzt weiterhin und noch mehr Druck von außen? Oder kann dies auch zu einer Trotzreaktion und Verhärtung führen, sodass sich die Delfinjäger sagen werden, "jetzt erst recht weiter Delfine jagen"? Sicher ist: jetzt wegzuschauen und die Hände in den Schoss zu legen, wäre fatal. Andererseits bringen weitere große Aktionen mit versteckten Kameras wohl nicht mehr viel. Mit der zu Ende gegangenen Jagdsaison ist so zeimlich alles gefilmt und dokumentiert worden, was die Öffentlichkeit sehen sollte. Und lautstarke Konfrontationen haben in der Vergangenheit wenig gebracht. Es ist Zeit, vorauszuschauen, in eine Zukunft ohne Delfinjagd in Japan. Und mit allen sinnvollen Mitteln darauf hinzuwirken.

Delfinjagd: Vieles hat sich geändert

02. Mär 2011 von Hans Peter Roth

  
Kurz nach Beendigung der Delfinjagd in Taiji mehr als einen Monat vor dem offiziellen Ende der Jagdsaison lassen sich erste Schlüsse und Vergleiche zu den Vorjahren zu. Der markanteste Unterschied zur vergangenen Saison ist der massive Rückgang der insgesamt getöteten Tiere von rund 1700 auf ungefähr 900.

Demgegenüber sind deutlich mehr Delfine – vor allem Tümmler, aber auch andere Arten – lebend gefangen und in Gehege im Hafen, beim Walmuseum und zu den Anlagen der „Dolphin Base“ in Taiji verbracht worden. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort, dass Taiji immer mehr lebende Delfine handelt. Genauere Angaben dazu folgen noch. 

Laut Angaben von Michael Dalton („Eyes on Taiji“), der bis am 28. Februar in Taiji war, hat die Fischereikooperative von Taiji offenbar einen professionellen Medienbeauftragten angestellt, der gut Englisch spricht. Er soll gesagt haben, dass der Umsatz mit lebenden Tieren dieses Jahr erstmals den Erlös aus dem Verkauf von getöteten Delfinen übertroffen haben soll. Eine sehr zweifelhafte Angabe. Es ist davon auszugehen, dass der Erlös aus dem Lebendhandel längst größer ist als durch das Fleisch.

Aber auch die Aussage des Pressebeauftragten ist ein weiterer Hinweis auf den Trend hin zu weniger Tötungen und noch mehr Lebendfängen. Darauf deutet auch hin, dass im September 2010, zu Beginn der Jagdsaison nur sehr wenige Tiere getötet wurden und nach der Auslese von lebenden Tieren in den meisten Fällen die restlichen Delfine wieder freigelassen wurden. Dies kam auch in späteren Monaten noch einige Male vor. Auffällig ist weiter, dass in der vergangenen Saison nur ganz wenige oder gar keine Grindwale getötet wurden. 

Nur noch selten kam zudem die „Schlachtbarke“ zum Einsatz, auf welcher die getöteten Delfine jeweils gleich außerhalb der Bucht von Taiji ausgeweidet wurden. Gegen Ende der Saison hin wurde die Barke gar nicht mehr vor die Bucht geschleppt und die Tiere stets direkt ins neue Schlachthaus im Hafen von Taiji transportiert. Außerdem blieben nur noch in ganz wenigen Ausnahmefällen lebende Delfine über Nacht in der Bucht. Meist schritten die Händler und Jäger gleich zur Auslese bzw. Tötung oder Freilassung und spätestens am frühen Nachmittag war der ganze grauenvolle Spuk jeweils vorüber. 

Weiter haben die Delfinjäger von Taiji die Sicherheitsmassnahmen in der Todesbucht nochmals verstärkt. Eine zusätzliche Reihe von Abdeckplanen ist aufgezogen worden und neu gibt es auch einen schwarzen „Vorhang“, der die Sicht nach vorne abdeckt, sowie eine blaue Plane, welche den Blick von allfällig versteckten Kameras im hinteren Teil der Todesbucht versperrt. Mittlerweile sind zwei Überwachungskameras installiert, beide mit „Nachtsicht-tauglichen“ Infrarot-LEDs. Zudem ist die Todesbucht in der Nacht mit einer Art „Straßenlaterne“ beleuchtet. 

Dies eine (unvollständige) Liste von Änderungen.

Zu beachten auch mein Videokommentar von Mitte Februar. Dieser ist aufgrund der aktuellen Ereignisse und durch das Ende der Treibjagd-Saison nicht mehr ganz auf dem aktuellsten Stand. 

Hans Peter Roth

The Cove – DVD in alle Haushaltungen von Taiji

01. Mär 2011 von Hans Peter Roth

Taiji zählt rund 3500 Einwohner. Das sind rund 1400 Haushaltungen. Dank einem Überraschungscoup haben diese übers Wochenende sehenswerte Post erhalten. Mit Hilfe einer lokalen japanischen Gruppierung für den Schutz der Ozeane sind DVDs einer japanisch synchronisierten Version von „Die Bucht“ – "The Cove" kostenlos in allen Briefkästen des Fischerdorfs gelandet.

Louie Psihoyos, Regisseur des Dokumentarfilms über die Delfinjagd in Taiji, welcher vor einem Jahr den Oscar gewann, bedankt sich bei seinen Helfern vor Ort: „Ohne die Unterstützung unserer Freunde in Japan wäre diese Aktion nicht möglich gewesen“, sagt der Filmemacher und Gründer der Organisation Oceanic Preservation Society OPS. „Nun können endlich alle Menschen in Taiji in der Privatsphäre ihrer eigenen vier Wände den Film sehen, der enthüllt, was die Delfinjäger in ihrem Dorf zu verheimlichen versuchen.“

Die Aktion hat in Japan und weltweit Aufsehen erregt. Die japanische Presse reagierte leider erwartungsgemäß mehrheitlich negativ. Sie stellte vor allem die Frage nach den japanischen Urhebern der Versandaktion, statt die Lügen der japanischen Behörden oder den Skandal des Verkaufs von Quecksilber-verseuchtem Delfinfleisch zu diskutieren. In den USA, Europa und auch in der Schweiz wurde mehrheitlich positiv über den Versand berichtet. Seit dieser Woche ist eine japanisch untertitelte Version der Cove-DVD im japanischen Handel.

Der Cove-DVD-Verkauf in Japan ist begleitet von einer überraschend starken Werbekampagne des Vertreibers „Medallion“ So sind Clips im Fernsehen und in U-Bahn-Monitoren zu sehen, wie auch Anzeigen in Printmedien. Im vergangenen Sommer war die Filmvorführung in Kinos massiv behindert worden durch nationalistische Scharfmacher, die mit Lärmlastwagen und Megafonen vor dem Hauptsitz von Medallion auffuhren und sowohl involvierte wie auch unbeteiligte Menschen belästigten und bedrohten.

Eine frei herunterladbare, synchronisierte Version ist unter diesem Link verfügbar: http://thecovemovie.com/freejapanesedownload .
Bitte an alle japanischen Freunde weiterleiten!

Siehe auch Newsbeitrag: www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/12875618
Weitere Beiträge: siehe unter Medien

Hans Peter Roth

Die Delfinjagd ist vorüber

27. Feb 2011 von Hans Peter Roth

Drei Tage vor dem Ende der praktischen Delfin-Treibjagd in Taiji am 28. Februar ist klar geworden, dass die Delfinjäger die nächsten sechs Monate nicht mehr zur Jagd fahren. Im Hafen haben sie die Planen abgebaut, welche zu verstecken halfen, wenn tote Delfine fürs Schlachthaus angelandet wurden. Und auf ihren Jagdbooten haben sie die Lärmstangen entfernt.

Die Jagdboote werden damit zu Fischerbooten, womit die Delfinjäger schon gleich beweisen, dass es durchaus eine Alternative gibt zur Treibjagd und die üben sie für die nächsten sechs Monate aus. Nächster Schritt ist der Abbau der grünen, blauen und grauen Abdeckplanen in der Todesbucht, mit welcher die Peiniger sämtliches Tötungs-Geschehen vor den Blicken ungebetener versteckter Beobachter abzuschirmen versuchen.

Nach einer vorläufigen persönlichen Zusammenzählung des Materials eigener Beobachtungen sowie von anderen Beobachtern sind in der nun zu Ende gegangenen Jagdsaison seit September 2010 rund 900 Delfine in der Todesbucht abgeschlachtet worden. Das ist ein massiver Rückgang im Vergleich zur vorangegangenen Jagdsaison, wo noch ungefähr 1700 Tiere getötet worden sein sollen.

Erstmals hatte es in den vergangenen sechs Monaten durchgehend Beobachter/innen von verschiedenen Organisationen und auch aus Japan vor Ort. Dies erlaubt zum ersten Mal, eine annähernde Zahl von getöteten Delfinen abzuschätzen und zu vergleichen mit den offiziellen Angaben, die dereinst publiziert werden. Die Zahl gefangener Delfine muss noch ermittelt werden. Sie ist im Vergleich zur vorangegangenen Jagdsaison deutlich gestiegen.

Auch offiziell ist nun das Ende der Jagdsaison bekannt gegeben und in einigen japanischen Zeitungen publiziert worden. Der Rückgang der Tötungszahlen ist ein hoffnungsvolles Zeichen. Doch über die Ursachen kann nur spekuliert werden. Gehen die Delfinbestände zurück? Beginnen die Delfine auf ihren Wanderungen dieses Gebiet zu meiden? Fangen die Jäger absichtlich weniger Tiere zur Tötung, weil die Nachfrage nach Wal- und Delfinfleisch erwiesenermaßen deutlich zurück geht? Vermutlich liegt eine Kombination dieser Faktoren auf der Hand. Tatsache ist, dass die Jäger mehrmals auch Delfine frei ließen, statt sie abzuschlachten.

Mehr rückblickende Informationen folgen noch.

Hans Peter Roth

Bildlegende:
Friedliche Morgenstimmung ohne Treibjagd in Taiji

Das Ende naht

25. Feb 2011 von Hans Peter Roth

Delfinjagd

Für einmal ist es eine gute Nachricht, dass das Ende naht… Zumindest was die Delfinjagd anbelangt! Offiziell dauert die Delfinjagd vom 1. September bis zum 31. März. Doch praktisch wird die Jagd erfahrungsgemäß jeweils Ende Februar eingestellt. So hoffentlich auch dieses Jahr! Leider hat es heute noch gar nicht danach ausgesehen. Sehr früh haben die Delfinjäger, die um 06.30 Uhr ausliefen, eine Schule Streifendelfine geortet, in die Bucht getrieben und abgeschlachtet.

Wieder hat sich die Todesbucht mit einer aufgewühlten, schmutzigen blutgemischten Brühe gefüllt. Wieder sprangen die armen Streifendelfine zuvor in Panik auf die scharfen Felsen und schürften sich blutig. Offenbar ist das einfach Alltag für die Delfinjäger. Einziges Ärgernis dabei sind die ungebetenen Beobachter, welche dann blutige Bilder um die Welt schicken. Ungefähr 30 Delfine sind heute den Jägern zum Opfer gefallen. Die Abgestumpftheit und Teilnahmslosigkeit, mit welcher diese Menschen ihr blutiges Handwerk verrichten, ist schwer zu begreifen.

Noch drei Tage, dann müsste die Delfintreibjagd für diese Saison vorüber sein. Bereits vorbei ist für mich die Beobachtungsreise nach Japan. Sie war intensiv, spannend, erschütternd und vor allem sehr lehrreich. Bei allen, die mir diese Reise ermöglicht haben und für Euer Interesse möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken und wünsche alles Gute.

Florian Koch

Bildlegende:

Wieder Streifendelfine in der Todesbucht bei Taiji. In Panik werfen sie sich auf die Felsen. Dann treiben die Delfinjäger sie endgültig zusammen. Schließlich quillt Blut unter der Abdeckung hervor, mit welcher die Delfinjäger ihr Tun, auf das sie angeblich so stolz sind, zu verstecken versuchen.

Die Jäger haben noch nicht genug

21. Feb 2011 von Hans Peter Roth

Delfinjagd

Nach etlichen Tagen „relativer“ Ruhe hat die brutale, blutige Realität diesen scheinbar so schönen Ort im Süden Japans wieder eingeholt. Rund 60 Delfine haben in den letzten zwei Tagen in der Todesbucht ihre Lebensessenz, ihr Blut vergossen. Das Grauen der atemlosen Hetze, die Panik in der Bucht und die Brutalität machen einfach sprachlos. Und in dieser Sprachlosigkeit erübrigt es sich, Beschreibungen von früher zu wiederholen. Leider sind diese barbarischen Massaker hier noch immer an der Tagesordnung, „business as usual“, wie Ric O’Barry einmal mehr bitter feststellen müsste.

Die Kaltblütigkeit und Sturheit dieses kleinen Haufens von unberechenbaren Delfinjägern, welche mit ihren Lügen und ihrem ruchlosen Tun den Ruf eines Dorfes, einer Region, einer Präfektur, ja einer ganzen Nation vor der Weltöffentlichkeit ruinieren, ist schon erstaunlich. Und dass sich ein so zivilisiertes Land wie Japan solches Tun und eine solch korrupte Politik gefallen lässt, erstaunt noch mehr. Was braucht es eigentlich noch? Die totale Ausrottung aller Delfine rund um Japan? Tja – dann wäre es auch vorbei mit der Delfinjagd. Und die Jäger könnten dann auch ihrer tollen „Kultur“ nachtrauern.

Die Hetzer ruhen auch am Wochenende nicht. Am Samstag trieben sie rund 30 Streifendelfine in die Todesbucht. Wie üblich bei diesen Hochsee-Delfinen brach in der Enge der Bucht Panik aus. Die Tiere warfen sich auf die spitzen Felsen und scheuerten sich sofort blutig. Eine volle Stunde dauerte dieses Leiden, bevor die friedfertigen, wehrlosen Delfine einer um den anderen mit der üblichen bestialischen Methode hingemetzelt wurden. Dabei floss erstaunlich viel Blut in die Bucht. Sie färbte sich fast so rot wie in früheren Jahren.

Nicht weniger schlimm war es am Sonntag. Diesmal mussten rund 30 Fleckendelfine dran glauben. Auch diese Tiere leben hauptsächlich in den Weiten des offenen Meeres und kommen mit Enge überhaupt nicht klar. Es wurde früher Nachmittag, bis die Delfinjäger ihr blutiges Handwerk vollbracht hatten. Wie ich erfahren habe, treffen sich die Killer im Anschluss an ihre Blutorgien jeweils im unmittelbar neben der Todesbucht gelegenen Hakuge-Hotel, welches der Gemeinde Taiji gehört. Dort erholen sie sich mit einem heißen gemeinsamen Bad und einem Schwatz von der Arbeit, als hätten sie Kartoffeln gerüstet oder den Verkehr geregelt…

Heute sind die Hämmer-Boote dann im Hafen geblieben. Zu unruhig das Meer. Recht hohe Wellen, mit Schaumkronen. Das Wetter ist nicht mehr so ruhig wie im Januar. Auch am 16. Februar fand übrigens eine Treibjagd statt. Die Jäger hetzten Weißseitendelfine. Eine sehr große Schule! Michael Dalton von der Gruppe „Eyes on Taiji“ und ich verzweifelten fast. Das mussten weit über 100 Tiere sein! Das Meer schäumte buchstäblich. Doch dann entkamen – wie so oft bei dieser Delfinart – fast alle!

Trotzdem endeten am Schluss zehn Delfine im Fangnetz außerhalb des Hafens und wurden lebendig hereingeholt. Bis zuletzt gelang es immer wieder einem oder zwei Tieren, auszubrechen. Doch die Delfinjäger trieben sie gnadenlos immer wieder zurück in die Falle. Wenn man dieses Schauspiel eine Zeit lang anschaut, wird man richtig sauer. Die armen Tiere sind völlig erschöpft. Für sie ist es ein aufreibender Marathon, atemloses Fliehen um ihr Leben, bis an den Rand des Erschöpfungs- oder Stresstodes. Für ihre menschlichen Hetzer hingegen ist es nur einhändiges Schalten am Gashebel und Herumdrehen am Steuerrad, während ihre lärmenden, hoch motorisierten Vehikel schwarzen Dreck in die Atmosphäre spucken. Schöne neue Welt; schöne „Kultur“…

Florian Koch

Bildlegenden:

- Blutrote Todesbucht nach dem Massaker an 30 Streifendelfinen am 19. Februar (Foto von Nicole Mc Lachlan)

- Weißseitendelfine, gefangen in Gittergehegen der Dolphin Base in Taiji, am 16. Februar (Foto von Michael Dalton)

Zehn entkommen

15. Feb 2011 von Hans Peter Roth

Erleichtert stelle ich auf meiner Kontrollfahrt kurz vor Sieben fest, dass die Jagdboote im Hafen geparkt sind. Dies trotz bestem Wetter und damit besten Jagdbedingungen. Ich habe nichts dagegen und mache mich auf den Weg nach Nachi, der wunderschönen Tempelanlage neben einem der höchsten Wasserfälle Japans. Auch dieser Kulturschatz gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und dürfte durchaus nebst einheimischen Touristen noch einige Gäste mehr aus dem Ausland anziehen. Wenn bloß – Ihr wisst schon…

Gut zwei Stunden später erreicht mich Michaels Anruf auf dem Handy: Die Delfinjäger sind um halb Neun doch noch ausgelaufen! Sofort mache ich mich mit dem Mietwagen auf die Rückfahrt ins nur rund 15 Kilometer entfernte Taiji. Tatsächlich, die Jäger kämpfen außerhalb des Hafens mit einer Schule Delfine! Wieder einmal haben sie einige hundert Meter draußen hufeisenförmig eine Netzfalle ausgelegt. Ein eindeutiges Zeichen, dass mal wieder Weißstreifendelfine dran sind.

Diese sind äußerst schwer zu fangen. Auch heute! Weißstreifendelfine gehören zu den schnellsten und wendigsten. Etwa zehn Tiere entkommen zu meiner diebischen Freude. Da helfen alle aufheulenden Bootsmotoren und übler Russ aus den Schornsteinen nichts. Leider enden aber doch vier unglückliche Delfine im Hufeisennetz, das nun zum Kreis und immer kleiner zusammengezogen wird, bis die Jäger ihre Beute auf Boote ziehen.

Die vier Tiere kommen eines um das andere in die Delfingehege im Hafen. Bitter. Aber immerhin mussten den sechsten Tag in Folge keine Delfine in Taiji sterben. Und die Jagdzeit dauert jetzt gerade noch zwei Wochen. A propos Sterben: Offenbar behaupten die Delfinjäger und ihre zynischen Verbündeten, die Delfintrainer gegenüber Delfinarien, sie würden keine Weißseitendelfine töten. Ich muss noch die Quelle dieser Behauptung sichern. Aber es riecht ehr nach einer weiteren Lüge der Delfin-Mafia, die so stolz ist auf die Lügen-Kultur der Delfinjagd. Gesichert ist, dass diese Jagdsaison schon Tötungen von Weißseitendelfinen in Taiji beobachtet worden sind. Und getötete Weißseitendelfine tauchen auch in den Jagdstatistiken auf. Mehr dazu später.

Florian Koch

Zu den Bildern:

- Delfinjäger fangen einige hundert Meter außerhalb des Hafens von Taiji Delfine in einem hufeisenförmigen Netz ein.

- Deutlich zu sehen: ein Weißstreifendelfin in einem Boot der Jäger. Dieser wird nebst drei weiteren zu den Gehegen im schmutzigen Hafenwasser gebracht.

Schlechtes Wetter ist gutes Wetter

14. Feb 2011 von Hans Peter Roth

Fast immer sei während seines Aufenthalts gutes, ruhiges, trockenes Wetter gewesen, dafür umso mehr die Hölle los in Sachen Delfinjagd. Das hat mir Hans Peter vor seiner Abreise erzählt. Seit ich da bin, scheint es fast umgekehrt zu sein: Dauernder Wetterwechsel. Zeitweise Regen, in den nahe gelegenen Kii-Bergen auch Schnee. Heute hat’s gegossen wie aus Kübeln. Dazu Wind und Wellen. Unmöglich für die Delfinjäger, rauszugehen.

Wir genießen hier also richtig schönes, gutes Wetter! Schon den 5. Tag in Folge mussten keine Delfine sterben in der berüchtigten Hatajiri-Bucht bei Taiji. Das ermöglicht andere Aktivitäten. Zum Beispiel ein Aikido-Training in Shingu. Zu Hause in der Schweiz praktiziere ich diese faszinierende japanische Kampfkunst. Und hier, in der Präfektur Wakayama, liegt die Wiege des Aikido!
Zudem liegen in unmittelbarster Nähe fantastische Kulturgüter, Schreine, Tempel, Klöster. Perfekt erhalten und mit starker Ausstrahlung. Sie haben das Siegel „Unesco Weltkulturerbe“ verdient – und tragen es auch! Michael Dalton, mit welchem ich mich ein Stück weit hier „zusammengetan“ habe, und ich nutzen den Tag, um einige der heiligen Orte zu besuchen.

Zuerst aber gehen wir zu einer Schutzstation für Meeresschildkröten, nur sechs Kilometer östlich von Shingu. Zwar sind die Haltungsbedingungen für die Unechten Karettschildkröten, die hier zur Aufklärung der Besucher, zur Aufzucht oder zum Aufpäppeln gehalten werden, verbesserungswürdig. Aber es ist ein wichtiges einheimisches Projekt zum Schutz dieser zunehmend gefährdeten Tiere. Seit 1988 werden die Schildkröten von Einheimischen gezählt, wenn sie den langen, mächtigen Kiesstrand zwischen Shingu und der Einmündung des Kumano-Flusses zur Eiablage aufsuchen.

Der Bestand ist in den letzten 20 Jahren stark zurückgegangen. Nun ist der gesamte Küstenabschnitt – es ist der längste Kiesstrand Japans – zum Schildkröten-Schutzgebiet erklärt worden. Einheimische, auch Kinder, helfen jeweils den frisch geschlüpften Schildkröten in diesem äußerst wichtigen Brutgebiet sicher bis zum Meer zu gelangen, bevor die noch sehr schutzlosen Tierchen von Möwen gefressen werden. Es ist wichtig und tut gut, zu sehen, dass es hier, so nahe zu Taiji, solche wichtige lokale Schutzprojekte für die Tierwelt gibt.

Die Schreine, Tempel und Klöster sind eine Welt für sich. Wir suchen unter anderem die alte Burg von Shingu auf, von der nur noch das Grundgemäuer steht. Dieses allein ist aber schon so eindrücklich gebaut und die Lage der Burg derart schön, dass man nur staunen kann… Je länger ich mich hier aufhalte, desto mehr realisiere ich, wie viele spannende schöne Orte unweit von Taiji darauf warten, von uns entdeckt zu werden. Ich jedenfalls würde sofort wieder hierher kommen als Tourist – wenn nur die grausame Delfinjagd in Taiji nicht mehr wäre…

Florian Koch
 
Bildlegenden (alle Bilder von Michael Dalton): 
- Impressionen aus dem Sea Turtle Park in Kiho bei Shingu.
- Japans längster Kiesstrand. Wichtiger Brutplatz für die Unechte Karettschildkröte.
- Alte Gemäuer der Burg von Shingu
- Tempelanlage unweit von Shingu

Schichtwechsel

12. Feb 2011 von Hans Peter Roth

Nach fünf Wochen Aufenthalt geht meine Reise in Japan zu Ende. Es war meine bisher schwierigste und erschütterndste Reise in Sachen Delfinschutz. Aber auch die intensivste, spannendste, sinn- und hoffnungsvollste!
An dieser Stelle möchte ich noch einmal ganz herzlich all jenen Menschen und Organisationen danken, die durch ihre Unterstützung verschiedenster Art und Größe dieses neuerliche Unternehmen möglich gemacht haben.

Ein ganz besonderer Dank geht an OceanCare (www.oceancare.org). Ohne Euch wäre ich buchstäblich nicht da, wo ich jetzt bin! Merci für Euren unermüdlichen Einsatz! Ein grosser Dank auch an die WDCS (www.wdcs-de.org) und an Pro Wildlife (www.prowildlife.de).

Der Abschluss meiner Japan-Reise bedeutet aber nicht, dass nun niemand mehr für uns vor Ort weiter aufmerksam das Geschehen im Auge behält! Vor einer Woche ist mein guter Freund aus der Schweiz, Florian Koch, hier eingetroffen. Während der Überschneidungszeit konnte ich ihn hier einführen und ihm alles Nötige zeigen und erklären. So ist er mittlerweile selber gut orientiert und vernetzt.
Florian interessiert sich seit mehreren Jahren für das Thema Meeressäuger und deren Schutz. Er hat bereits zweimal an einer Walforschungswoche mit OceanCare auf dem Mittelmeer teilgenommen und auch Richard O’Barry schon persönlich getroffen. Nach Japan ist er aus freien Stücken mit privaten Mitteln gereist, ohne die Unterstützung von Organisationen. Bis am 22. Februar, also bis sechs Tage vor Ende der praktischen Treibjagd-Saison in Taiji, wird er über das aktuelle Geschehen vor Ort berichten.

Herzlichen Dank für Deinen Einsatz, Florian!

Hans Peter Roth

Bild: Florian Koch (Bildautor: Hans Peter Roth)

Wieder Tümmler

09. Feb 2011 von Hans Peter Roth

„Vor sieben Uhr sind sie raus gefahren“. Dies erklärt uns der freundliche Mann von der Küstenwache, welcher uns schon an der Marina von Katsuura beobachtet, um dem draußen wiederum auf uns wartenden Boot der Küstenwache zu melden, wann wir auslaufen. Er spricht von den Delfinjägern. Die ganze Nacht hat es geregnet – das erste Mal, seit ich hier angekommen bin vor mehr als vier Wochen… Pünktlich zum Auslaufen kommt die Sonne hervor. Heute aber ist unsere Stimmung nicht annähernd so heiter wie gestern.

Die See ist erstaunlich rau. Aber trotzdem jagen sie. Wir sehen die Jagdboote aufgereiht in Formation. Offenbar sind sie fündig geworden. Jetzt können wir nur noch hoffen, dass die Delfinschule entkommt. Das Küstenwach-Boot steuert direkt auf uns zu. Das ist ungewöhnlich. Und bald geben zwei Männer am Bug des bewaffneten, sehr schnellen und wendigen grauen Schiffs eindeutige Zeichen. „Anhalten!“ ruft Michael Yoshiko zu, welche am Steuer sitzt. „Stopp!“ Wir drehen bei, die Küstenwache kommt heran. Ein Mann holt das Megafon hervor.

„Hohe Wellen, Wind“, dröhnt uns die Megafonstimme entgegen. „Bitte vorsichtig fahren und nicht zu weit hinaus.“ Um uns das zu sagen, haben die uns angehalten? „Wohl eher um zu testen, ob wir ihren Anweisungen folgen“, antwortet Michael. Da schallt noch einmal das Megafon: „Und bitte den Delfinfischern fernbleiben!“ Verstanden. Wir nehmen wieder Fahrt auf. Michael hält sich an die Anweisungen. Wir bleiben auf Distanz. Das buchstäbliche Treiben der Jäger vom Meer aus zu beobachten ist gespenstisch.

Es sieht schlecht aus für die Tiere. Wegen der rauen See und der Distanz können wir sie nicht sehen. Aber schon ist die Formation der Jagdboote an der Enge zwischen dem kleinen Leuchtturm auf dem Felsen und den Stellnetzen der Fischer vorbei. Ein Entkommen wird unwahrscheinlicher. Alles geht nun schnell. Wir beschließen, so rasch als möglich die Marina anzulaufen um zu sehen, was an der Todesbucht geschehen wird. Florian, Kyoko und ich fahren schon los, während Michael und Yoshiko noch das Boot festmachen.

Wir kommen zu spät, um noch viel beobachten zu können. Und zuerst wird Florian noch von der Polizei angehalten, um sich auszuweisen. Vom öffentlichen Beobachtungspunkt direkt über der Todesbucht werden wir noch Zeugen, wie ein Boot seine tote Fracht unter grünen Planen versteckt aus der Bucht schleppt, in Richtung Hafen zum Schlachthaus. „20, vielleicht 25 Tümmler haben sie getötet“, erklärt uns Nicole traurig. Sie hat hier für Sea Shepherd beobachtet. „Lebend ausgewählt wurden keine.“ Tümmler also wieder. Die klassischen Flipper-Delfine. Deutlich hörbar quäkt gerade jetzt die Mädchenstimme der Ansagerin vom Walmuseum und Delphinarium herüber. Die kindliche Stimme spricht von der Delfinshow, die gerade beginnt. Von der Show mit den Tümmlern.

Hans Peter Roth

Bildlegenden:
- Das Boot wird klargemacht
- Martialische Begleitung: Bewaffnetes Schiff der japanischen Küstenwache.
-
Ein Boot der Delfinjäger schleppt seine tote Fracht unter grünen Planen versteckt aus der Bucht in Richtung Hafen.
- Ein Boot der Delfinjäger schleppt seine tote Fracht unter grünen Planen versteckt aus der Bucht in Richtung Hafen
, gekreuzt von einem anderen Boot, welches die restlichen Peiniger aus der Bucht holt.

Delfinjagd-Beobachtung

08. Feb 2011 von Hans Peter Roth

Plötzlich im „eigenen“ Boot aus dem Yachthafen von Katsuura, dem Nachbarort von Taiji, auslaufen zu können, ist schon ein besonderes Gefühl. „Willkommen!“ Michael Dalton lächelt freundlich-verschmitzt und winkt uns an Bord. Zusammen mit Yoshiko Wada, einer jungen Japanerin, die seit Dezember 2010 bei den Bemühungen hilft, die Delfinjagd in Japan zu beenden, fährt er das Boot Richtung offenes Meer.

Ein stattliches Boot der Küstenwache wartet schon auf uns. Klar, dass es Aufsehen erregt und die Behörden beunruhigt, wenn Leute aus dem „Westen“ plötzlich im eigenen Boot vor Taiji herumkurven! Die Geschichte ist auch pikant. Das Boot gehört Ady Gil, einem tierliebenden Millionär aus Los Angeles. Er hat der Oganisation Sea Shepherd 2009 rund eine Million Dollar gegeben für das schwarze Schnellboot, welches im letzten Winter mit modernster Technologie den japanischen Walfängern im Südpolarmeer das Leben schwer machte.

Doch das futuristische Schnellboot, „Ady Gil“ genannt, wurde vor einem Jahr von einem japanischen Walfangschiff gerammt und sank. Eine ziemlich eigenartige Geschichte. So wie es für mich – und viele andere – aussieht, war es ein Pilotenfehler auf dem Schnellboot… Jedenfalls ist es Ady Gil schließlich zu bunt geworden und er investiert nun Geld in ein eigenes Projekt vor Taiji. So hat er es mir selber geschildert, als ich ihn im Januar hier vor Ort traf. Zum eigenen Projekt gehört die kleine Yacht, mit welcher nun Michael, Yoshiko, Kyoko, mein guter Schweizer Freund Florian und ich für einige Stunden außerhalb von Taiji kreuzen werden.

Die Stimmung ist blendend wie der strahlende, ruhige Morgen. Eine solche Ausfahrt hätte ich nun wirklich nicht für möglich gehalten. Doch da sind wir und sehen auf einmal alles von der Meeresperspektive. Der Hafen, das Delphinarium, die Bucht… Und wieder wird uns bewusst, welch unbeschreiblich schöne Gegend uns umgibt. Viel perfekter kann es für Touristen wohl nicht sein… Dann entdecken wir die Jagdboote, während wir weiter in einem gewissen Abstand von der Küstenwach-Patrouille „begleitet“ werden. Die heitere Stimmung weicht aufmerksamer Anspannung. Erstmals beobachten wir die Delfinjäger vom Meer aus.

Die Jagdboote nähern sich dem Leuchtturm auf einem Felsen rund zwei Kilometer außerhalb von Taiji. Ist es eine Treibjagd? Alles sieht ziemlich unorganisiert aus. Die Boote bewegen sich klar in Richtung Hafen – doch das kann eindeutig keine Treibjagd sein. Die Jäger kehren ohne Beute zurück! Den sechsten Tag in Folge ist die Todesbucht leer geblieben. Erleichtert kehren auch wir zurück in Richtung Land, vor uns einen ruhigen Tag ohne neuen Seelenschmerz.

Hans Peter Roth

Bildlegenden:
- Das Boot wird klargemacht
- Michael und Kyoko besprechen die Fahrtroute
- Blick auf die nautische Karte, die das Meeresgebiet ausserhalb von Taiji zeigt. Hafen, Lagune des Delfinariums und dazwischen die Bucht, sind auf der grau gefärbten Halbinsel rechts der Mitte zu finden.
- Gute Stimmung an Bord: Kyoko, Hans Peter und Michael (v.l.)

Aufruhr nach schockierenden neuen Bildern aus der Todesbucht

07. Feb 2011 von Hans Peter Roth

Die Nahaufnahmen sind unglaublich, sowohl in dem, was sie zeigen, als auch in ihrer Qualität. Ein Video zeigt aus allernächster Nähe, wie Streifendelfine auf bestialische Weise getötet werden. Ein Delfinjäger rammt einem Delfin einen scharfen Metallstab in den Rücken und stochert dann richtiggehend im Delfinleib herum. Nachdem er den Stab herausgezogen hat, steckt er einen Zapfen ins Wundloch, damit kein Blut ausfließt, das die Todesbucht rot färben könnte.

Diese „neue“ Tötungsmethode wird vom japanischen Fischereiministerium als „human“ bezeichnet. Die Jäger würden so das Rückgrat der Delfine durchtrennen; die Tiere seien binnen weniger Sekunden tot, heißt es. Eine weitere zynische Lüge. Das nah gefilmte Tier lebt weiter, offensichtlich mehrere Minuten lang, reißt sich sogar noch vom Seil los. Diese barbarische Tortur tötet fast nie sofort, wie andere Aufnahmen zeigen. Diverse, zu unterschiedlichen Zeitpunkten an die Öffentlichkeit gelangte Filmsequenzen, welche die Quälerei aus einer anderen Perspektive zeigen, stammen offensichtlich aus unterschiedlichen Quellen und sind allesamt auf den Januar 2011 zu datieren.

Als Eigentümerin der schockierenden Nahaufnahmen zeichnet die deutsche Organisation Atlantic Blue. Wie sie zu dem Videomaterial gekommen ist, wird indes offen gelassen. Dies lässt Spielraum für Gerüchte. Gegengeschnittene Aufnahmen aus einer anderen Perspektive im selben Video zeigen, dass am mutmaßlichen Tag der Nahaufnahmen auch die schwarzen Vorhänge, welche die Delfinjäger normalerweise ziehen, um ihr Massaker zu verdecken, teilweise offen blieben. Ein eigenartiger „Zufall“…

Mittlerweile ist das Video sogar von der Boulevardzeitung „The Sun“, Englands größter Tageszeitung, publiziert worden. Hier der Link (Achtung, sehr schwer verdaulich!): www.thesun.co.uk/sol/homepage/news/3394803/Dolphin-bloodbath-exposed.html.
Infolge der Veröffentlichung dieser Aufnahmen haben lokale Wächter, Polizei und Küstenwache die Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen rund um die Bucht noch einmal verstärkt.

Mehr zu diesem weiteren verstörenden „Meilenstein“ in einem weiteren Update.

Hans Peter Roth


Kalt-Start

02. Feb 2011 von Hans Peter Roth

Der Monat ist noch nicht zwei Tage alt und bereits mussten wieder über 20 Rundkopfdelfine in der Todesbucht ihr Leben aushauchen. Ich gewöhne mich nie an den Anblick, wenn die Jagdboote draußen auf dem Meer sich formieren und dann aufgereiht Delfine vor sich hertreiben; wenn schwarzer Rauch aus den Schornsteinen aufsteigt durch die raschen Wendemanöver, um den Meeressäugern den Weg abzuschneiden. Und an die harten trockenen Klopfgeräusche, die auch über Wasser noch äußerst penetrant tönen, wenn die Peiniger auf ihre Lärmstangen hämmern, um die Delfine in Panik zu versetzen und ihre Kommunikation zu unterbinden. Gestern waren es acht Tiere, heute etwa 15. Das darf einfach nicht wahr sein! Aber es ist die bittere Wahrheit.

Daneben hat sich in Taiji noch ein anderes Drama abgespielt. In der Dolphin Base in Taiji, einer Delfinhändler-Anlage, rund einen Kilometer von der berüchtigten Bucht entfernt, wurden drei Weißstreifendelfine aus einem Gittergehege entnommen. Beladen mit den drei Tieren in engen Holzkästen nahm ein Sattelschlepper seine Fahrt auf. Nach mehreren Stunden Fahrt geriet der Lastwagen nordwestlich von Osaka in starkes Schneetreiben, kam von der glatten Fahrbahn ab und blieb an einer Leitplanke stecken. Erst nach geschätzten acht Stunden ging die Fahrt endlich weiter. Die ganze Zeit über mussten die drei Delfine in der kalten Finsternis ihres engen Gefängnis’ ausharren.
 
Rund 30 Stunden soll die Lastwagenfahrt schließlich gedauert haben, meinen Mitglieder von „Sea Shepherd“, die dem Lastwagen mit einem Mietauto gefolgt sind. Die tierquälerische Reise endete in der Präfektur Oita (Insel Kyushu), im Tsukumi Dolphin Island, einem neuen Aquarium und Delphinarium in der Stadt Tsukumi. Diese Anlage soll erst im April dieses Jahres überhaupt eröffnet werden. Dass damit schon wieder eine neue Delfin-Anlage in Japan ihre Türen öffnet, zeigt leider, dass die Zahl der Delfinarien in Japan noch immer steigt – und somit die Nachfrage nach lebenden Delfinen… Gefangen unter grauenhaften Umständen in Taiji.

Hans Peter Roth

Zu den Bildern (Bildautor: Hans Peter Roth):

- Treibjagd in vollem Gang
- Delfinjäger haben eine Schule von Rundkopf-Delfinen in die Bucht gehetzt und sie bereits weiter in die Todesbucht hineingetrieben. Auf dem Schild, welches in der Bucht dümpelt, steht, die zwischen diesen Netzen gefangenen Delfine seien Eigentum der Fischereikooperative von Taiji. Unbefugtes Hineinschwimmen in diesen Bereich werde gerichtlich verfolgt.
 
Siehe auch: www.diebucht.info

Ein Monat des Grauens – und der Hoffnung

31. Jan 2011 von Hans Peter Roth

taiji

Der Januar 2011 hat in Taiji fast so ruhig geendet, wie er begann. In den letzten drei Tagen mussten in Taiji keine Delfine sterben. Heute blieben die Jagdboote im Hafen. Gestern aber wurde gejagt. Und einmal mehr waren die Opfer Pazifische Weißseiten-Delfine. Wiederum legten die Jäger hufeisenförmig ein Netz aus, einige hundert Meter außerhalb des Hafens. Zwei Delfine endeten schließlich in dieser Falle und müssen nun den Rest ihres Lebens in Gefangenschaft verbringen.
 
Zeit für einen kurzen Rückblick auf diesen vergangenen Monat. Ungefähr 185 Delfine mussten im Januar ihr Leben lassen. Gemäß unseren eigenen Beobachtungen und Zählungen handelt es sich bei den geschlachteten Tieren um 25 Tümmler(!), 120 Streifen-, 38 Rundkopf-, und 2 Weißseiten-Delfine. 20 Tiere wanderten in Gefangenschaft, hauptsächlich Tümmler und Weißseiten-Delfine, aber auch einige Rundkopf-Delfine. Diese Zahlen sind nicht ganz genau, da von unseren Beobachtungsstandorten eine genaue Zählung nicht immer möglich ist, vor allem wenn das Einfangen und Töten chaotisch verläuft, wie bei den Streifendelfinen beobachtet.
 
Damit sind wir beim Grauen. Was ich in diesem Monat als Augenzeuge an Brutalität, Grausamkeit und Leid mit ansehen musste, hat meine schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Jede Behauptung, die neue Tötungsmethode durch Durchtrennen des Rückgrats sei „human“ und töte das Tier binnen wenigen Sekunden, ist eine blanke, zynische Lüge. Es liegt genügend aktuelles Beweismaterial aus diesem Monat vor, das eindringlich das namenlose Leid und das unvorstellbar qualvolle, langsame Sterben der mit dieser neuen, barbarischen Tötungsmethode umgebrachten Delfine zeigt. Ich werde darauf in einem separaten Blog noch zurückkommen!
 
Unbeschreiblich schlimm vor allem auch, was die Tiere schon vorher durchmachen müssen. Die Treibjagd und der damit verbunden von den Peinigern mutwillig verursachte Gehör-betäubende Unterwasserlärm, um die Delfine in Panik zu versetzen. Die Angst. Die totale Verausgabung durch die Hetze, bis hin zum Erschöpfungstod. Das Erwarten der Tötung, angebunden an der Fluke, während eines um das andere Mitglied des sozialen Verbandes hingemetzelt wird.
 
Dazu die Tiere wie jene Streifendelfine, welche in der nackten Panik auf den messerscharfen Felsen stranden, sich wund schürfen bis zum Verbluten. Einmal mussten wir mit ansehen, wie einige gestrandete Streifendelfine sich bis zu einer Stunde halbtrocken, blutend der gleißenden Sonne ausgesetzt vor Schmerz wanden, bis sie von den Jägern zum Abschlachten von den Steinen gezerrt wurden. Ich muss mich an dieser Stelle vielleicht für meine drastische Sprache entschuldigen. Aber leider war es so, wie beschrieben und selbst diese Worte können dem beobachteten Leid nie gerecht werden.
 
Der Januar 2011 auch ein Monat der Hoffnung? Ja. Ich konnte hier mehrere Leute aus Japan kennen lernen, die sich nun aktiv für den Schutz der japanischen Delfine einsetzen. Aufrechte, mutige Frauen und Männer mit verschiedenstem Hintergrund, die auf verschiedenste Weise am gemeinsamen Ziel mittragen. Eine wachsende Bewegung innerhalb Japans! Das ist Match-entscheidend... Zudem bleibt die Zahl der in dieser Jagsaison bisher abgeschlachteten Tiere weiterhin relativ gering. Insgesamt sind es bislang rund 660 bis 690 Delfine. Letzte Jagdsaison wurden etwa 1700 Tiere in Taiji getötet. Sehr wahrscheinlich wird diese Zahl heuer also nicht annähernd erreicht.
 
Hoffnung besteht auch auf Einsicht, dass es doch nicht sein kann, dass eine ganze Nation – unberechtigterweise – in einem beträchtlichen Teil der Weltöffentlichkeit als rückständig betrachtet wird. Und dies nur, weil eine kleine Gruppe von rückwärtsgewandten Leuten in einem abgelegenen Dorf mit dem Segen von korrupten Funktionären und subventioniert mit den Steuergeldern einer fast bankrotten Regierung* ihrem barbarischen Treiben nachgeht.

Hans Peter Roth

* Am 27. Januar stufte die Ratingagentur Standard & Poors die Kreditwürdigkeit von Japan wegen weiter steigender Staatsschulden herab.

Zu den Bildern (Bildautorin: Camilla Sandbakk, Norwegen):
 
Bilder des Grauens. Sie zeigen einerseits einen Delfinjäger, der einen schwerverletzten, stark blutenden Streifendelfin, welcher zwischen scharfkantigen Felsen verkeilt liegt, mit den Schuhen loszutreten versucht. Schliesslich muss er das Tier doch mit blossen Händen von den Felsen zerren. Auf einem Bild sind ganz oben noch Streifendelfine zu sehen, welche sich in einem  Netz verheddert haben.
Zum anderen ist ein weiterer, massiv blutender Delfin zu sehen, der zwischen Steinen gestrandet ist und sich dermassen wundgeschürft hat, dass sich das Wasser um ihn rot verfärbt.

Um ein rückblickendes Video vom Januar anzuschauen (Achtung: schwer verdaulich) bitte hier klicken.
(In Zusammenarbeit und mit freundlicher Genehmigung von Leah Lemieux, www.SaveJapanDolphins.com)

Keine Gnade für die Tümmler

25. Jan 2011 von Hans Peter Roth

Tümmler

Schon früh haben die Delfinjäger heute eine Schule von Tümmlern ausgemacht, gar nicht weit ausserhalb von Taiji. Bereits um 08.00 hetzen sie die völlig gestressten Meeressäuger direkt in die Todesbucht. Angstvoll drängen sich die sozialen Tiere zusammen und umkreisen schützend die Jüngsten. Ihre Peiniger kennen erwiesenermassen keine Gnade, auch nicht gegenüber Babys und ihren Müttern, oder trächtigen Delfinweibchen.
 
Bald kehren die Boote der Jäger zurück. Mit dabei Delfintrainer/innen vom Taiji Whale Museum, ausgerüstet mit den üblichen Bahren für Lebendtransporte. Sie verschwinden unter den über die Todesbucht ausgespannten grünen Abdeckplanen. Zu meinem Ausguck, ganz legal auf dem Hügel direkt über der Todesbucht, dringen aus dem schroffen Abgrund wüste Männerschreie herauf. Es scheint, als sind unter den Planen zwei Boote kollidiert. Ich schäme mich nicht um meine Schadenfreude. Auch Frauenrufe höre ich. Von all den Leuten da unten mag ich die Delfintrainerinnen am allerwenigsten. Wie können diese jungen Frauen – darunter auch künftige Mütter – diese Scheusslichkeiten nur dulden, mit ansehen und sogar noch den Schlächtern bei ihrem grausigen Handwerk helfen?!
 
Nachdem es Leah Lemieux von Save Japan Dolphins aus einem versteckten Aussichtspunkt hinaus gelungen ist, spektakuläre, herzzerreissende Aufnahmen zu machen direkt unter die Planen, haben die Delfinpeiniger die Sichtschutzmassnahmen nochmals verstärkt. Diese Leute verfolgen aufmerksam, was wir publizieren. Und Leahs Material, auf verschiedenen Webseiten veröffentlicht, kann ihnen nicht gefallen haben. Heute wird in einer vierten Reihe erstmals noch eine zusätzliche metallfarbene Abdeckplache zugezogen.
 
Das Boot mit den Delfintrainer/innen verlässt die Todesbucht schon bald wieder. Die Transportbahren bleiben leer. Das Morden nimmt einmal mehr seinen Lauf, diesmal an zehn friedfertigen, den Menschen freundlich gesinnten Tümmlern. Ich rufe Boyd Harnell an, einen Journalisten der Japan Times. Er reagiert verwundert und empört: „Ich meinte, der Weltzooverband habe erreicht, dass keine Tümmler mehr getötet werden?“ Ein bitterer Irrtum. Der Weltzooverband WAZA („World Association of Zoos and Aquaria“, mit Sitz in der Schweiz) hat gar nichts erreicht. Weiterhin werden nebst verschiedenen anderen Delfinarten auch Tümmler auf bestialische Weise abgeschlachtet.
 
Das Taiji Whale Museum, indirektes Mitglied der WAZA, ist mit seinem lukrativen Lebendhandel entscheidend verantwortlich für den grössten Delfin-Massenmord auf dem Planeten. Auf flagrantere, zynischere Weise kann man den „Code of Ethics“, den ethischen Kodex der WAZA für humanen Umgang mit Tieren nicht mehr mit den Füssen treten. Der Verband lässt es zu; schaut weg, statt konsequenterweise den gesamten japanischen Zooverband, dessen Mitglied das Walmuseum von Taiji ist, auszuschließen. Tolle Politik. Blutgeld ist offensichtlich wichtiger als hehre ethische Richtlinien. Theorie und Praxis…

Hans Peter Roth
 
Bilder (von Hans Peter Roth):
 
a) Einmal mehr endet die Delfinjagd an der Todesbucht. Die Jagdboote ziehen sich zurück und die Delfinpeiniger riegeln die Bucht mit Netzen ab. Die Tümmler (links, klein) sind endgültig in der Falle.
 
b) Verzweifelt schwimmen die sozialen Tiere im Kreis, um ihre Jüngsten zu beschützen.
 
c) Das Ende. Die abgeschlachteten Tümmler werden heimlich unter grünen Planen versteckt von einem Boot zum Schlachthaus im Hafen geschleppt. Sieht so eine „stolze Tradition“ aus?

Der davon kommt

23. Jan 2011 von Hans Peter Roth

Rissos'

„Ich werde mich nie daran gewöhnen.“ Yokos* Blick geht in die Ferne. Ihre feinen Gesichtszüge zeigen wenig Regung; aber in den Augen der Japanerin ist die Traurigkeit unübersehbar. Ich nicke und schlucke leer. Aus der Tiefe unter unserem Beobachtungshügel ist das Schlagen von Delfinfluken zu vernehmen. Wüste Männerrufe übertönen die grausigen Geräusche im Wasser. Wir wissen, was hier einmal mehr passiert. Die Brutalität, die wir hier mit ansehen mussten und die wir in den letzten Tagen und Wochen dokumentieren konnten, hat meine schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen.

Heute sind wieder einmal Rundkopfdelfine an der Reihe. Ein Dutzend haben die Jäger nach einer sehr langen Treibjagd in die Bucht getrieben. Immer wieder entkamen die Tiere. Und ausserhalb des Hafens von Taiji teilte sich die Delfinschule von rund 20 Tieren plötzlich auf. Etwa acht Delfine lassen sich einfach nicht einfangen. Die restlichen werden in ihr Verderben getrieben. Yoko steht noch immer still da, ohnmächtig Anteil nehmend. Ich kämpfe selber mit den Emotionen.

Trauer und Hoffnung. Trauer um die sterbenden, friedfertigen, sanften Rundkopfdelfine. Hoffnung angesichts der Tatsache, dass Yoko eine neue aufkeimende Bewegung von japanischen Menschen innerhalb von Japan verkörpert. Menschen, die bereit sind, verdeckt zu arbeiten oder sogar offen aufzutreten gegen die anachronistische Barbarei der Delfinjagd. Sie wird ein Ende haben.

Rundkopfdelfine sind zu schwer, als dass sie in Boote gezerrt werden könnten. Ein Jagdboot schleppt die getöteten Tiere aussenbords an Leinen festgemacht und mit grünen Planen abgedeckt durchs Wasser in den Hafen von Taiji. Auch hier haben sich die Schlächter mittlerweile gegen ungebetene Foto- und Filmaufnahmen gewappnet. Der treppenartige Schacht, über welchen die toten Delfine auf die Mole und ins Schlachthaus gehievt werden, ist mit einer kastenförmigen Konstruktion völlig abgedeckt. Dahinter führt eine Art „Gangway“ aus blauen Planen direkt ins Schlachthaus hinein. So viel zum „Stolz“, mit welchem hier die „Kultur“, die „Tradition“ und das „Erbe“ der Delfinjagd betrieben werden…

Dann fällt mir fast die Kamera aus der Hand. Im Hafenbecken schwimmt ein überlebender Rundkopfdelfin! Er muss der Gruppe angehören, welche sich nicht einfangen liess und mittlerweile das Weite gesucht hat. Offenbar hat sich das Tier versehentlich in den Hafen verirrt und ist nun allein zurückgeblieben. Immer wieder taucht sein Rücken mit der für Rundkopfdelfine unverkennbaren Zeichnung und Finne auf. Er kreist bei den gegenüber im Hafen gelegenen Delfingehegen und macht keinerlei Anstalten, über die Hafenausfahrt in den offenen Pazifik zu verschwinden.

Bestürzt bleiben wir da und wollen sehen, was geschehen wird. An verschiedenen öffentlich zugänglichen Stellen am Hafen beziehen wir Position. Es dauert nicht sehr lange, bis die Boote der Delfinjäger mit ihren Netzen kommen. Sie haben ein leichtes Spiel, den verwirrten, verängstigten Delfin mit einem Netz einzukreisen. Weil das soziale Tier Rufe von Artgenossen hört, weicht es nicht von den Delfingehegen. Der Netzring zieht sich immer enger und schliesslich zerren die Jäger den Rundkopfdelfin aus dem Wasser. Sie legen ihn in eine Art Bahre für Lebend-Transporte. Wohin werden sie ihn nun bringen? In die Gehege? Zum Delphinarium? Ins Schlachthaus? Wir warten angstvoll.

Das Boot mit der „Bahre“ auf der von uns abgewandten Seite fährt an uns vorbei – aus dem Hafen hinaus. Der Kurs bleibt Bug voraus. Also nicht links in Richtung Walmuseum, sondern hinaus aufs offene Meer. Wir fahren zu unserem Aussichtspunkt hinaus. Etwa eine Seemeile draussen entlassen die Jäger das Tier schliesslich lebendig ins Meer und kehren zurück. Wenigstens ein Delfin hat heute sein Leben zurück, gemeinsam mit jenen, die schon vorher entkamen. Hätten wir nicht als Zeugen im Hafen gestanden, wäre der Delfin abgeschlachtet worden. Davon bin ich überzeugt. Hoffentlich findet er bald zu Artgenossen. Und warnt sie: Die Gewässer vor Taiji sind lebensgefährlich. Fast an jedem Tag.

* Name geändert

Die Bilder zeigen den im Hafen von Taiji schwimmenden wilden Rundkopfdelfin während und nach dem Einfangen durch die Delfinjäger.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von:
- Fritz Wong (Hong Kong) - Delfinrücken
- Leah Lemieux (Kanada) - Delfin in "Bahre"

Schneesturm

17. Jan 2011 von Hans Peter Roth

Am Morgens brechen wir auf in Richtung Futo, wo wir Izumi Ishii treffen wollen. Der ehemalige Delfinjäger bietet heute Delfin- und Walbeobachtung an, statt die bedrohten, anmutigen Tiere abzuschlachten. Sein Mut, sich gegen die Delfinjäger aus dem eigenen Dorf zu stellen und eine sinnvolle Alternative zur Jagd zu finden, hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Ishii verdient sich mit den rund 2000 Gästen, die er jährlich aufs Meer hinausfährt, ein gutes Zubrot und in Futo hat seit 6 Jahren keine Delfinjagd mehr stattgefunden.

Doch schön der Reihe nach: frühmorgens sind wir wie immer draussen, um zu prüfen, ob die Jagdboote draussen sind oder nicht. Heute ist ein guter Tag für die Delfine. Die Boote bleiben im Hafen und bald schon fahren wir los Richtung Osten. Vor Nagoya endet unsere Fahr im Riesenstau. Bald wissen wir warum. Der Verkehr in der und um die japanische Grossstadt ist infolge eines Schneesturms völlig zusammengebrochen. Bis über 30 cm Schnee sind gefallen. Äusserst ungewöhnlich! Selbst in Taiji sind heute früh Schneeflocken gefallen.

Wohl oder übel müssen wir umkehren. Nach 9 Stunden Autofahrt endet unsere „Reise der Hoffnung“ bereits wieder im Hotel in Katsuura. Ärgern nützt nichts. Und wir fragen uns, ob es nicht einen ganz besonderen Grund hat und kein Zufall ist, dass wir wieder in Taiji sind…

Namis Ende

16. Jan 2011 von Hans Peter Roth

Nami

Nami verlor bereits Ende Dezember 2010 den Appetit. Am 14 Januar ist das einsame Orcaweibchen im Port of Nagoya Public Aquarium schliesslich krank und entkräftet gestorben, nachdem es rund 300 Kilo an Gewicht verlor. Als vorläufige Todesursache gelten – wie so oft – Magengeschwüre. Erst am 19. Juni 2010 war Nami vom Whale Museum in Taiji nach Nagoya verlegt worden.

Damit lebt in Japan kein Schwertwal mehr, der in japanischen Gewässern gefangen wurde. Nami war 1985 in Taiji gefangen worden, dem für seine blutigen Delfin-Abschlachtungen berüchtigten Fischerdorf an der Südspitze von Japans Hauptinsel Honshu. Das Tier ist schätzungsweise 28-29 Jahre alt geworden. Nach ihrem Fang lebte Nami 25 Jahre lang im Walmuseum von Taiji.

Im Dezember hatte das Aquarium von Nagoya angekündigt, das Orcamännchen Bingo und Orcaweibchen Stella von Kamogawa SeaWorld, Japan, nach Nagoya zu transportieren. Ziel war vor allem, Nami mit Bingo zu paaren. Orcas sind schwimmende Goldminen für den Lebendhandel unter Delfinarien. Taiji hatte Nami für über 5 Millionen Dollar nach Nagoya verkauft.

Namis Umzug ist zum Desaster geworden. Des Geldes wegen haben die skrupellosen Delfin-Dealer dem Orca diesen stressvollen Umzug über hunderte von Kilometern nach Nagoya zugemutet. Dies obschon bekannt ist, dass der Fang und auch der Umzug solcher Tiere die Lebenserwartung auf einen Bruchteil reduziert. In der Folge gibt es nun weder in Taiji noch in Nagoya Schwertwale in Gefangenschaft.

Entsprechend sind in Japan bereits Gerüchte und Rufe nach neuen Lebendfängen von Orcas laut geworden. Denn «kaputte Ware» ruft nach Ersatz, wenn man  zynischer Marktlogik folgt. So hatte Kazutaka Sangen, Bürgermeister von Taiji, bereits 2009 angekündigt, weitere Schwertwale fangen zu wollen. Für den «einheimischen Markt», aber auch zum Verkauf nach China, «im Dienste der Forschung und verbesserter Beziehungen», wie Sangen es ausdrückte.

Laut bisher unbestätigten Angaben bemüht sich die Gemeindeverwaltung von Taiji derzeit intensiv, eine Fanglizenz für Orcas zu erhalten. Auch in japanischen Gewässern dürfen nicht alle Meeressäuger bejagt werden. Unter Schutz stehen unter anderem die Orcas. Es ist aber davon auszugehen, dass Taiji eine Ausnahmegenehmigung wird erwirken können.

Für diesen Fall hoffen die Delfinjäger, schon im Sommer eine Schule von Orcas in die berüchtigte Bucht von Taiji hetzen zu können. Denn bereits am 1. September 2011 beginnt die neue Delfinjagd-Saison. Dann werden wieder die Aktivisten gegen die Delfinjagd und damit verbunden die Medien in Taiji auftauchen. Bis dahin hätte man eine Schwertwal-Hetzjagd gerne ohne grosses Aufhebens erledigt.

Marineschiff wegen fünf Leuten

15. Jan 2011 von Hans Peter Roth

Endlich! Nach vier schrecklichen Tagen der Jagd blieben die Hämmer-Boote der Delfinjäger heute im Hafen. Ob es mit dem heutigen Feiertag, oder doch eher mit der angekündigten Veranstaltung zu tun hat, muss offen bleiben...

Nebst dem Horror der Delfinjagd ist Taiji erfahrungsgemäss auch immer für bizarre Geschehnisse bekannt. So auch heute wieder. Um 9 Uhr sollte eine über Facebook angekündigte friedliche Protestveranstaltung in der Bucht stattfinden.

Polizei und Küstenwache haben auf den Anlass mit einem beispiellosen Aufgebot reagiert. Die anwesenden Aktivisten lassen sich an einer Hand abzählen. Bemate aber stehen mehrere Dutzend herum und auch die Zahl der Presseleute übertrifft jene der gegen die Delfinjagd Prostestierenden.

Nach einem kurzen Marsch von der Bucht zum Walmuseum und dann noch einige Schritte ins Dorf hinein ist der Spuk bald beendet. Erleichtert zieht die Polizei ab. Und bald kann auch das imposante Schiff der Küstenwache, welches ebenfalls wegen des Anlass im Hafen von Taiji stationiert wurde, unverrichteter Dinge wieder auslaufen.

Um das Geschehen der letzten Tage als kurz zusammengefasstes Video anzuschauen (Achtung, schwer verdaulich!), bitte hier klicken (in Zusammenarbeit und mit freundlicher Genehmigung von Leah Lemieux, www.SaveJapanDolphins.com)

6 Rundkopfdelfine

14. Jan 2011 von Hans Peter Roth

Heute sind in der Bucht von Taiji 6 Rundkopfdelfine abgeschlachtet worden. Darunter ein noch sehr kleines Tier. Die Schlächter verschonen weder Mütter, noch trächtige, noch Jungtiere. Vom Hügel direkt über der Todesbucht sind die gefangenen Delfine recht gut zu zählen. Drei Rundkopfdelfine sind lebend in Gefangenschaft gegangen - ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung...

Um das Geschehen als Video anzuschauen bitte hier klicken (in Zusammenarbeit und mit freundlicher Genehmigung von Leah Lemieux, www.SaveJapanDolphins.com)

Nichts ist schlimm genug …

13. Jan 2011 von Hans Peter Roth

… als dass es nicht noch schlimmer werden könnte. Diese bittere Weisheit des spirituellen Meisters Franz Bardon erweist sich leider heute als nur allzu wahr. Zum dritten Tag in Folge hetzen die Delfinjäger mit gnadenloser Effizienz Streifendelfine in die Todesbucht. Die kanadische Delfinexpertin Leah Lemieux wundert sich, ob sich die Jäger jedes Mal von derselben grossen Delfinschule „bedienen“ und einfach Teile davon abspalten und jagen.

Zum 3. Mal werden wir Zeuge, wie diese Hochsee-Tiere in Panik geraten. Diesmal prescht plötzlich eine Gruppe von fünf Tieren nach links weg und gerät sofort in Untiefen zwischen kantigem Geröll und schroffen Felsen. Zuerst setzen die Jäger ihnen nach. Bald sehen sie aber, dass die Tiere hoffnungslos feststecken. So treiben sie zuerst die anderen Delfine, gut 20 Tiere, in die Todesbucht und bereiten die Tötung vor.

Diese „Arbeit“ dauert fast eine Stunde. Unterdessen verkeilen sich die fünf gestrandeten Delfine, die teilweise an der prallen Sonne liegen immer mehr zwischen den Felsen. Die Untiefen beginnen sich rot zu verfärben vom Blut, das aus unzähligen Schürf- und Schnittwunden der sehr schmerzempfindlichen, geschundenen Haut von fünf Delfinen ins Wasser rinnt. Namenloses Leid. So viel Blut ist im Wasser, dass ich mich wundere, warum einige der Tiere nicht längst verblutet sind.

Nach unendlich langer Zeit kommen die Delfinjäger und zerren die halbtoten, sich vor Schmerz windenden Delfine von den messerscharfen Felsen herunter und schleifen sie an Seilen zur Todesbucht hinüber. Schreckliches Ende nach schrecklichem Leid. Wir sitzen an unserem Beobachtungspunkt. Fassungslos. Verstehen die Welt nicht. Später berichtet uns Tim, sie hätten von oben, direkt über der Todesbucht, beobachtet, wie die Jäger vermutlich ein Tier zurückgelassen hätten. Dieses sei vermutlich tot in ein Wasserloch abgesunken.

Dieter und ich beschließen, zur Stelle, wo die geschundenen Delfine hatten leiden müssen, vorzudringen, um nachzusehen. Dazu müssen wir die abgesperrte Todesbucht durchqueren, um noch bei Tageslicht zum Ort des Schreckens zu gelangen. Unter den wachsamen Augen unserer Freunde stoßen wir so rasch als möglich vor. Am Ort angelangt, schnürt sich mir der Hals zu, in Erwartung, einen verendeten Delfin finden zu müssen.

Doch die Schlächter haben kein Tier zurückgelassen. Jetzt ist Ebbe und der tiefere Gezeitenstand entblößt nur nacktes Gestein. Mir ist fast schwindlig. Kurz verliere ich das Gleichgewicht und suche mit einer raschen Bewegung Halt am Felsen. Die Hand schmerzt. Das grobkörnige Gestein ist unglaublich rau und scharf. Würde ich hier fallen, könnte dies ernsthafte Verletzungen zur Folge haben. Die Delfine aber haben sich hier „nackt“ eine Stunde lang auf diesem messerscharfen Geröll gewunden.

Um das ganze Geschehen als Video anzuschauen bitte hier klicken (in Zusammenarbeit und mit freundlicher Genehmigung von Leah Lemieux, www.SaveJapanDolphins.com)

Tod durch Ertrinken

12. Jan 2011 von Hans Peter Roth

Wieder treiben die Jäger Streifendelfine in die Todesbucht. Und wieder müssen wir ohnmächtig mit ansehen, wie sie rund ein Dutzend der anmutigen Tiere, die wohl noch nie zuvor Menschen begegnet sind, abschlachten. Jeder Tag bringt neue grausame Überraschungen mit sich. Heute unternehmen einige Delfine einen letzten hilflosen Ausbruchsversuch, als die Schlächter unter den Abdeckplanen schon mit ihrem blutigen Handwerk beginnen.

Doch sie verfangen sich schon im innersten Absperrnetz hoffnungslos. Denn in ihrem natürlichen Lebensraum ist ihnen so etwas wie Netze nicht bekannt. Sie verstehen nicht, was geschieht und verheddern sich immer mehr. Mit der Kraft der Verzweiflung versuchen sie, an die Oberfläche zu kommen um mit ihrem Blasloch Luft zu holen. Die Fischer kümmert das wenig. Die Kraft der verwickelten Delfine lässt rasch nach. Und bis die Delfinjäger sie aus den Netzen holen, sind einige wohl ertrunken. Von unserem Versteck aus ist es nicht genau zu beobachten.

So oder so wartet ein grausamer Tod auf sie. Denn die ausgewickelten Tiere werden sofort unter die Abdeckplanen gezerrt. Es macht wenig Sinn, immer von neuem die Grausamkeiten zu beschreiben, die wir ohnmächtig mit ansehen müssen. Wenig später transportieren die Jäger ihre Beute unter einer grünen Plane zugedeckt in den Hafen von Taiji hinüber, wo sie die leblosen Delfinkörper – ebenfalls verborgen – an Seilen ins Schlachthaus hochziehen. Sieht so „Tradition“ und „Kultur“ aus? Ein Handwerk, das mit „Stolz“ betrieben wird?

Um das ganze Geschehen als Video anzuschauen bitte hier klicken (in Zusammenarbeit und mit freundlicher Genehmigung von Leah Lemieux, www.SaveJapanDolphins.com)

Die grosse Panik

11. Jan 2011 von Hans Peter Roth

(Siehe auch Video dazu, hier)

Nach einem ruhigen Tag ist es heute mit dem Frieden wieder vorbei. Kurz nach zehn Uhr haben die Peiniger rund 25 Streifendelfine in die Bucht von Taiji gehetzt und direkt in der Todesbucht mit mehreren Netzen abgeriegelt. Was geschehen wird, ist damit schon klar. Wir sind versteckt über den Felsen am Tsunami-Hügel, beobachten, fotografieren und filmen alles. Die Jäger verschwinden erst mal mit ihren Booten in Richtung Hafen, bevor sie wieder kommen… Was wir zwischenzeitlich zu sehen bekommen, ist kaum zu ertragen.

Streifendelfine sind ausgesprochene Hochsee-Delfine. Von Natur aus sind ihnen Hindernisse im Wasser völlig unbekannt. Entsprechend ist für sie das Eingesperrt-Sein zwischen schroffen Felsen und Netzen ein absolut fremder Horror. Nackte Panik bricht aus. Die verstörten Tiere werfen sich gegen die kantigen Felsen, springen an ihnen hoch und verletzen sich teilweise schwer. Mehrere Tiere bluten stark und haben schlimme Schürf- und Schnittwunden.

Ein Delfin hat sich unterhalb der Mauer beim Gehweg an einem Felsen so schlimm eingekeilt, dass er nicht mehr loskommt. Hilflos windet sich das gestrandete Tier. Das Wasser färbt sich rot. 25 Minuten dauert dieser Horror. Dann kommen die Peiniger zurück um dem Schrecken ohne Ende ein schreckliches Ende zu bereiten. Die Abdeckplanen werden gezogen, da wo die Delfine bald sterben müssen. Rundherum wird die Sicht versperrt. Die Tiere werden darunter gejagt und teilweise an Seilen um den Schwanz hineingezerrt, auch der verletzte Delfin.

Dann verraten nur noch furchtbare Geräusche, was nun unter den Planen geschieht – und das Blut das im Wasser darunter hervorquillt… Zwei Jungtiere werden noch lebendig mit einem Boot abtransportiert. Und zwei weitere Delfine suchen das Weite! Sie entkommen über die Netze! Einen sehen wir nicht wieder. Er war offensichtlich verletzt, so wie er sich bewegte. Ob er entkommen oder kurz darauf gestorben ist, wissen wir nicht. Der andere ist so schwer verletzt und verstört, dass er nicht mehr richtig schwimmen kann. Er drängt sich ausserhalb der Absperrnetze gegen die Felsen, ehe die gnadenlosen, wüst rufenden Peiniger ihn über die Netze hinweg wieder unter die Abdeckplanen in den sicheren Tod zerren.

Noch vor Mittag ist der Horror vorbei. Aber es fühlt sich an, als wären Tage vergangen…

Um das ganze Geschehen als Video anzuschauen bitte hier klicken (in Zusammenarbeit und mit freundlicher Genehmigung von Leah Lemieux, www.SaveJapanDolphins.com)

(Illustration folgt)

Flucht-Taktik

09. Jan 2011 von Hans Peter Roth

„Riesen-Schule!“ Die sms von Tim trifft mich wie ein Stromschlag. Einige Kilometer ausserhalb von Taiji haben die Delfinjäger heute früh die grösste Delfinschule in dieser bisherigen Jagdsaison überhaupt aufgespürt. Bis zu 200 Tiere könnten es sein. Schweren Herzens machen wir uns auf zur Bucht von Taiji, um alles zu dokumentieren, nachdem wir Tims Nachricht erhalten haben. Der halbe Horizont habe geschäumt von Delfinen in wilder Flucht vor den Booten und Lärmstangen der Jäger, erzählt der Amerikaner, der freiwillig hier ist wie wir, später.
 
Wir warten im Gebüsch. Doch es dauert. Dann kommen die Boote; langsam, mit viel Hin und Her und hässlich schwarz rauchenden Schornsteinen von den nervösen, scharfen Manövern, um den Tieren den Weg abzuschneiden. Dann plötzliches Innehalten. Wo sind die Delfine? Wir atmen innerlich etwas auf. Hoffen. Tatsächlich sind die meisten Tiere verschwunden – den Jägern entkommen! Offenbar haben viele Delfine eine neue Flucht-Taktik entwickelt: sie verteilen sich auf eine sehr grosse Fläche, statt wie früher eng beisammen zu bleiben. Das macht eine Kontrolle und Treibjagd für die Peiniger auf den Booten fast unmöglich.
 
Dann erkenne ich etwas, das ich bisher erst einmal beobachtet habe: Die Jäger legen hufeisenförmig Netze aus, ein paar Hundert Meter ausserhalb des Hafens von Taiji. Und es gelingt ihnen, einige Delfine in diese Falle zu treiben. Wir wechseln den Standort, um näher an dieses buchstäbliche Treiben heranzukommen und stehen schließlich auf der rechten Hafenmole in Taiji, ausgerüstet mit Kameras und Ferngläsern.
 
Delfintrainer werden in Booten zu den Netzen hinausgefahren, die jetzt ringförmig zusammengezogen sind. Sieben darin gefangene Tiere zählt die kanadische Delfin-Aktivistin und Autorin Leah Lemieux, welche zusammen mit uns hier ist. „Pazifische Weißseitendelfine“, stellt sie traurig fest. Einen Meeressäuger um den anderen holen die Jäger und Trainer in zynischem Zusammenspiel herein und transportieren sie direkt an uns vorbei zu den Delfingehegen im schmutzigen Hafenwasser. So wie sie die Delfine draußen aus dem Wasser gezerrt haben, schmeißen sie hier alle in einen viel zu engen Gitterkäfig.
 
Mit gemischten Gefühlen verlassen wir schließlich den Hafen. Froh darüber, dass den Peinigern heute die bisher größte Delfinschule dieser Saison fast vollständig entkommen ist. Aber betrübt, dass dieser Tag trotzdem das endgültige Ende der Freiheit und eine schreckliche Zukunft, gefangen in engen Delfinarienbecken für den Rest ihres Lebens bedeutet, für sieben Weißseitendelfine. Sie hatten nicht das Glück, wie ihre anderen Artgenossen und Familienmitglieder rechtzeitig fliehen zu können.

(Ein Bild zur Illustration folgt noch)
 

18 Streifendelfine

08. Jan 2011 von Hans Peter Roth

Heute sind in der Bucht von Taiji 18 Streifendelfine abgeschlachtet worden.

15 Tümmler

07. Jan 2011 von Hans Peter Roth

Heute hat die erste Delfinjagd des neuen Jahres stattgefunden. In der Bucht von Taiji sind 15 Tümmler abgeschlachtet worden Zuvor haben die Peiniger und Delfintrainer in unheiliger Allianz 7 Tiere lebend entnommen. 
(gemäss SSCS, u.a.)

Zeichen der Hoffnung

06. Jan 2011 von Hans Peter Roth

Seit nunmehr 16 Tagen hat in Taiji keine Delfintreibjagd mehr stattgefunden. Das soll zwar noch nichts heissen, denn die Jagdboote können jederzeit wieder auslaufen. Trotzdem ist dies ein hoffnungsvoller Jahresbeginn, mit den fünf ersten Tagen im 2011 ohne Delfinleid. Und jeder Tag ohne Jagd bringt uns einen Tag näher zum Ende der Jagdsaison. Ab Ende Februar gibt es in der Regel keine Treibjagden mehr.

Zudem werden zweifellos auch stürmische Tage kommen, mit Bedingungen, die unmöglich sind zum Auslaufen. Die animierte Wellenvorhersage für den Pazifik südlich von Japan findest Du hier: http://weather.yahoo.co.jp/weather/wave/kanto.html?c=anime_0&m=height . Taiji an der Südspitze der Kii-Halbinsel ist unten links. Mit anderen Worten: Die Tage bis zum Ende dieser Jagdsaison sind gezählt! Lasst uns hoffen, dass in der Bucht von Taiji dieses Jahr möglichst wenige oder keine Delfine mehr ihr Leben lassen müssen.

Die Bilanz für die Jagdzeit vom 1. September bis 31. Dezember 2010 ist sehr gemischt. Zwischen 570 und 600 Delfine mussten in dieser Zeit in der Todesbucht von Taiji sterben. Eine schreckliche Zahl. Und 570 bis 600 Tiere zuviel. Trotzdem ist diese Zahl deutlich geringer als noch in der letzten Saison, wo insgesamt rund 1700 Delfine abgeschlachtet wurden. Es sieht also momentan ganz danach aus, dass die Zahl getöteter Delfine zum Ende der Jagdzeit deutlich tiefer liegen wird.

Hoffnungsvoll stimmt auch, dass sich nun auch innerhalb von Japan eine Bewegung gegen die Delfinjagd zu formieren beginnt. Klein und zaghaft noch, aber sehr aktiv und wachsend. Einiges ist innerhalb von Japan auch im Werden begriffen, worüber noch nicht gesprochen werden kann. Die japanische Bewegung ist weniger auf Konfrontation ausgerichtet, als vielmehr auf Zusammenarbeit mit allen Beteiligten innerhalb Japans für eine Lösungsfindung. Das ist der richtige Ansatz.

Aus japanischer Feder sind auch zwei einfach gemachte aber doch recht aufwändige und rührende Cartoons über die Delfinjagd - aus Sicht der Delfine! Diese sind insgesamt bereits deutlich über 12'000 angeschaut worden, obschon erst einige Wochen alt. Das Interesse ist also da... Hier die Links zu den beiden "Animes": www.youtube.com/watch?v=IpIodRnd_B8  und: www.youtube.com/watch?v=Veh9YZt7dfc

Heute, am Drei-Königs-Tag, breche ich erneut für einen 5-wöchigen Einsatz nach Japan auf. Ich möchte darüber jetzt noch nicht viel mehr verraten, aber ich halte Euch mit Updates auf dem Laufenden. Und eins ist sicher: Auch ich und diejenigen Leute, mit denen ich international und vor Ort zusammenarbeite, sind nicht auf weiteren Lärm und Konfrontation aus, sondern auf Kontakt und Zusammenarbeit für eine gemeinsame Lösungsfindung zur Beendigung der Delfinjagd. Wir sind auch in Kontakt mit der lokalen Polizei, die sich sehr angenehm und professionell verhält.

Bis bald wieder und alles Gute im Neuen Jahr!

Hans Peter Roth
 
Für mehr aktuelle Informationen oder zur Unterstützung unseres Engagements gegen die Delfinjagd in Japan, siehe auch: www.diebucht.info
 

Bilanz zum Jahresende

31. Dez 2010 von Hans Peter Roth

Seit 10 Tagen hat in Taiji trotz meist guten Jagd-Bedingungen keine Delfintreibjagd mehr stattgefunden. Insgesamt wurden im Dezember ungefähr 175 Tiere abgeschlachtet. Seit Beginn der Jagdsaison am 1. September 2010 mussten in der Todesbucht von Taiji somit rund 575-600 Delfine ihr Leben lassen. Rechnet man die Lebendfänge mit ein, sind seit dem 1. September rund 700 Meeressäuger gefangen worden.

6 Rundkopfdelfine

20. Dez 2010 von Hans Peter Roth

Heute sind in der Bucht von Taiji 6 Rundkopfdelfine abgeschlachtet worden.
(gemäss SSCS)

10 Rundkopfdelfine

19. Dez 2010 von Hans Peter Roth

Heute sind in der Bucht von Taiji 10 Rundkopfdelfine abgeschlachtet worden.
(gemäss SSCS)

20 Streifendelfine

18. Dez 2010 von Hans Peter Roth

Heute sind in der Bucht von Taiji 20 Streifendelfine abgeschlachtet worden. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um jenen Teil der Streifendelfine, die vor wenigen Tagen entkamen bei der Treibjagd vom 15. 12. Vermutlich suchten sie vor Taiji noch immer nach ihren von den Jägern gefangenen und getöteten Artgenossen und sind dabei selber Opfer der Jäger geworden.
(gemäss SSCS)

8 Rundkopfdelfine

16. Dez 2010 von Hans Peter Roth

Heute sind in der Bucht von Taiji 8 Rundkopfdelfine abgeschlachtet worden. Zwei wurden lebend für den Delphinarienhandel entnommen.
(gemäss SSCS)

20 Streifendelfine

15. Dez 2010 von Hans Peter Roth

Heute sind in der Bucht von Taiji 20 Streifendelfine abgeschlachtet worden.
(gemäss SSCS)

10 Rundkopfdelfine

11. Dez 2010 von Hans Peter Roth

Heute sind in der Bucht von Taiji 10 Rundkopfdelfine abgeschlachtet worden.
(gemäss SSCS)

8 Rundkopfdelfine

10. Dez 2010 von Hans Peter Roth

Heute sind in der Bucht von Taiji 8 Rundkopfdelfine abgeschlachtet worden.
(gemäss SSCS)

Düstere Bilanz nach 100 Jagd-Tagen

09. Dez 2010 von Hans Peter Roth

Knapp 500 Delfine sind seit Beginn dieser Delfinjagd-Saison in Taiji abgeschlachtet worden. Allein im November waren es rund 260 Tiere, und in den ersten neun Dezember-Tagen mussten bereits wieder etwa 95 Meeressäuger in der Todesbucht ihr Leben lassen.

Die grösste Zahl getöteter Delfine waren Tümmler. Daneben massakrierten die Jäger auch Flecken- und Rundkopfdelfine, möglicherweise auch eine kleine Zahl von Grindwalen. Die permanenten Beobachtungen von Sea Shepherd-Mitgliedern und anderen Gruppen, darunter auch persönlichen Freunden aus der Schweiz, Japan, Kanada, USA und Deutschland erlauben erstmals, die Tötungszahlen in Taiji aufgrund von unabhängigen Beobachtungen recht genau festzuhalten.

Die Zahlen sind erschreckend und jeder getötete Delfin ist einer zu viel. Dennoch sind sie im Vergleich zu den Jagdperioden vergangener Jahre bisher relativ gering. Letzte Saison wurden in Taiji rund 1700 Meeressäuger getötet. Geht es im bisherigen Stile dieser Jagdsaison weiter, dürfte diese Zahl bis Ende Saison im März 2011 nicht annähernd erreicht werden.

Die Gründe dafür können vielseitig sein und Ursachen haben wie: Allgemein weniger Delfine, die vorbeiziehen; die Delfine beginnen, die Gewässer um Taiji zu meiden; sie entkommen den Jägern häufiger als früher; die Jäger lassen vermehrt einen Teil der gefangenen Tiere wieder frei. Allerdings verdüstert sich die Bilanz, wenn man die lebend entnommenen Delfine zählt. Bereits deutlich über hundert Tiere.

Angesichts der Brutalität der Jagd, der Tötung und gleichzeitigen Entnahme von lebenden Delfinen für Delphinarien kann es nur sprachlos machen und stimmt im höchsten Grad empörend, dass der Weltzooverband WAZA (mit Sitz in der Schweiz) diese zynische Barbarei weiterhin stillschweigend duldet.

Ich wiederhole mich: Das Delfinarium und Walmuseum von Taiji (der weltweit grösste Händler für lebende Delfine) ist Mitglied des japanischen Zooverbandes JAZA. Und dieser wiederum ist Mitglied des WAZA. Was tut dieser gegen den Irrsinn? Nichts, ausser hehre Beteuerungen und ungehört verhallende laue Mahnungen von sich zu geben. Damit ist der Weltzooverband ganz klar mitverantwortlich für das gröste Delfinmassaker auf der Erde.

Das Schlachten geht weiter

09. Nov 2010 von Hans Peter Roth

Die Delfin-Belästiger geben keine Ruhe. Erneut sind rund 100 Delfine, vermutlich Tümmler, in die Bucht getrieben worden. Acht Tiere wurden ausgelesen für die Gefangenhaltung. Zwei starben während des brutalen und zynischen Auslese-Verfahrens, entweder durch Stress, Erschöpfung oder weil sie sich in Netzen verfangen hatten und elend ertranken.

Die Schlachtbarke war erneut in Position. Dann ist immer klar, was als nächstes geschieht. Rund 40 Delfine wurden abgeschlachtet. Die ungefähr 50 übriggebliebenen Tiere jagten die Schlächter ins offene Meer. Die Zahlen sind ohne Gewähr und Angaben der „Sea Shepherd Cove Guardians“ (mittlerweile sind 15 Personen vor Ort) entnommen.

Besonders tragisch: Während rund 50 überlebende Tümmler in wilder Flucht das Weite suchten, blieben zwei Delfinbabys zurück. Sie schwammen in die Todesbucht zurück – auf der Suche nach ihren Müttern. Doch entweder schwammen die Jungtiere nur noch im Blut ihrer Mütter, oder diese sind jetzt in Gefangenschaft im schmutzigen Hafen von Taiji, wo die Delfinbecken fast überquellen mit unschuldigen „Häftlingen“.

Die beiden Tümmler-Babys, die ohnehin verloren waren, besiegelten durch das Zurückschwimmen in die Todesbucht rasch ihr Schicksal. Auch sie starben unter den Hieben und Stichen der Schlächter. So ist innerhalb weniger Tage die Zahl getöteter Delfine in Taiji auf über 200 hochgeschnellt.

Und all dies geschieht trotz des „Code of Ethics“ der WAZA (übrigens mit Hauptsitz in der Schweiz!) – siehe auch Eintrag vom 7. November. Welch ein blutiger Hohn. Offenbar – dies ist meine persönliche Vermutung – haben sich die Delfinjäger eine ganz besonders zynische „Kompromiss-Strategie“ ausgedacht: Auslesen und Abschlachten wie gehabt, aber dann doch noch einen Teil der Tiere freilassen, zur Beschwichtigung von blauäugigen, beziehungsweise untätigen und korrupten WAZA- und JAZA-Funktionären.

Die Wellen-Prognose für die Kii-Halbinsel verheisst übrigens auch für die nächsten Tage nichts Gutes in Sachen Delfinjagd. Siehe dazu folgenden Link (die Kii-Halbinsel befindet sich dabei ganz links, unten): http://weather.yahoo.co.jp/weather/wave/kanto.html?c=anime_0&m=height

Größter Delfinfang der Saison

07. Nov 2010 von Hans Peter Roth

Gefangen, Getötet, Freigelassen. So lässt sich kurz zusammenfassen, was die letzten Tage in Taiji geschehen ist. Am 4. November morgens gelang es den Delfinjägern, die bisher größte Delfinschule in dieser Jagdsaison in die Bucht zu hetzen. Die Anzahl der gefangenen Tümmler, es waren weit mehr, als von den Beobachtern vor Ort zunächst geschätzt, lag bei etwa 130 bis 140.

Am 5. November holten Delfintrainer und Jäger 36 Tiere heraus und brachten sie zu den Gittergehegen im Hafen von Taiji, wo offenbar jetzt noch zusätzliche Gehege angelegt werden. Ein Jungtier kam ins Walmuseum. Die restlichen Delfine blieben gefangen. Gestern Samstag, 6. November verschleppten die Delfinquäler 14 weitere Tiere in die Gehege im schmutzigen Hafenwasser. Direkt neben diesen Käfigen ist übrigens die Schlachtbarke vertäut, damit die gefangenen Delfine noch einmal so richtig das Blut ihrer abgeschlachteten Artgenossen riechen können. Zwei Tümmler wurden per Lastwagen ins Walmuseum verfrachtet.

Die Schlachtbarke „Isana“ lag zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits vor der Todesbucht. Dies bedeutet stets das Schlimmste. So schritten die Schlächter einmal mehr zur Tat und massakrierten 25 bis 30 Delfine. Die übriggebliebenen rund 50 bis 60 Tiere wurden schließlich ins offene Meer gejagt.

Exakte Zahlen gibt es keine. Die Schätzungen basieren auf Beobachtungen und Schätzungen von Scott West von „Sea Shepherd“, welcher zurzeit das Geschehen an der Bucht permanent beobachtet. Ebenso ist nicht klar, ob es sich bei sämtlichen der in die Bucht getriebenen Tiere um Tümmler handelte, vermutlich aber schon. So oder so ist einmal mehr die so genannte „non slaughter policy“ widerlegt, gemäss welcher angeblich keine Delfine abgeschlachtet werden, wenn gleichzeitig eine Lebend-Auslese für Delfinarien stattfindet.

Der Japanische Verband für Zoos und Aquarien JAZA – das Taiji-Walmuseum und Delphinarium ist Mitglied des JAZA – und der Weltverband für Zoos und Aquarien WAZA – der JAZA ist Mitglied des WAZA – entpuppen sich dabei nicht nur als zahnlose Organisationen, wenn es um den Schutz von Delfinen geht. Sie sind vielmehr der Komplizenschaft überführt. Einmal mehr: der Komplizenschaft mit den Delfinschlächtern von Taiji. Und dadurch mitverantwortlich für die größte Delfinabschlachtung der Erde.

Damit sind in dieser Jagdsaison in Taiji bisher rund 170 Delfine getötet worden. Noch keine besonders hohe Zahl im Vergleich zum selben Zeitpunkt in anderen Jahren. Doch dies kann sehr schnell ändern – wie soeben festzustellen war. Und die Wellenvorhersage für die kommenden Tage ist schlecht. Sie sagt für die Küste vor Taiji eher ruhiges Wasser voraus und damit weiter gute Bedingungen für die Delfinjagd. Siehe dazu folgenden Link (die Kii-Halbinsel ist dabei unten, ganz links):
http://weather.yahoo.co.jp/weather/wave/kanto.html?c=anime_0&m=height


Freitag, 5. November: Weltweiter Anti-Walfang-Tag

05. Nov 2010 von Hans Peter Roth

Anti Whaling Day

Wale sind die faszinierendsten und intelligentesten Lebewesen auf unserem Planeten.
Wir rotten sie aus, bestialisch und nachhaltig.
Wenn unsere Empathie nicht ausreicht um diese Lebewesen zu respektieren und zu schützen,
wenn wir die Meere nicht retten können, können wir uns selbst nicht retten.
Wenn die Meere sterben, sterben wir.

Der Protest in Bern, am 5. November 2010, beginnt um 12:00 Uhr vor der japanischen Botschaft, Engestrasse 53.
Der Protest soll mit Walgesängen begleitet werden.
Nicht vergessen eure Natels, Ghettoblaster o.ä. mit Walgesängen zu füttern.
Quelle für die Walgesänge : http://www.savemynature.com/downloads/walgesang.mp3
Wer uns vor der japanischen Botschaft nicht unterstützen kann spielt die Walgesänge am jeweiligen Standort ab.
Wir sind die Stimme der Wale!


Erneut Dutzende Delfine in der Bucht gefangen

04. Nov 2010 von Hans Peter Roth

Heute Morgen, 4. November sind erneut Dutzende Delfine in die Bucht von Taiji in Südjapan gehetzt worden und jetzt dort gefangen. Dies hat mir die kanadische Filmemacherin Suzanne Chisholm (Saving Luna) mitgeteilt. Suzanne ist allerdings nun auf der Rückreise von Japan nach Kanada und konnte nicht mehr in Erfahrung bringen. Es ist einmal mehr das Schlimmste zu befürchten.

Meine japanische Übersetzerin und Helferin Kyoko Tanaka hat die Treibjagd heute früh ebenfalls vor Ort beobachtet. Sie schätzt die Zahl der gefangenen Delfine auf 50 bis 60. Es könnten Tümmler sein, was aber noch nicht bestätigt ist. In der Früh des kommenden Tages wird sich zeigen, ob Tiere für die Gefangenhaltung ausgelesen werden oder ob die Schlächter gleich zur blutigen Tat schreiten.

Sollten Delfine ausgelesen werden, darf man einmal mehr gespannt sein, ob die Jäger die restlichen Tiere freilassen, oder ob sie wiederum die WAZA und die ganze Welt verhöhnen und ein Blutbad anrichten.

Eklat bei Meeting zwischen Delfinschützern und Bürgermeister in Taiji

02. Nov 2010 von Hans Peter Roth

Die Hoffnungen waren ohnehin nicht hochgeschraubt. Heute Morgen um 10.00 japanische Zeit fand in Taiji ein Treffen statt zwischen dem Bürgermeister von Taiji, dem Vorsteher der Fischereikooperative und Vertretern von Wal- und Delfinschutzorganisationen. Ric O'Barry beschloss kurzfristig und aus nachvollziehbaren Gründen, das Meeting zu boykottieren.

Organisator Nakahira, welcher das Meeting vermittelt hatte, verlor in der Folge die Nerven. Über an seinem Fahrzeug montierte Lautsprecher beschimpfte er an der Bucht im Anschluss an das Meeting Ric O'Barry und seinen Sohn aufs Übelste und stiess sogar Todesdrohungen aus.

Mehr Informationen zum Meeting sobald verfügbar.

Das Wetter ist an der Bucht nun sehr ruhig und soll die kommenden Tage auch so bleiben. Es ist das Schlimmste zu befürchten für die Delfine.

Taifun Chaba groundet die Delfinjäger

31. Okt 2010 von Hans Peter Roth

Taifun Chaba hat die letzten Tage über die Boote der Delfinjäger in den Hafen gezwungen. Das ist erfreulich. Das Meer war sehr aufgewühlt. Mächtige Brecher schlugen gegen die Felsen rund um die Bucht, wie mir die kanadische Filmemacherin Suzanne Chisholm (Saving Luna - The Whale), welche zurzeit in Taiji weilt, mitteilte.

Doch insgesamt ist der Taifun schwächer als angenommen und hat sich jetzt zu einem tropischen Sturm abgeschwächt. Zudem hat er eine etwas östlichere Bahn eingeschlagen als zunächst angenommen. Dadurch ist die Kii-Halbinsel weniger betroffen - zur Enttäuschung einiger Aktivisten, die sich verständlicherweise gefreut hätten über Schänden in der Bucht und im Hafen von Taiji.

Leider ist nun für die nächsten Tage sehr ruhiges Wetter angesagt.

Bisher grösstes Delfinmassaker dieser Jagdsaison in Taiji

27. Okt 2010 von Hans Peter Roth

Die Ankündigung von "Insidern", dass die japanischen Delfinjäger ab Oktober blutiger zur Sache gehen, entpuppt sich leider als bittere Wahrheit. Heute Mittwoch Morgen, 27. Oktober, sind in der Bucht von Taiji rund 50 Delfine abgeschlachtet worden. Es handelt sich dabei mehrheitlich um Fleckendelfine , aber auch um eine Gruppe von etwa zehn Rundkopfdelfinen.

Besonders zynisch: vor der Massentötung haben offenbar Delfintrainer/innen in der Bucht mindestens ein Weibchen und zwei Jungtiere zum Walmuseum hinüber transportiert, um sie dort in ein winziges Aquarium zu pferchen, während 100 Meter ausserhalb schon die Schlachtbarke vor Anker ging.

Damit ist auch der Weltzooverband WAZA einmal mehr der Heuchelei überführt. Dieser hat wiederholt verlauten lassen, man werde die Praxis der Treibjagd und des Abschlachtens von Delfinen, während gleichzeitig Tiere für Delfinarien ausgelesen würden, nicht mehr dulden. Künftig sollten die Jäger die nicht ausgelesenen Tiere freilassen.

Eine Lüge. Denn der Japanische Zooverband JAZA als Mitglied des WAZA duldet diesen Gipfel des Zynismus (Hetzen, Auslesen, Abschlachten) weiterhin ganz offensichtlich. Die Delfinjäger wüten in der Todesbucht von Taiji weiter nach Belieben und werden für die "Wünsche" von JAZA und WAZA nur Hohngelächter übrig haben.

Wenig später haben Suzanne Chisholm (Filmemacherin, "Saving Luna") und Leah Lemieux aus Kanada die drei Tiere im besagten winzigen Becken wieder gefunden. Sie seien völlig traumatisiert gewesen. Die Jungtiere apathisch, mit halb geschlossenen Augen, das Muttertier panisch verstört, schlug den Kopf gegen die Wand und biss in eine Betonkante.

"Die drei Tiere werden in Kürze sterben", sagt der ebenfalls anwesende Ric O'Barry. "Fleckendelfine sind eine Art, die typischerweise im offenen Ozean vorkommt." In Gefangenschaft sterben sie besonders rasch. "Leider können aber die Jäger fast beliebig Nachschub besorgen", sagt Ric O'Barry betrübt.



Erste Treibjagd nach acht "ruhigen" Tagen

25. Okt 2010 von Hans Peter Roth

Schlechtes Wetter ist gutes Wetter. Wenn das Meer unruhig ist, bleibt es ruhig in der Bucht und im Hafen von Taiji. So war es die letzten 8 Tage. Heute aber sind gemäss Angaben der SSCS erstmals seit dem 16. Oktober wieder 12 Boote zur Jagd ausgefahren. Offenbar wurden sie auch fündig und trieben eine Delfinschule hinein. Doch offenbar konnten die Tiere ausserhalb des Hafens entkommen und suchten erfolgreich das Weite. Die Jagdboote kehrten hingegen erfolglos in den Hafen zurück.

Die erfreuliche Beobachtung, dass die Delfine den Jägern entkommen können, ist diese Jagdsaison schon ungewöhnlich oft gemacht worden.

Wieder 8 Rundkopf-Delfine in der Bucht getötet

16. Okt 2010 von Hans Peter Roth

Wieder sind heute 8 Rundkopf-Delfine in der Bucht getötet worden. Die Jäger trieben sie am Morgen in die Bucht von Taiji und töteten sie unmittelbar darauf.

Mehr Infos dazu hier

Scott West von Sea Shepherd ist durch die Polizei von der Bucht auf die Polizeiwache gebracht worden zur Befragung, wurde aber nicht verhaftet.


Bericht vom Delfinschutz-Aktionstag in Bern

15. Okt 2010 von Hans Peter Roth

Wir waren gestern, am 14. Oktober, drei Leute, die uns vor der Japanischen Botschaft in Bern getroffen haben, mit einem Transparent. Die Aktion ist von einer Frau privat organisiert worden. Das gefällt mir besonders gut daran.

OceanCare ist also dieses Jahr nicht direkt aktiv geworden, hat aber in den letzen Jahren veranlasst, dass zehntausende Protest-Postkarten gegen die Delfinjagd an die japanische Botschaft verschickt worden sind.

Vor der Botschaft sass bereits eine Aktivistin von Sea Shepherd, die unabhängig von uns portestierte und freute sich über den "Zuwachs". Anwesend waren auch Polizei und Militärpolizei.

Obschon der Protest sehr klein war (nur vier Personen), wurde davon buchstäblich Notiz genommen. Ein Security-Mann kam aus dem Botschaftsgelände heraus und fotografierte uns, mit unserem Einverständnis. Die Bilder würden "zur Auswertung" nach Tokio geschickt, erklärte der Mann. Wir haben nichts dagegen...

Dass der vielbeschäftigte Herr Botschafter Ichiro Komatsu "keine Zeit" hatte, uns zu empfangen, verwunderte uns nicht weiter. "Vielleicht kommende Woche", hiess es in der Botschaft. Wir bleiben dran, wären aber ziemlich überrascht, wenn es tatsächlich zu einer Audienz käme.

Am selben Tag, gestern, ist auch der Film DIE BUCHT im Kino City in Thun gezeigt worden. Ich konnte dem beeindruckten Publikum Red und Antwort stehen und brandaktuell die neusten Ereignisse in Taiji schildern. Der Film läuft noch bis Montag, 18. Oktober, jeweils 18.30 im Kino City, Thun.

Ebenfalls gestern war Ric O'Barrys Geburtstag! Was für ein schönes Zusammentreffen.

Und wie aus vielen anderen Städten weltweit, wo Protestaktionen stattfanden, haben uns auch aus Japan gute Nachrichten erreicht: Dem Einsatz von Kyoko und engagierten Mithelfern ist es zu verdanken, dass eine Petition mit 160 Unterschriften von Japanern (!) an die zuständigen Behörden eingereicht worden ist! Das ist der Anfang einer Protest-Bewegung in Japan!

12-14 Rundkopfdelfine in der Bucht getötet

12. Okt 2010 von Hans Peter Roth

Am Dienstag früh, 12. Oktober, sind in der Bucht von Taiji 12 bis 14 Rundkopfdelfine getötet worden. Am Vortag hatten die Jäger 20 Tiere in die Bucht getrieben. Zwei wurden lebend entnommen und abtransportiert. Sechs - offenbar Jungtiere - wurden freigelassen. Die überlebenden Tiere seien nach Netzöffnung völlig verstört herumgeirrt und nur schwer ins offene Meer zu treiben gewesen. Diese Beobachtung hat mir mein Schweizer Kontakt vor Ort in Taiji, Greg Hauswirth, geschildert. Ich vermute, die überlebenden Rundkopfdelfine waren "führerlos" und wollten die Bucht nicht verlassen, weil die sozialen Tiere noch immer verzweifelt nach ihren getöteten/bzw. entnommenen Müttern und weiteren Artgenoss/inn/en suchten. Es ist zu bezweifeln, dass die Jungtiere bereits selbständig genug sind, um in freier Wildbahn zu überleben.

Mehr Infos dazu siehe hier

Ein guter Tag für die Delfine

25. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Der strahlende Frühmorgen-Sonnenschein lässt nichts Gutes ahnen. Bei solchem Wetter fahren die Delfinjäger raus! Doch bei unserer Patrouillenfahrt um halb sieben finden wir die Bucht leer und die Jagdboote alle im Hafen geparkt. Zu hoch der Wellengang. Kein Jagdtag ist ein guter Tag für die Delfine. Also ist heute ein guter Tag. Wir nutzen unseren letzten Tag vor Ort für versteckte Aufnahmen aus dem Dickicht von einem Hügel über die Delfingehege im Hafen. Die Mücken fressen mich fast. Dazu bleibt untern anderem Zeit für eine weitere Skype-Webcam-Übertragung nach Europa, direkt aus der Bucht.

Hier haben hohe Wellen letzte Nacht einige Abschrankungen niedergerissen und zerstört. Hoffentlich ein Symbol dafür, dass hier bald tatsächlich einige Schranken fallen und damit längst überfällige Durchbrüche möglich werden. Die Lektüre eines auf Englisch übersetzten Artikels trübt meine Hoffnung wieder. Für diese Saison stehen 39 verschiedene Delfinarien und andere Interessenten Schlange bei der Fischereikooperative von Taiji, um Delfine zu kaufen. Eine Nachfrage so gross, dass die Delfinjäger im Verbund mit den zynischen Delfintrainern kaum ausreichend Delfine in die Bucht hetzen können, die den Ansprüchen der zweifelhaften Kundschaft genügen. Das könnte auch ein zusätzlicher Anreiz für die Fischer in Futo sein, wieder zuzuschlagen.

Dies zeigt, wie sehr es nötig bleibt, dass Organisationen vor Ort das buch(t)stäbliche Treiben direkt im Auge behalten. Wir lassen nicht locker! Und immerhin: so tragisch und skandalös die zahlreichen Lebendfänge für Delfinarien sind: in der bisherigen Jagdsaison wurden in der Bucht so wenige Tiere getötet wie seit Jahrzehnten nicht mehr in einem September. Jetzt ist es wichtig, das Geschehen auch in den kommenden Monaten zu verfolgen. Ab Oktober werden die Jäger dann wohl härter und tödlicher zur Sache gehen. Gerüchte aus zuverlässiger Quelle und alle Anzeichen sprechen dafür. Und die Jagdsaison dauert noch bis Ende Februar!

Wal- und Delfinfleisch

24. Sep 2010 von Hans Peter Roth

So kühl wie heute war es diesen Monat noch nie. Regen und Wind machen schon um 6.30 Uhr klar, dass heute wohl kaum eine Treibjagd stattfinden wird. Trotzdem fahren wir nach Taiji hinüber, um sicherzugehen. Die Bucht ist leer und alle Jagdboote, erkennbar an den typischen Lärmstangen, liegen im Hafen vertäut.

Der Tag wird ruhig bleiben und wir nutzen ihn, um ins ca. 15 Kilometer entfernte Shingu zu fahren, den nächsten grösseren Ort. Hier gibt es ein riesiges Einkaufszentrum im amerikanischen Stil. Der Lebensmittel-Supermarkt heisst Okuwa. Mit Ric kam ich vor zwei Jahren hierher um zu filmen, wie er Wal- und Delfinfleisch einkaufte, um es auf genetische Herkunft und Quecksilber-Verseuchung untersuchen zu lassen. Zu meiner Überraschung können Kiki und ich diesmal weder Delfin- noch Walfleisch finden. Haben sie es definitiv von den Okuwa-Regalen genommen? Das wäre ein gutes, hoffnungsvolles Signal. Oder sind ihnen bloss die Vorräte ausgegangen, die sie bald wieder aufstocken werden?

In Shingu treffen wir uns dann mit einem lokalen Journalisten zum Essen. Er ist ganz auf der Seite der Delfinjäger und will seinen Namen nicht öffentlich genannt sehen. Aber immerhin spricht er mit uns und ist bereit zu debattieren. Und er gibt uns einige interessante Informationen:

- Tatsächlich bestehen direkte Verbindungen zwischen Taiji und den Färöer-Inseln, wo dieses Jahr wieder exzessiv Grindwale gejagt werden in Treibjagden, die denen in Taiji ähnlich sind. Vor rund fünf Jahren besuchte ein Delfinjäger aus Taiji die Färöer, um neue Tötungsmethoden zu studieren. Eine Tötungsmethode bestehe darin, einen scharfen Metallstab ins Genick, bzw. Rückgrat von Delfinen (auch Grindwale sind eine Delfinart) zu rammen, womit sie innerhalb einer Sekunde tot seien, erklärt der in Shingu lebende Journalist. Diese neue Methode werde nun teilweise auch in Taiji angewandt. Tatsächlich spricht einiges dafür, dass sie teilweise zur Anwendung kommt oder ausprobiert wird. Letzten Dezember ist es Dieter Hagmann von der Deutschen Organisation Atlantic Blue gelungen, versteckte Aufnahmen zu machen, wie Rundkopfdelfine auf diese Art getötet wurden. Die Methode hat den "Vorteil" dass dabei kaum Blut ausfliesst und die Bucht grausig rot färbt. Doch bei diesen Bildern kann einem allemal übel werden. Vor allem, wenn man sieht, dass einige Delfine auch nach dieser angeblich schnellen Tötungsart noch leben...

- Der betreffende Journalist ist selber soeben von den Färöern zurückgekehrt, wo er laut eigenen Angaben herzlich willkommen geheissen wurde, als wäre er "einer der ihren" - weil er halt unweit von Taiji lebt und für die Beibehaltung der Delfinjagd schreibt.

- Derselbe Journalist will dem Bürgermeister von Taiji, Kazutaka Sangen, vorschlagen, Taiji als Partnergemeinde mit der Färöer-Hauptstadt Thorshavn aus naheliegenden Gründen zu verschwistern.

- In Shingu gibt es ein Restaurant, das sich auf Delfinfleisch-Gerichte spezialisiert hat. Ich werde noch versuchen, den Namen herauszufinden. Gemäss dem Journalisten habe die Nachfrage nach diesen Spezialitäten in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Mehr Leute wollten nach der Debatte um den Film THE COVE Delfinfleisch probieren, sagt er: Aus Neugier und Solidarität mit den Jägern. Auch hier in Katsuura, wo wir untergebracht sind, gibt es ein Spezialitäten-Restaurant mit Delfinfleisch-Gerichten im Angebot.

- Kiki und ich sind auch in den lokalen Supermarkt in Katsuura gegangen und haben hier ebenfalls einige Arten von Wal- und Delfinfleisch auf den Verkaufsregalen gefunden.

- Ach ja, und in Tokio haben wir vor zwei Tagen nochmals dem Tokyu Excel Hotel im Stadtteil Shibuya einen Besuch agestattet. Hier waren wir im Rahmen der Aktionen rund um den 1. September für eine Woche untergebracht. In einem Verkaufsautomaten des Hotels entdeckte das Save Japan Dolphins Team Dosen mit Walfleisch und machte bei der Direktion einige unmissverständliche Bemerkungen darüber. Darauf wurde das Dosenfleisch entfernt. Bei unserem Besuch vorgestern fanden wir dieses aber schön säuberlich wieder in den Automaten eingefüllt.

Auswahl und Freilassung

23. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Nach unserer Rückkehr heute nach Taiji haben wir drei Schweizer getroffen, die zurzeit hier sind. Sie haben uns folgendes berichtet:

An die 30 Delfintrainer hätten heute früh um ca. 05.45 am Strand der Bucht Seite an Seite mit den Delfinjägern auf ihren Einsatz gewartet. Dann erfolgte einmal mehr das zynische Ausleseverfahren. Die rund 25 bis 30 am Vortag gefangenen Tümmler wurden alle in die Todesbucht gepfercht und mit einem Netz abgeriegelt. Gemäss den Augenzeugen wurden insgesamt wohl 16 Delfine ausgelesen und paarweise in den üblichen Bahren links und rechts an Booten angebracht hinüber zu den Gehegen im schmutzigen Hafenwasser von Taiji gezerrt.

Um ca. 8.40 Uhr war der Spuk vorbei. Die Trainer und Händler waren verschwunden. Die Jäger zogen alle Netze ein und trieben mit sieben Jagdbootendie die ungefähr 12 bis 15 übriggebliebenen traumatisierten Tümmler der im sozialen Gefüge zerstörten Delfinschule ins offene Meer.

Für den Rest des Tages blieb das Wetter unstabil und gewitterhaft. Deshalb fand keine Treibjagd mehr statt und die Bucht bleibt leer - zumindest bis morgen früh...

Rastlose Jäger

22. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Es könnte einem zur Verzweiflung bringen. Während das Wetter im Süden der Kii-Halbinsel sonst bekannt dafür ist, dauernd zu wechseln, ist es nun fast dauernd schön und windstill. Keine Fronten und Stürme, welche die Jäger wie in anderen Jahren zeitweise von ihrem buchstäblichen üblen Treiben abhalten. Und sie lassen keinen Tag ungenutzt. Auch heute, 22. September, sind gemäss der Sea Shepherd Conservation Society SSCS frühmorgens wiederum rund 20 Delfine in die Bucht gehetzt worden. Gibt es also morgen früh schon die nächste Abschlachtung? Oder eine Lebend-Auslese verbunden mit der bereits mehrmals beobachteten Alibi-Übung, dass die restlichen Mitglieder des durch die Auslese zerstörten sozialen Verbandes nachher traumatisiert ins offene Meer zurückgejagt werden? Bei Tagesanbruch wird es sich zeigen. Zurzeit sind auch befreundete Schweizer vor Ort, deren Namen ich nicht nennen will. Sie behalten ebenfalls ein Auge auf die Bucht. Ab morgen Donnerstag werden wir auch selber wieder vor Ort sein.

Die SSCS hat die lokalen Behörden übrigens in katastrophale Verlegenheit gebracht. Seit Jahren wird die SSCS von Medien, Walfang-Lobby und Behörden in Japan einhellig als "terroristische Organisation" verschrien. Einmal mehr wird damit in Japan ein verzerrtes Bild geschaffen, und die japanische Bevölkerung ist naiv genug, es zu glauben. Es ist derselbe Mechanismus, wie sich Völker immer wieder zu Kriegen anstacheln lassen: Hetze und Fehlinformation. Jetzt haben die Behörden aber ein Eigentor geschossen. Vollmundig hatten Offizielle angekündigt, die "Öko-Terroristen" der SSCS würden in Japan nicht geduldet. Jede/r, der/die sich als Mitglied dieser "kriminellen Organisation" identifizieren lasse, werde sofort verhaftet und/oder ausser Landes geschafft.

Offenbar hatten die Beamten aber nicht damit gerechnet, dass tatsächlich Leute der SSCS mutig oder "dumm" genug sein würden, sich vor Ort in Taiji zu zeigen, und dies erst noch mit T-Shirts, deren Aufschrift und Logo jeden Zweifel ausräumen, wessen Gruppe diese Leute angehören... Genau das ist aber eingetreten. Jetzt stehen die Behörden vor dem dummen Problem, dass man diese Leute im doch immerhin demokratischen Japan nicht einfach festnehmen und wegschaffen kann, solange sie "unbescholten" sind und keine Gesetze brechen. Im Gegenteil: es ist sogar Pflicht ebendieser Behörden, die SSCS-Leute vor allfälligen Übergriffen von Extremisten oder aufgebrachten Fischern zu beschützen. Und genau dies bringt die Einheimischen in Rage. Man darf gespannt sein, was sich die Beamten ausdenken, um dieses "Problem" lösen zu wollen. Denn die SSCS-Leute geben keinerlei Anlass zur Annahme, dass sie Japan demnächst wieder zu verlassen gedenken.

Die erste tödliche Jagd

21. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Heute früh sind in der Bucht von Taiji die ersten Delfine getötet worden. Etwa 15 Rundkopfdelfine wurden gestern Montagmorgen in die Bucht gejagt und dort mit einem zusätzlichen Abtrenn-Netz in die "Todesbucht" gepfercht. Das ist jener Teil der Bucht, der von der Strasse und vom Strand nicht einsehbar ist und wo jeweils die Tiere abgeschlachtet werden. Da wir zurzeit selber nicht in Taiji sind, entnehmen wir diese Angaben von einer Website der Sea Shepherd Conservation Society SSCS, welche ebenfalls Beobachter vor Ort hat. Gemäss der SSCS kamen heute früh zunächst einige Delfintrainer, welche sich von den "Fischern" in die Todesbucht fahren liessen. Bald darauf kehrten die Delfintrainer zurück, ohne Tiere ausgelesen zu haben. Offenbar passte keiner der Delfine in ihr Schema oder sie hatten sich über Nacht in der Bucht schon zu sehr verletzt und aufgescheuert. Unmittelbar darauf seien die Jäger in die Todesbucht gefahren, so der Bericht von SSCS.

Auch diesmal wurden die Netze geöffnet - aber erst, nachdem die Jäger alle Delfine abgeschlachtet hatten. Sorgsam von Planen abgedeckt seien die toten Tiere zur Schlachtbarke vor der Bucht gebracht worden, wo sie ausgeweidet und dann von Fischerbooten zum Schlachthaus in den Hafen von Taiji geschleppt werden. Hier sind der SSCS einige Aufnahmen gelungen, die zeigen, wie die toten Delfine - einen Moment nicht abgedeckt - ins Schlachthaus gehievt werden. Dabei wird offensichtlich, dass es sich um Rundkopfdelfine handelt und nicht wie von der SSCS irrtümlich angegeben um Grindwale. Damit ist endgültig klar geworden, was leider ohnehin zu befürchten war: Die trotzigen, ewiggestrigen Delfinjäger verzichten auch diese Saison nicht auf ihr blutiges Handwerk und wollen weiterhin unwissende Konsumenten mit Quecksilber-verseuchtem Delfinfleisch vergiften. Und die Delfintrainer und -Händler beweisen einmal mehr ihren grenzenlosen Zynismus, indem sie mit diesen Delfinjägern zusammenarbeiten, welche die Delfine hetzen, foltern und danach bestialisch abschlachten.

Mikura

20. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Was liegt näher, als auch noch direkt nach Mikura zu kommen, der Insel, wo mindestens sieben der Delfine herkommen, die nun bei Toshima leben. Heute früh sind wir hier übernächtigt von einer unbequemen Fährenfahrt angekommen. Die Hafenmauern von Mikura wirken wie eine massive Zementfestung gegen den Pazifik, welcher mit seinen Urgewalten den kleinen Hafen belagert und bei jedem Sturm Heerscharen von furchteinflössenden Wellen gegen die Trutzburg 200 Kilometer südlich von Tokio anrennen lässt.

Zwei Stunden später fahren wir mit einem kleinen Fischerboot aus diesem Stahlbeton-Bollwerk aus und suchen die wilden Delfine von Mikura. Die Bedingungen könnten nicht perfekter sein. Kaum Wind, das Meer fast glatt; nur eine rollende Dünung. Tamami Hashimoto, unsere Leiterin, die ich schon von meinem letzten Besuch hier aus dem Jahr 2009 kenne, macht ihre Sache komtetent und gut. Von den rund 130 rund um das vulkanische Eiland lebenden Tümmlern kann die hervorragende Freitaucherin rund 100 Tiere anhand von körperlichen Merkmalen unterscheiden.

Doch nachdem wir auf Toshima Delfinen begegnet sind, die den Kontakt mit uns richtiggehend suchten, ist unsere Ausfahrt hier ziemlich ernüchternd. Zwölf verschiedene Boote verfolgen die Tiere zeitweise an einem einzigen Ort. Die Delfine wollen heute offensichtlich nichts von den aufdringlichen Fremden wissen und weichen ihnen stets aus. Nachdem ich das beobachtet habe, halte ich es für an der Zeit, sich einige grundsätzlichen Gedanken zum Schwimmen mit wilden Delfinen zu machen, auch wenn dies zu einem unbeschreiblichen, einmaligen Erlebnis gehört. Jedenfalls werden wohl bald noch weitere Delfine nach Toshima oder zu anderen Inseln umziehen, wenn es hier in diesem Stile weitergeht.

Die wilde Dreizehn

19. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Erst war es ein Tier. Der Tümmler tauchte erstmals 1995 in Toshima auf. "Ich tauchte nach Schnecken, als ich mich plötzlich beobachtet fühlte", erinnert sich Moriama San. "Ich wandte mich um und blickte direkt ins Auge eines wilden Delfins. Er hatte mir über die Schultern geguckt!" Der einheimische Fischer begann mit dem zutraulichen Tier, das er nie zuvor gesehen hatte, zu spielen. 1997 sollte das Tümmlerweibchen mit einer Tochter zurückkehren und gemeinsam mit dieser benannt als Koko und Piko auf Toshima eingebürgert werden. Als Piko einige Jahre später spurlos verschwand, blieb Koko für viele Jahre der einzige Delfin auf Toshima.

Bis 2009, als sich plötzlich vier weitere Tümmler auf dem kleinen vulkanischen Eiland einfanden. 2010 kamen weitere drei Tiere hinzu. Diese sieben Delfine konnten eindeutig als Zuwanderer von der Insel Mikura identifiziert werden. Doch da waren bald auch noch fünf kleinere, bisher nicht identifizierte Tümmler. Die zugewanderten Tiere hatten offensichtlich kräftig Nachwuchs gezeugt! Werden wir auf Toshima Zeugen, wie sich eine neue Delfinpopulation bildet? Was für ein Erlebnis, als wir draussen vor Toshima an Bord eines kleinen Fischerbootes dieser kleinen Delfinschule begegnen konnten...

Ja, ich gebe zu: wir liessen es uns nicht nehmen, zu den wilden, aber neugierigen Tieren ins Wasser zu steigen. Sie kamen heran, schauten uns an, "beschnupperten" uns sozusagen. Unter Wasser kann man nicht anders, als sprachlos sein. Es lässt sich alles ohnehin kaum in Worte fassen. Da sind allerdings noch andere Umstände, die nicht so schmeichelhaft sind für das Schwimmen von Menschen mit wilden Delfinen. Vor allem wenn zu viele Leute an einem Ort dies tun wollen. Es wird nämlich vermutet, dass die sieben Delfine von Mikura, wo es eine Tümmlerpopulation von rund 200 Tieren gibt, nach Toshima umgezogen sind, weil sie sich auf Mikura von zu vielen Menschen, die mit ihnen schwimmen wollten, zu sehr gestört fühlten. Nun ist zu hoffen, dass sie auf Toshima tatsächlich mehr Ruhe finden. Dauerhaft.

Koko und Piko

18. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Schöne, hoffnungsvolle Geschichten, wenn es um Delfine in japanischen Gewässern geht? Es gibt sie! Zum Beispiel die Geschichte von Koko und Piko. Zwei zutrauliche wilde Tümmler, Mutter und Tochter, tauchten 1997 bei der japanischen Insel Toshima auf und freundeten sich mit den Menschen hier an. Die Bewohner und Fischer mochten die Tiere und sorgten sich um sie. Für Delfine lauern da draussen viele Gefahren. Und Futo (siehe gestriger Eintrag) liegt auch nur 50 Kilometer von Toshima entfernt...

Man beriet, wie man die freundlichen Delfine am besten schützen könnte. Da hatte ein Delfinfreund und Kameramann vom japanischen Festland eine ungewöhnliche Idee: Was, wenn man die Delfine "einbürgert"? Der Bürgermeister der 300-Seelen-Gemeinde auf der kleinen Vulkaninsel 140 Kilometer südlich von Tokio stieg sofort auf den Vorschlag ein. Kurz darauf stellte er den beiden Tümmlern vor laufenden Fernsehkameras Papiere aus. Vier der fünf grössten Fernsehstationen Japans berichteten darüber. Die Delfine erhielten die Namen Koko und Piko - und die Bürgerschaft der Insel. Seither ist die Dorfbevölkerung von Toshima um zwei Mitglieder angewachsen.

Tochter Piko verschwand nach einigen Jahren und ist seither unauffindbar geblieben. Ob sie einfach weitergezogen ist mit einer anderen Delfinschule oder ob sie nicht mehr lebt, ist unbekannt. Mutter Koko aber ist noch immer da. Wir haben sie gesehen! Gestern sind wir nämlich auf der Insel Toshima angekommen, gemeinsam mit dem japanischen Kameramann und Delfinfreund Masato Sakano, der vor 13 Jahren die Einbürgerungs-Idee ersann. Bei einer Fahrt zu einigen Felsen nahe von Toshima konnten wir das Tümmler-Weibchen vom Boot aus beobachten. Und: mittlerweile haben sich schon 13 Tümmler auf Toshima angesiedelt! Doch mehr dazu morgen.

Alarm-Signal aus Futo

17. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Gerüchte machen schon länger die Runde, dass die Fischer von Futo, gut 100 Kilometer südwestlich von Tokio gelegen, erstmals seit 2005 zu einer Delfinjagd rüsten wollen. Dieses "Säbelrasseln" ist nichts Neues. Jedes Jahr betonen diese Leute, dass sie nach wie vor die "Lizenz zum Töten" haben. Haben sie auch. Dieses Jahr dürften sie wiederum über 400 Delfine töten. Bisher war ich aus verschiedenen Gründen hoffnungsvoll, dass all dies nur trotzige Rhetorik ist. Denn zum Einen versperren nur schwer entfernbare Netzgehege für die Zucht von Meeresgetier in der Bucht vor Futo einen grossen Teil der Hafenzufahrt, was eine klassische Treibjagd in den Hafen sehr erschweren würde. Diese ausgedehnten Gehege sind immer noch da; das habe ich vor zehn Tagen mit eigenen Augen gesehen. Zum Anderen betreibt der ehemalige Delfinjäger Izumi Ishii erfolgreich Delfin- und Walbeobachtung vor Futo, welches auch ein Mekka ist für Taucher - also nicht unbedingt begeisterte Augenzeugen eines möglichen Delfingemetzels.

Jetzt aber bin ich ziemlich verunsichert. Nachdem ich zusammen mit einigen Gästen vor zehn Tagen noch eine Walbeobachtungs-Tour mit Izumi Ishii vor Futo machen konnte (siehe Blog vom 6. Sept.), ist meine geplante Rückkehr gemeinsam mit weiteren (teils westlichen) Gästen nach Futo plötzlich nicht mehr erwünscht. Offenbar machen diejenigen Fischer, welche gerne wieder zur Jagd blasen, jetzt massiv Druck auf Ishii. Dieser hat sich gestern in einem sms auch offen als "Opfer dieser Situation" bezeichnet. Dies ist ein deutliches Signal, dass eine neue Treibjagd tatsächlich bevorsteht.

Warum? Wohl kaum, um hier wieder eine Abschlachtung im grossen Stil wie diejenige von 1999, deren grauenvolle Bilder die Welt empörten, vom Zaun zu reissen. Aber um lebende Delfine für Delfinarien einzufangen, ganz ähnlich, wie es in Taiji bisher diesen Monat praktiziert worden ist. Der lukrative Grund dafür: In den in relativer Nähe zu Futo gelegenen Delfinarien wie zum Beispiel Ito, Kamakura oder Enoshima ist in den letzten Jahren eine erhebliche Zahl von Delfinen weggestorben. Dazu kommen verschiedene Anlagen, wo Delfine zu Forschungszwecken missbraucht werden. Nun muss also Nachschub her. Und dafür ist Futo buchstäblich naheliegend. Sicher deutlich günstiger, hier "Delfin-Ware" für die Haft in engsten Beton-Zellen ohne Aussicht auf Entlassung vor Lebensende einzukaufen, als im entfernten Taiji.

Meine düstere Prognose daher: Eine Treibjagd zu diesem Zweck kann in Futo nun jederzeit stattfinden. Die Bedingungen dafür sind nie so günstig wie jetzt, im September. Und dass zurzeit selbst Ishii auf "Tauchstation" geht, spricht eine alarmierend deutliche Sprache. Also: Unbedingt Augen drauf behalten! Hoffentlich irre ich mich.

Wellen-Prognose = Delfinjagd-Prognose

16. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Die ganze Nacht über trommeln immer wieder schwere Regenschauer auf die Blechdächer von Katsuura und tränken den Boden reichlich mit dem längst überfälligen kostbaren Nass. Kostbar ist dieser Regen auch noch am heutigen Morgen. Er verhindert nämlich eine gute Sicht auf See und damit auch die Delfinjagd. Die Jagdboote sind schon gar nicht erst ausgelaufen, wie wir uns morgens mit einem Blick von den Urashima-Klippen, nur rund vier Kilometer von Taiji entfernt, versichern können.

Das ist schon der dritte Tag ohne Jagd. Beruhigt treten wir die Rückreise nach Tokio an, bevor wir in einer Woche nochmals zur Beobachtung nach Taiji zurückkehren. Doch auch während wir nicht in der Nähe von Taiji sind, können wir vorsichtig einschätzen, ob die Meeresbedingungen eine Delfinjagd zulassen oder nicht. Wir prüfen die Vorhersage der Windstärke und Wellenhöhe rund um Japan mit folgender Website: http://weather.yahoo.co.jp/weather/wave/?c=anime_1&m=height .

Selber ausprobieren! Solange das Meer um den Südzipfel der japanischen Hauptinsel Honshu dunkelblau gefärbt ist, bedeutet dies relativ ruhiges Wasser. Dann ist also das Risiko einer Delfinjagd gross. Je höher die Wellen, desto geringer das Risiko einer Jagd. Siehe Farbstufen.

Regen, Wellen und Korallen

15. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Auch heute sind die Delfinjäger zur Jagd ausgefahren und mit leeren Händen wieder zurückgekehrt. Wir haben nichts dagegen! So lassen wir den Tag für einmal etwas ruhiger angehen und fahren ins unweit gelegene Kushimoto, dem südlichsten Punkt der japanischen Hauptinsel Honshu. Dieser südlichste Punkt ist gleichzeitig der nördlichste Punkt der Erde, wo es tropische Korallen gibt. Das ist dem Kuroshio-Strom zu verdanken, der ganzjährig sehr warmes Wasser quasi direkt vom Äquator herauf hierher trägt.

Ein Schnorchelgang begeistert meine japanische Helferin und mich gleichermassen. Diese Formen und Farben! Wer bei einem solchen Anblick noch behaupten will, dass dies alles nur ein Resultat von "Zufällen" und "Mutationen" ist, dass also anders gesagt die Natur einfach "blind" und nach dem Zufallsprinzip vor sich her wütet und dann so etwas hervorbringt, hat etwas Entscheidendes nicht begriffen, finde ich.

Dieser Kuroshio-Strom ist es übrigens auch, der immer wieder neue Schulen von Delfinen und anderen Walarten in japanische Gewässer treibt. Tiere also, die noch nichts vom Horror wie beispielsweise in Taiji mitbekommen haben. Dies ist wohl der Grund, warum überhaupt noch Delfine dicht an Taiji vorüberziehen. Würde es sich um ortsansässige Populationen handeln, wären sie entweder infolge der exorbitanten Bejagung längst ausgestorben oder sie würden die Gewässer hier meiden.

Zudem bringt der Kuroshio-Strom, der ähnlich funktioniert wie bei uns der Golfstrom, auch viel feuchtwarme Luft mit sich. Und die entlädt sich heute ab dem späteren Nachmittag mit schweren Regengüssen. Nach der Hitze und Trockenheit hier atmet die Natur spürbar auf.

Rückkehr mit leeren Händen

14. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Das ist schon fast wie "ausschlafen", als meine japanische Helferin und ich heute um sieben Uhr aufstehen. Die Tage zuvor mussten wir stets schon um vier Uhr in der Früh aus den Federn. Als erstes fahren wir mit dem Mietwagen von Katsuura acht Kilometer nach Taiji an die Bucht. Drei Streifenwagen stehen auf dem Parkplatz. Die etwa acht Polizisten wirken alle übermüdet. Sie tun mir leid. Die meiste Zeit über passiert hier gar nichts und es muss todlangweilig sein. Ich schätze ihre Arbeit sehr. Sie sind stets freundlich, korrekt, menschlich, professionell und hilfsbereit. Dank ihnen fühle ich mich hier sicher.

Heute herrscht an der Bucht eine Art gespenstisch-friedliche Ruhe. Wir steigen über eine Steintreppe auf den höchsten Punkt des etwa 50 Meter hohen Tsunami-Bergs, direkt über der Bucht. Ein atemberaubender Aussichtspunkt, der auch besten Überblick bietet, ob die Delfinjäger ihr buch(t)stäbliches Treiben verfolgen. Schon beim Hochsteigen hören wir das Brummen von Schiffsmotoren. Das verheisst nichts Gutes. Doch als wir oben ankommen, können wir beobachten, wie ein Jagdboot um das andere unverrichteter Dinge in den Hafen von Taiji zurückkehrt; zwölf Boote. Sie haben also keine Delfine gefunden, oder nicht die richtige Art. Wir sind erleichtert. Das bedeutet für uns auch, dass wir endlich mal einen Tag ruhiger angehen lassen und unsere Arbeitsrückstände etwas aufholen können.

Panik und Flucht

13. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Es waren wohl doch mehr als 40 Tümmler, welche die Jäger gestern in der Bucht zusammentrieben. Vielleicht 50-60. Andere beharren konsequent auf 80. Vielleicht habe ich die Zahl wirklich unterschätzt, oder ein Teil der Tiere war mit Netzen in die kleine Todesbucht gepfercht, wo sie für uns unsichtbar blieben. Die Auslese für Delfinarien heute beginnt um ca. 5.20 Uhr und dauert bis gegen Mittag. Dann wird es ruhiger in der Bucht. Dafür steigert sich die Unruhe nun hinter der Bucht. Radikale Nationalisten finden sich ein. Am Ende sind es deutlich mehr als die zuerst angekündigten acht bis zehn. Mit Lautsprecherwagen fahren sie auf der Strasse hin und her und skandieren antiamerikanische Slogans. Der Film "The Cove" wird beschimpft.

Auch die Polizeipräsenz ist massiv. Die Beamten sind wie immer professionell, aber heute nervöser als sonst. Das liegt wohl vor allem auch an der unversteckten Präsenz von drei Sea-Shepherd-Aktivisten, die an der Bucht mit Kameras filmen und die Aufschrift ihrer Organisation auf Shirts tragen. Ich bin überrascht, dass sie nicht verhaftet werden. Leute von Sea Shepherd werden in Japan als "Öko-Terroristen" betrachtet. Aber offenbar ist diesen Amerikanern nichts anzulasten. Zudem ist es vielleicht ein schlauer Schachzug, dass einer der Aktivisten seine 16-jährige Tochter mitgebracht hat. Schliesslich folgen meine japanische Helferin und ich der Empfehlung der Polizei, das Gelände zu velassen. Vorübergehend! Ich werde zurück kommen! Ich werde mir nicht nehmen lassen, zu beobachten, was mit den Tümmlern geschieht, die nach der Auslese übrigbleiben. Doch zunächst begleitet uns ein grosses Polizeiaufgebot schützend zum Auto.

Eine Stunde später bin ich wieder da. Diesmal allein. Alles ist viel ruhiger; fast alle Autos weg. Noch immer aber stehen vier Polizeifahrzeuge da. Dann erkenne ich, dass ich keinen Moment zu früh gekommen bin. Als ich die Kamera auspacke, machen sich die Delfinjäger gerade daran, das äusserste Netz zu öffnen. In der Bucht sind momentan noch etwa 40 Delfine gefangen. Ich schätze, dass rund 15 Tiere lebend zum Verkauf in Delfinarien ausgelesen worden sind. Bald ist das gesamte Netz eingezogen. Aber es dauert noch einen Moment, bis die Tümmler begriffen haben, dass sie frei sind. Zuerst behutsam, dann immer schneller schwimmen sie schliesslich von der Bucht weg und verschwinden rechts hinter dem Felsen, langsam gefolgt von bereitstehenden Jagdbooten. Mit Lärmstangen treiben die Jäger die Delfine nun gegen das offene Meer - eine "umgekehrte Treibjagd". Kurz darauf  sehe ich die Delfinschule schon 500 Meter weiter draussen wieder auftauchen. Jetzt suchen sie in wilder Flucht das Weite. Gischt-peitschend fliegen sie förmlich dem offenen Meer zu. Noch eine Weile ist der Fluchtweg der Tiere am weiss spritzenden und schäumenden Wasser zu erkennen. So etwas habe ich noch nie gesehen.

Was für einen Horror müssen sie durchgemacht haben, dass sie diesen Ort des Grauens so panisch verlassen. Immerhin haben sie ihr nacktes Leben zurück. Noch vor zwei Jahren wären sie allesamt abgeschlachtet worden. Die soziale Struktur der übriggebliebenen Delfinschule aber îst völlig zerstört. Alle jüngeren Weibchen fehlen. Sie sind das bevorzugte Ziel der Trainer und Händler. Diese Tiere werden den elenden Rest ihres Lebens in winzigen Becken fristen müssen, bevor sie in aller Regel früh sterben.


Die Delfinjäger kennen keinen Sonntag

12. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Wenn Wetter und Wasser passen, geht's raus auf die Jagd. Auch am Sonntag. Heute, am 12. September, haben sie rund 40 Tümmler in die Bucht getrieben. Andere Quellen sprechen von bis zu 80 Tieren. Das halte ich für völlig übertrieben. Trotzdem: Dies ist der bisher mit Abstand grösste Fang dieser Saison. Meine japanische Helferin und ich waren vor Ort, um zu filmen und fotografieren.

Morgen früh um 5 Uhr japanische Zeit wird wieder eine Auslese lebender Tiere für Delfinarien stattfinden. Und danach wird sich wiederum zeigen, ob sie die restlichen Delfine abschlachten oder freilassen. Ich nehme an, dass sie sie erneut freilassen. Vielleicht beginnen die tödlichen Fänge erst im Oktober? Hoffentlich gar nicht!

Leider komme ich momentan nicht dazu, Bilder hochzuladen. Es läuft einfach extrem viel, v. a. auch in Sachen Reaktionen nach dem Film DIE BUCHT auf  VOX TV von gestern Samstag. Zudem haben wir heute von der Polizei die Information erhalten, dass sich 8-10 radikale japanische Nationalisten angekündigt hätten, um "westlichen Aktivisten" in Taiji - gelinde ausgedrückt - die Arbeit zu erschweren. Wir werden sehen... Und halten Euch auf dem Laufenden.

Whale Watching vor Taijis Küste

11. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Zu meiner Überraschung wendet der Kapitän sein Schiff schon bald gegen Westen, nachdem wir aus Ugui ausgelaufen sind. Dieses kleine Nest liegt keine 12 Kilometer östlich von Taiji. Mit anderen Worten: wir bewegen uns mit diesem zum Whale Watching-Schiff umfunktionierten Fischerboot direkt in die Gewässer ausserhalb von Taiji. Meine japanische Helferin übersetzt, was der Kapitän sagt. Die Delfinjäger von Taiji seien heute früh ausgelaufen. Kein Wunder. Das Wetter ist perfekt. So ruhig habe ich den Pazifik hier noch selten gesehen. Doch die Jagdboote können wir nirgends ausmachen. Dabei sind wir direkt ausserhalb von Taiji. Die Jäger seien bereits zurück im Hafen, erklärt der Kapitän. Sie hätten nur Rundkopfdelfine gefunden, doch jetzt würden Tümmler gesucht. Deshalb ihre Heimkehr mit leeren Händen.

Und jetzt treffen wir ausgerechnet hier auf Rundkopfdelfine; eine Schule von vielleicht 30 Tieren. Sind es diejenigen, welche die Jäger schliesslich in Ruhe liessen? Hat der Kapitän von den Jägern erfahren, dass sich hier Rundkopfdelfine aufhalten? Die Begegnung mit den grau gefärbten kleinen Zahnwalen ist schön aber auch beklemmend. Es hat etliche Mütter mit Jungen. Der Kapitän steuert sein Schiff zwar behutsam und langsam, verfolgt die Tiere aber zu dicht und zu lange. Einige zeigen deutlich, dass sie sich gestört fühlen. Ein Tier aber zeigt weniger Scheu als die anderen. Ist er den Kontakt mit Menschen gewohnt? Dann die bizarre Entdeckung: Auf der linken Seite sind die Initialen RD (oder RO) in seine Haut geritzt.

Das macht auch den Kapitän neugierig. Und einmal hört meine Helferin, wie er bemerkt, dass der Delfin jetzt so nahe am Boot sei, dass man ihn problemlos harpunieren könnte. Delfinjagd und Delfine beobachten? Das scheint hier gleichzeitig möglich zu sein - solange noch Tiere übrigbleiben. Sicher ist aber auch, dass sich die Japaner an Bord über die Delfine, die sie hier beobachten können, freuen, und dass sie wohl entsetzt wären, wenn sie Zeugen einer Abschlachtung würden. Zurück im Hafen von Ugui macht der Kapitän sofort mehrere Anrufe. Seine Vermutung: Der mit Initialen markierte Rundkopfdelfin war in Taiwan zu Forschungszwecken eingefangen und wieder freigelassen worden. Nun ist er einige Tausend Kilometer nordöstlich von Taiwan wieder aufgetaucht - direkt ausserhalb der Bucht von Taiji.

Nicht verpassen! Heute! DIE BUCHT - Free TV Premiere auf VOX! 20.10

11. Sep 2010 von Hans Peter Roth

VOX TV

Das malerische Städtchen Taijii an der Südwestküste Japans ist ein Magnet für Touristen, denn vor der Küste leben besonders viele Delfine und andere Walarten. Überall in der Stadt stößt man auf Zeichnungen oder Statuen des faszinierenden Meeressäugers. Es scheint, als seien die Menschen von Taijii allesamt große Delfin-Liebhaber. Der frühere Delfin-Trainer Ric O'Barry kommt nach Taijii, um einen Film über die Stadt und das Leben mit den Delfinen dort zu drehen.

Die städtischen Behörden legen dem Film-Team von Anfang an Steine in den Weg. Ric O'Barry wird hellhörig, als die Polizei ihm einschärft, dass das Drehen in einer abgelegenen Bucht unter allen Umständen verboten sei und ein Verstoß drakonische Strafen zur Folge haben würde. Als O'Barry und seine Leute sich mit diversen Tricks Zugang zu der Bucht verschaffen, entdecken sie ein schockierendes Geheimnis: Jedes Jahr werden Tausende von Delfinen in die von der Öffentlichkeit abgeschirmte Bucht getrieben und auf engstem Raum zusammengepfercht. Einige wenige, besonders schöne Exemplare werden lebendig gefangen und an Delfinarien verkauft. Die Mehrheit der Meeressäuger wird von den hiesigen Fischern brutal harpuniert. Die Tiere, die erkennen, dass sie in einer Todesfalle sind, brechen in Panik aus. Trächtige Delfinkühe erleiden Fehlgeburten. Doch die Fischer verschonen keinen. Das Blut der sterbenden Delfine färbt das Meer in der Bucht rot.

Die Kadaver werden dann zu Fischkonserven verarbeitet oder direkt an die Menschen in Taijii verkauft. Ein weiterer Skandal, denn das Delfinfleisch ist stark mit Quecksilber belastet und stellt eine enorme Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar, die dieses nichtsahnend verzehren.

Ric O'Barry beschließt, der Weltöffentlichkeit die Bilder von den grausigen Geschehnissen in der geheimen Bucht von Taijii zu zeigen. Unter großen Risiken überlisten O'Barry und seine Leute die Sicherheitskräfte und filmen heimlich das schreckliche Massaker...  (Quelle: VOX TV)

Mehr Informationen sind hier zu finden

Film "Die Bucht" Politknüller zu Delphinmassaker

11. Sep 2010 von Hans Peter Roth

(Ein herzliches Dankeschön für diesen nachfolgenden Text an Willy Lochmann!)
Wir möchten Sie auf ein Fernseh-Ereignis hinweisen, das Sie nicht verpassen sollten, sofern Sie die Möglichkeit dazu haben. Es gab ja zum "Jahrestag" des "schlimmsten Terroranschlags in der Geschichte der Menschheit" schon Vorab-Sendungen, in welcher uns (ZDF, SF) die "offizielle Wahrheit" nochmals einimpfen wollten. Als "Gegengewicht" oder um die "Freiheit" der westlichen Presse zu demonstrieren, bringt das ZDF in der Nacht vom 11. auf den 12.9. eine "Nacht der Verschwörungstheorien": 01:45 Uhr; "Die Jagd nach Osama bin Laden"; 02:30 Uhr; "Der 11. September - Das Geheimnis des dritten Turmes"; 03:25 Uhr, "102 Minuten, die die Welt verändern". Davon dürfte höchsten der rote Beitrag interessant sein. Aber das nur nebenbei.
 
Denn man sollte eher dem Delphin-Massaker gedenken, das jeden Semptember im Japanischen Fischerort Tajii zelebriert wird. Und darauf möchten wir Sie hinweisen: Der TV-Sender VOX bringt im Abendprogram des Samstags, 11.9. 20.15-21.50 Uhr, die prämierte Film-Dokumentation "Die Bucht". Eine Wiederholung gibt es am 12.9. um 01.55-03.20. Der Film wird zusammen mit einem Interview mit Ric O'Barry in Dänemark ausgestrahlt und ohne Werbeunterbrechung gezeigt! Ich habe den Film schon zwei mal gesehen und hab' mich keine Minute gelangweilt. Die Dokumentation ist so spannend gedreht und bringt nicht nur Offenkundiges und Hintergründiges zu dieser Schande der Menschheit, sondern auch viele Zusammenhänge mit der globalen Politik, der in diesem Fall diese liebenswerten Delphine in Unmengen geopfert werden. Gruss, wl
 
Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier: www.diebucht.info
 
Im letzten Rundbrief (Nr. 76) hatten wir auf diesen Skandal hingewiesen:

Delphinhandel und -massaker

Bekanntlich sind Delphine den Menschen wohlgesonnen, retten sie zuweilen vor dem Ertrinken oder vor Haifischen. Auch sind diese Meeressäuger nicht nur intelligent, sondern haben ein vorbildhaftes soziales Bewusstsein, wenn nicht gar ein individuelles und sind andererseits enorm empfindlich auf Geräusche.

Vor einem halben Jahrhundert war es Richard O’Barry, der den Delphinen durch die „Flipper“-Filme zu einer gigantischen kommerziellen Popularität verhalf. Doch schon bald musste er zu seinem Entsetzen feststellen, welchem Stress er die Tiere dadurch aussetzte. Spätestens nachdem sich eines seiner Lieblingstiere „in seinen Armen“ vom Leben verabschiedete, in dem es zu Atmen aufhörte, war ihm klar, dass er das Unheil, das er angerichtet hatte, versuchen musste zu korrigieren. Seither klärt er auf und setzt sich gegen die Delphin-Shows u.ä. ein, bei denen die Tiere durch Enge, Lärm, Filteranlagen usw. unter Dauerstress stehen.

Einer der Tiefpunkte des Verhältnisses von Mensch und Delphin wird in dem japanischen Fischerdorf Tajii seit Jahren im September zelebriert. Mit vielen Jagdbooten und Metallstangen werden die Delphine durch den organisierten Lärm in eine kleine Bucht getrieben, wo die schönsten für den lukrativen Lebendhandel für Delphinarien ausgesucht und die übrigen in den folgenden Tagen auf brutalste Weise abgeschlachtet werden, um für wenig Geld deren hoch quecksilberhaltiges Fleisch auch noch zu verkaufen.

Freunde von Richard O’Barry konnten unter schwierigsten Umständen in der unzugänglichen Horror-Bucht filmen. Der Dokumentarfilm The Cove (Die Bucht) ist ein echter Krimi, der auch symptomatologisch die politischen Intrigen aufdeckt, denn das Ganze spielt sich letztlich auf weltpolitischem Niveau ab. Unser Freund Hans Peter Roth (hproth@gmx.ch) arbeitet als engagierter Journalist seit einiger Zeit mit Richard O’Barry zusammen, woraus ein Buch zum Thema des Films entstanden ist, das wir unseren Lesern gerne empfehlen möchten. Eine Bestellkarte liegt diesem Versand bei.

Kurzfristiges Ziel ist, mit Hilfe der Buchveröffentlichung (s. beiliegende Karte) und dem Oskar-gekrönten Film die nächsten Horrorereignisse im kommenden September zu verhindern. Es ist auch hier eine Frage des Bewusstseins, das für dieses hinterhältige und jahrelang geheime Verbrechen an den menschenfreundlichen Delphinen entwickelt werden muss. (Website: www.diebucht.info - mit Filmausschnitten.)

Hochbetrieb um Fünf Uhr früh

10. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Als wir heute früh mit unserem Mietwagen kurz nach 05:00 Uhr an der Bucht in Taiji eintreffen, herrscht dort schon Hochbetrieb - noch früher als sonst. Die neun Tiere - es sind mit grösster Wahrscheinlichkeit Rundkopfdelfine - sind allesamt mit einem Doppelnetz in der kleinen Todesbucht zusammengepfercht. Fischerboote laufen ein und aus. Motoren dröhnen. Der pure Horror für die Tiere. Das meiste lässt sich von der Strasse aus, wo wir stehen, nicht beobachten. Küstenwache, Fischer und Einheimische behalten uns argwöhnisch im Auge. Doch wir wissen, was hinter dem Felsen geschieht.

Boot um Boot verlässt die Todesbucht, mit einer Art "Bahre" auf der Seite, in welcher Delfine gefesselt zu den Pferchen im Hafen von Taiji gebracht werden. Dann bringen die Delfinjäger die Trainer und Händler zurück ans Ufer. Es wird ruhig. Jetzt trennt nur noch ein Netz vier übrig gebliebene Delfine von der Freiheit. Nach 20 Minuten kehren zwei Fischerboote zurück. Die Netze werden geöffnet. Die Tiere sind frei. Bisher mussten in dieser Jagdsaison noch keine Delfine in der Bucht sterben. Doch die Jagdzeit wird noch sehr sehr lange dauern.

Bisherige Bilanz: 1. Treibjagd am 1. September: Die Tiere entkamen oder waren für die Jäger uninteressant. 2. Treibjagd am 2. September: 20 Tümmler gefangen, drei lebend entnommen, 17 wieder freigelassen. 3. Treibjagd am 5. 9.: Ca. 10 Tümmler. 5 entnommen, 5 freigelassen. 4. Treibjagd am 9./10. 9. 9 Rundkopf-Delfine. 5 entnommen, 4 freigelassen.

Die vierte Treibjagd

09. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Richard London holt uns am Bahnhof von Katsuura ab, als wir dort aus Tokio eintreffen. Sofort fährt uns der Amerikaner, welcher hier während fünf Tagen zur Beobachtung ausgeharrt hat, mit seinem Mietwagen ins Nachbardorf. Taiji. Für mich ist es schon das sechste Mal, dass ich hier ankomme. Man kennt sich aus. "Fast wie nach Hause kommen" ist es aber nie. Beklommenheit hingegen ist ein Gefühl, welches mir schon in vertrauter Weise den Magen hochkiecht an diesem Ort, welcher sich so unangenehm vom restlichen Japan unterscheidet. Die Feindseligkeit im Dorf ist spürbar. Ein Ort in selbstauferlegter Abkapselung. Und das Wissen, was hier in der Bucht Jahr für Jahr geschieht, macht es nicht einfacher.

"Da sind sie." Richard zeigt mit dem Finger auf die Bucht, während er den gemieteten Toyota auf den gegenüberliegenden Parkplatz lenkt. "Delfine. Etwa zehn Stück." Er schüttelt den Kopf. "So ein Mist. Heute früh gefangen. Grosse Tiere. Weiss nicht, was für eine Art es ist." Er borgt mir das Fernglas. Ich glaube, es sind Rundkopfdelfine. Aber ganz sicher bin ich nicht. Und wieder die bange Frage: Was wird morgen früh geschehen? Wir werden dort sein. Dann wissen wir mehr.

Endlich Regen

08. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Das Geräusch ist seltsam vertraut und doch schon fast ungewohnt. Frühmorgens trommeln Regentropfen auf die Dächer von Tokios Vorstädten. Endlich! Nach einem rekordheissen und -trockenen Sommer fällt Regen. Selbst im September war es ungewöhnlich heiss und schwül - aber eben ohne Regen. Jeden Tag 35 Grad. Und wenn man nächtens um Drei schweissgebadet erwachte, zeigte das Aussenthermometer immer noch 28 Grad... Alles scheint aufzuatmen. Aber dann regnet es gleich so viel, dass es in der Umgebung von Tokio zu Überschwemmungen kommt. Der erste Taifun der Saison hat aber weit mehr Erleichterung als Schäden gebracht und zieht bald weiter. Dahinter soll das Wetter wieder für mehrere Tage schön und ruhig bleiben.

Dies gilt auch für die Kii-Halbinsel, an dessen Südspitze und damit nahe dem südlichsten Punkt der japanischen Hauptinsel Honshu das Fischerdorf Taiji liegt. Mit anderen Worten: weiterhin ideale Bedingungen für die Delfin-Treibjagd.

Fantastische Begegnung der Zweiten Art

07. Sep 2010 von Hans Peter Roth

"Willkommen an Bord!" Erwartungsvoll steigen wir auf das Jagdboot von Izumi Ishii. Dieser macht die Leinen los und ab geht's. Zu unserer Linken gleitet das Schlachthaus vorüber, wo bis 1999 zehntausende Delfine auf grauenvollste Weise sterben mussten - lebendig ausgeblutet... Seither gab es "nur" noch zwei Treibjagden, bei denen aber nur wenige Tiere starben - schlimm genug - und etliche lebend an Delfinarien verkauft wurden - schlimm genug. Trotzdem: mit jedem Jahr wächst für uns die begründete Hoffnung, dass es hier in Futo zumindest mit der Delfin-Sch(l)ächterei für immer vorbei ist. Dann sind wir draussen in der Bucht vor Futo. Hier wird in Netzgehegen Meeresgetier gezüchtet. Ein weiteres gutes Zeichen für uns. Denn diese fix installierten Netze, die sich nur mit viel Aufwand verschieben lassen, kommen allfälligen Delfinjagden buchstäblich ins Gehege, weil sie den Weg versperren.

Ishii steuert sein Jagdboot aufs offene Meer. Delfine sehen wir keine. Sie sind nicht einfach zu sehen bei diesem doch recht unruhigem Wasser. Zudem hat es immer weniger und aus naheliegenden Gründen meiden die Delfine die Bucht vor Futo heute eher. Trotzdem kommen wir voll auf unsere Kosten. Izumi Ishiis geübte Augen haben einen Hammerhai ausgemacht! Ein Riesentier - finde ich jedenfalls. Mindestens drei Meter lang. Er bleibt ganz ruhig, sodass wir ihn mehrmals in respektvollem Abstand umkreisen können; beobachtet uns und das Boot. Ich bin sprachlos. Was für ein schönes Tier. Als ob man einem "Löwen" oder "Tiger" im Meer begegnen würde. Diese ruhige Kraft und Anmut... Umso mehr wird bewusst, wie schlimm es ist, dass die Haie so erbarmungslos verfolgt werden. Es war richtig, im Buch DIE BUCHT von Ric O'Barry und mir den Haien ein ganzes Kapitel zu widmen.

Kurz darauf werden wir nebst vielen fliegenden Fischen auch noch von einem Blauen Marlin, einem nahen Verwandten des Schwertfisches und einem der schnellsten Fische, die es gibt, beglückt. Ebenfalls ein würdevolles Riesentier, wenn man mit dem Auge den Abstand zwischen Finne und Schwanzflosse misst. Auch er lässt sich treiben und durch uns nicht aus der Ruhe bringen. Glücklich steuern wir schliesslich wieder den Hafen von Futo an. Der Wind frischt nun auf. Zum krönenden Abschluss tragen die immer stolzeren Wellen weisse Kronen. Ist endlich ein Wetterwechsel im Anzug?

Einer gegen alle

06. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Izumi Ishii war Delfinjäger in fünfter Generation in Futo. Als er eines Tages in den 1990er Jahren nach erfolgreicher Treibjagd wieder in den Hafen des kleinen Fischerortes nur 100 Kilometer von Tokio entfernt einlief, um den Fang zu töten, konnte er nicht mehr. Er sah das Leid dieser Tiere. Er spürte es. Also wandte er sich gegen seine Kollegen, die anderen Delfinjäger. Rief sie auf, den Delfinfang zu stoppen, Alternativen zu finden. Das war sozialer Selbstmord, ganz besonders in einem ländlichen japanischen Dorf. Ishii liess sich nicht beirren. Er fand Menschen, die ihn unterstützen, innerhalb und ausserhalb von Japan. Mit dieser Hilfe und seiner beharrlichen Ausdauer begann er, Wal- und Delfinbeobachtungen anzubieten. Mit Erfolg!

Heute fährt er mit seinem Jagdboot bis zu 2000 und mehr Gäste - 90 Prozent davon aus Japan - auf den Pazifik vor Futos schöner Küstenlinie, um die Meeressäuger zu beobachten. Damit macht er viele Menschen - und sich selbst - glücklich und verdient erst noch gutes Geld. Mittlerweile hat er auch den Respekt der anderen Fischer zurückgewonnen. Und manch einer fragt ihn hinter vorgehaltener Hand, wie er denn sein "Dolphin Watching Business" führt. Denn manchmal hat Izumi Ishii sogar zu viele Kunden. Dann profitieren andere ehemalige Delfinjäger und können ebenfalls mit Touristen auf Beobachtungstour. Heute sind wir dran! Einige der Leute, die wegen des Films "Die Bucht" nach Tokio gekommen sind, wollen eine Ausfahrt mit ihm erleben. Die Vorfreude ist gross!

Die letzte Treibjagd fand hier im Jahr 2005 statt. Allerdings haben die Fischer in Futo noch immer die Lizenz zum Töten von mehr als 400 Tieren pro Jahr. Eine Situation zwischen Hoffen und Bangen. Doch mehr davon später.

Mehr über eine frühere Ausfahrt mit Izumi Ishii ist auf dieser Webseite in meiner Leseprobe nachzulesen.

Nicht schon wieder

05. Sep 2010 von Hans Peter Roth

"Es war als sackte mir das Herz herunter", berichtet Ruth aus New Mexico. Sie ist soeben von Taiji nach Tokio zurückgekehrt. "Wir standen an der Bucht und wollten uns gerade auf den Heimweg machen. Ein wunderschöner Morgen, geradezu idyllisch. Da tauchten sie auf. Zehn Jagdboote in einer Reihe." Bald waren die letzten Zweifel ausgeräumt. Ruth und einige weitere Beobachtende wurden Zeugen der dritten Treibjagd dieser Saison.
Zehn Tümmler trieben die Jäger in die Bucht. Fünf davon sollen bereits vom Walfangmuseum in Taiji bestellt sein. Die anderen fünf? Werden sie auch verkauft? Schwer zu sagen. Selten eignen sich alle gefangenen Tiere für die Gefangenhaltung in Delfinarien. Wir werden es erfahren. Ein Mann bleibt für uns vor Ort und wird berichten.

Auch wenn diese Saison bisher noch keine Delfine getötet worden sind - ein Horror ist es allemal. Ich wiederhole das Zitat von Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare: "Delfine zu fangen für Delfinarien ist nichts anderes als Walfang mit verzögerter Todesfolge." Dieser kleine Familienverband von zehn hoch sozialen Tieren ist zerstört.
Wenn einige wenige dieser Tümmler wieder ins offene Meer gejagt werden, sind sie auf sich allein gestellt kaum überlebensfähig. Wenn sie Glück haben, können sie sich einer anderen Schule von Delfinen anschliessen - die vielleicht ihrerseits das Glück hatten, nicht den Delfinjägern ins Messer gelaufen zu sein.

Schwimmen in der Bucht

04. Sep 2010 von Hans Peter Roth


Schon sind die ersten "unserer" Leute aus Taiji zurückgekehrt und können aus erster Hand berichten. Heute früh liefen keine Jagdboote aus. Offenbar ist es im Fischerort zeitweise geradezu gespenstisch ruhig. Zu "Begegnungen" mit Rechtsnationalisten ist es nie gekommen. Sie sind nicht dort, so wie es aussieht. Auf einer der wichtigsten Homepage dieser Fanatiker ist zu lesen, dass DIE BUCHT auf ihrer Agenda kaum mehr Bedeutung hat. Andere Themen sind im Vordergrund und vielleicht sind ihnen nebst dem Interesse auch Zeit und das Geld ausgegangen, um nach Taiji zu reisen.

Dennoch war es an der berüchtigten Hatajiri-Bucht in Taiji auch heute "heiss". Der Sommer dauert in Japan mit unverminderter Hitze und Trockenheit an. So kam es, dass einige "unserer" Frauen, die an der Bucht standen, die zahlreich anwesenden Polizisten fragten, ob es in Ordnung sei, in der Bucht ein kühlendes Bad zu nehmen. Zur allseitigen Überraschung wurde es erlaubt, "solange keine Netze und Delfine in der Bucht" seien. Sechs Frauen und ein Mann stiegen in Shorts und Shirts ins Wasser, schwammen, und formten unter den Augen von vielen Beamten und Medienleuten einen Kreis, um für das Ende der Treibjagd zu beten. Vielleicht haben die Polizisten das auch einfach zugelassen, weil sie den Anblick der Frauen in ihren nassen T-Shirts interessant fanden.

Sicher ist: Solange nicht Delfinjagd-Saison ist, dient die Hatajiri-Bucht als Bade-Bucht. Ich für meinen Teil wäre an diesem Ort des Grauens, wo schon Zehntausende Delfine in Panik tagelang in der Falle sassen und brutal abgeschlachtet wurden, wohl eher nicht ins Wasser gestiegen.

Sie leben

03. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Rund 50 Leute aus verschiedenen Ländern haben sich hier in Tokio bis zum 1. September eingefunden, um Dellfinschützer Ric O'Barry bei seinem Kampf gegen die Delfinjagd in der "Saison Eins nach dem Oscar" (für den Film "DIE BUCHT") zu unterstützen. Heute früh sind die ersten davon nun erst mal abgereist nach Taiji. Natürlich gings nach der Ankunft sofort zur Bucht. Aber nichts rührte sich. Kein Mensch da - und keine gefangenen Delfine in der Bucht! Was ist geschehen? Wurden sie getötet? Ein versteckter Blick vom Tsunami-Berg in die Todesbucht, den kleinen, auf Strassenhöhe nicht einsehbaren Teil der Bucht, wo die Delfine jeweils abgeschlachtet werden, gibt Klärung. Keine Spur von Blut im Wasser.

Die Nachforschung bei einem uns bekannten japanischen Polizeibekannten unweit von Taiji (welchem wir jeweils unsere Reisen nach Taiji telefonisch ankündigen) ergibt folgendes Bild: Gemäss ihm sind von den 20 Tümmlern, die gestern in die Bucht getrieben wurden, heute früh einige Tiere für den Lebendhandel ausgelesen worden. Danach haben die Jäger die restlichen Delfine freigelassen. Diese Angaben sind ohne Gewähr, entsprechen aber höchstwahrscheinlich den Tatsachen. Das ist eine traurige wie auch erfreuliche Nachricht. Traurig, weil die ausgewählten Tümmler eine grauenvolle, sozial völlig isolierte Zukunft in winzigen Becken erwartet. Delfine zu fangen für Delfinarien ist nichts anderes als Walfang mit verzögerter Todesfolge. Erfreulich ist die Nachricht natürlich deshalb, weil die restlichen Delfine ihr Leben zurück erhalten haben. Hoffentlich wird das in der Zukunft zur Regel. Viele Delfine müssten so nicht sterben. Jeder zählt.


2. Tag - 2. Jagd

02. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Das ist bitter, aber es war zu befürchten: Heute sind erneut sechs Jagdboote der Delfinjäger von Taiji ausgelaufen, um Delfine zu finden. Diesmal sind sie fündig geworden und haben gejagt mit ihrer üblichen Methode: Auf Lärmstangen hämmern, die Meeressäuger so in Panik versetzen und vor sich hertreiben. Diesmal entkamen die Delfine leider nicht. Eine Schule von rund 20 Tieren ist jetzt in der Bucht von Taiji gefangen. Was morgen Freitag in der Früh mit ihnen geschehen wird, wissen nur die Jäger selbst. Werden die Geeigneten für Delfinarien ausgelesen? Was passiert mit den anderen? Werden diese Restlichen abgeschlachtet? Oder werden sie überhaupt allesamt abgeschlachtet? Morgen wissen wir es. Spannung und Bangen. Das Wetter ist hier wie auch in Wakayama, wo die Jagden stattfinden, zurzeit sehr trocken, heiss und fast windstill, also ideal für die Treibjagd - leider.

Gegen eben diese Delfin-Treibjagden hat Delfinschützer Ric O'Barry heute Morgen der amerikanischen Botschaft in Tokio eine Petition überbracht. 1.7 Millionen Menschen aus aller Welt unterschrieben sie. Damit fordern sie das Ende der brutalen Treibjagden in Japan; des zynischen Lebandhandels mit gefangenen Tieren für Delfinarien; des blutigen  Abschlachtens; und der Verseuchung von arglosen Konsumenten mit hochgradig Quecksilber-verseuchtem Delfinfleisch, welches darüber hinaus auch noch oft falsch deklariert ist. Warum überreichte Ric O'Barry die Petition einem Vertreter des US-Botschafters? Damit die amerikanische Vertretung diese Unterschriften den geeigneten japanischen Behörden zur Kenntnis weiterreichen können.  

Erster Jagd-Tag, erste Jagd

01. Sep 2010 von Hans Peter Roth

Zwar gut in Japan angekommen, aber Jet-Lag noch kaum überstanden, geht es schon los. Ab heute Mittwoch, 1. September, ist die Jagdsaison für Delfine und gewisse andere kleine Zahnwale in Japan wieder offiziell eröffnet. Und die Delfinjäger von Taiji haben schon gleich am ersten Tag keinen Zweifel daran gelassen, wie es aus ihrer Sicht weitergehen soll. Sie sind schon heute zur Jagd ausgefahren. Die Jäger aus dem südjapanischen Fischerort haben auch eine Delfinschule gefunden und diese mit ihren Jagdbooten und Lärmstangen gehetzt. Das ist die schlechte Neuigkeit. Die Gute: Die Delfine sind entkommen! So wurden also an diesem ersten Jagdtag in Taiji keine Delfine gefangen.

Gut ist auch der Anlass, welche die Leute um Delfinschützer Ric O'Barry in Tokio statt Taiji organisiert haben, weil es in Taiji wegen der Drohungen von Rechtsnationalisten zu gefährlich wurde. Rund hundert Leute - je zur Hälfte aus dem Westen und aus Japan - haben heute Abend am Empfang teilgenommen, an welchem Ric nebst anderen Gästen über die aktuelle Situation sprach. "Wir lieben Japan und kommen in freundschaftlicher Absicht", sagte O'Barry an einem Abendessen vor den Aktivisten und Journalisten. "Gerne hätten wir Geschäfte und Hotels in Taiji besucht, um dort mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und mit ihnen über die Quecksilberverseuchung von Delfinfleisch oder Alternativen zur Delfinjagd zu sprechen." Doch die Rechtsnationalisten hätten genau dies verhindert: "Diese Leute kommen nicht mal aus Taiji. Aber sie haben verunmöglicht, dass wir dort unser Geld ausgeben", sagte Richard O'Barry.

Vertuschung der Ölkatastrophe nimmt Orwell’sche Dimensionen an

13. Jul 2010 von Hans Peter Roth

Unfassbar aber wahr? Wie CNN berichtet, hat die US-Regierung eine neue Vorschrift erlassen, wonach sich jeder Journalist, Reporter, Blogger oder Fotograf strafbar macht, der den Aufräum- und Auffangmaßnahmen, einem Gerät oder Schiff im Golf von Mexiko zu nahe kommt. Jedem, der erwischt wird, drohen Verhaftung, ein 40.000-Dollar-Bußgeld und eine Anklage wegen eines schweren Verbrechens.

CNN-Reporter Anderson Cooper: »Eine heute erlassene neue Vorschrift, die Gesetzeskraft besitzt und der zufolge Bußgelder und Anklagen wegen schwerer Verbrechen erhoben werden können... wird Reporter und Fotografen daran hindern, in die Nähe von Öl-Barrieren und ölverschmierten Tieren zu kommen, d.h. genau dahin, wo wir eigentlich sein müssten. Inzwischen sind Sie vielleicht bereits daran gewöhnt, Aufräumteams zu sehen, die die Medien abwehren, oder private Sicherheitsdienste, die die Hand vor die Kameras halten, sowie ganz normale Arbeiter, die keinen Ton mehr sagen, oft nicht einmal, für wen sie arbeiten, weil sie um ihren Job fürchten.«

Natürlich soll diese neue Vorschrift den Zugang der Medien zu den Aufräum- und Auffangaktionen einschränken, damit keine Bilder von ölverschmierten Seevögeln im Fernsehen auftauchen. Damit wird die Aufräumaktion an der Golfküste zu einer regelrecht unheimlichen Orwell’schen Realität, in der die Nachrichten von der Regierung geformt, zensiert und kontrolliert werden, damit die Öffentlichkeit die Wahrheit darüber, was wirklich am Golf geschieht, nicht erfährt.

In der Tat ist es in den letzten Tagen zum Thema Ölkatastrophe geradezu rätselhaft still geworden, nachdem die Medien schon zuvor bei weitem nicht der Tragweite entsprechend über diese gigantische Verheerung berichtet haben.

Mehr dazu hier

Gegengift ist viel giftiger als Öl

07. Jul 2010 von Hans Peter Roth

Die Waffe von BP im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ist tödlicher als das Öl selbst: Corexit. Das hat den Ölmulti nicht davon abgehalten, mehrere Millionen Liter des hochtoxischen Nervengifts im Meer zu verteilen.

«Nichts ist schlimm genug, als dass es nicht noch schlimmer sein könnte.» Die bittere Weisheit des spirituellen europäischen Meisters Franz Bardon lässt sich anders ausdrücken, wenn es um die Ölpest am Golf von Mexiko geht: Nichts ist schlimm genug, als dass man es nicht noch verschlimmern könnte. Dies beweist der Ölgigant BP bei der Bekämpfung der gigantischen Ölkatastrophe nach dem Untergang der Bohrplattform Deepwater Horizon mit kläglichen bis verheerenden Mitteln.

Zu den verheerenden gehört Corexit. Die ätzende, neurotoxische Substanz wurde schon 1989 bei der Havarie des Tankers Exxon Valdez in Alaska zur Auflösung des Ölteppichs eingesetzt. Tatsächlich hat Corexit die Eigenschaft, die klebrige Masse in winzige Tropfen zerfallen zu lassen. Dadurch mischt sich das Öl mit dem Wasser und treibt nicht mehr an der Oberfläche.

Geheimes Giftrezept

Doch die amerikanische Herstellerfirma Nalco hält nicht von ungefähr die genaue Zusammensetzung des hochgiftigen Corexit geheim. Der chemisch aktive Hauptbe­standteil des Dispergatoren kommt einem bereits in kleinsten Mengen tödlich wirkenden Nervengift oder Pestizid gleich. Davon unbeeindruckt hat BP allein bis Mitte Juni bereits mehr als vier Millionen Liter der Todeslösung über die betroffenen Meeresgebiete im Golf versprüht oder unter Wasser ausgebracht.

«Die Mischung hat eine chemische Toxizität, die in vieler Weise schlimmer ist als das Öl», warnt Meeresbiologe Richard Charter. Der Berater der US-Behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) hat die Methode für die norwe­gische Umweltorganisation Bellona untersucht – und hält sie für ein «gigantisches Experiment». Es gebe keine guten Optionen: «Man will den Schaden für die Küste minimieren, könnte dadurch aber dem Ökosystem auf See noch schwerer schaden.»

«Ökologischer Alptraum»

Und der Umweltforscher Terry Hazen befürchtet einen «ganz neuen ökologischen Alptraum». Manche der Lösungsmittel seien «weit giftiger als das Öl selbst». Hazen hat die Technologie schon nach der Havarie des Tankers «Exxon Valdez» in Alaska 1989 untersucht. Sein Rat: Die nicht abschöpfbaren Ölreste in Ruhe lassen und darauf warten, dass natürliche Mikroben ihn von selbst zersetzen. In Großbritannien ist Corexit nach Freilandversuchen an Küstenabschnitten wegen seiner Giftigkeit bereits vor zwölf Jahren verboten worden.

Meeressäuger als Pfand für US-Militärbasis?

18. Jun 2010 von Hans Peter Roth

Er ist brandgefährlich, der faule Kompromiss, über den die Walfangtagung Ende Juni in Agadir, Marokko, verhandelt. Er würde den Fang von bis zu 1400 Bartenwalen jährlich legitimieren und damit alle Walschutzerfolge der letzten Jahrzehnte zunichte machen.

Es war 1986, als das von der Internationalen Walfangkommission IWC beschlos­sene Walfangmoratorium in Kraft trat. Eine der bisher grössten Errungenschaften der internationalen Artenschutzbewegung. Sie hat Hunderttausenden Walen das Leben gerettet. Diverse Nationen haben in der Folge den Walfang für immer eingestellt. Drei Länder aber ignorieren den strengen Schutz der Meeresriesen bis heute in nationalistischer Verblendung und mit bizarren Argumenten: Japan, Norwegen und Island.

Ausgerechnet diese drei Verweigerungsnationen, welche die Errungenschaften der IWC mit oft illegalen Mitteln konsequent unterwandern, würden nun für ihre Sabotage auch noch belohnt: Mit jährlichen Fangquoten von bis zu 1400 Tieren! Dies falls anlässlich der aktuellen IWC-Tagung ein sogenannter «Kompromiss» die erforderliche Mehrheit findet.

Jäger werden belohnt

Innerhalb der IWC ringen zwei etwa gleich starke Lager um den Schutz respektive die kommerzielle Ausbeutung der Wale. Mit dem angeblichen Ziel, die festgefahre­nen Positionen aufzubrechen, wurde in den vergangenen zwei Jahren hinter verschlossenen Türen ein Kompromiss ausgehandelt, der nun auf dem Tisch liegt. Er sieht vor, das kommerzielle Walfangverbot für zehn Jahre ausser Kraft zu setzen. Ein potenzieller Dammbruch im Walschutz. Selbst stark gefährdete Arten könnten wieder kommerziell bejagt werden – und das sogar im Schutzgebiet um die Antarktis.

«Es wäre zynisch, ausgerechnet im Jahr der Biodiversität das wichtigste Schutz­abkommen für die Wale auszuhebeln», meint Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. Die Schweizer Organisation zum Schutz der Meeressäuger und ihrer Lebensräume hat im Vorfeld der Walfangtagung versucht, möglichst viele IWC-Delegierte von den fatalen Konsequenzen des Kompromissvorschlags zu überzeugen. «Die Walschutzseite soll mit marginalen Zugeständnissen abgespeist werden, unter anderem einem Walschutzgebiet im Südatlantik, wo überhaupt keine Wale gejagt werden», kritisiert Sigrid Lüber weiter.

Zynische US-Politik

Federführend hat in einer Gruppe von elf Ländern die Delegation der USA diesen Pseudo-Kompromiss mit ausgebrütet. Ein bemerkenswerter Sinneswandel seit Obamas Regierungsantritt. Zuvor vertrat die US-Delegation den Walschutz. Warum diese Kehrtwende, mit welcher sich Obama zum Anwalt von Japans hoch subventio­nierter Walfangindustrie mausert und damit einmal mehr die Umweltschützer bitter enttäuscht? Ein Blick hinter die Kulisse zynischer politischer Kuhhändel lässt eine düstere Vermutung aufkommen.

Im Herbst 2009 hatte der neue japanische Premierminister Yukio Hatoyama sein Amt mit dem Wahlversprechen angetreten, die unter der japanischen Bevölkerung verhasste US-Militärbasis Futenma auf Okinawa aufzulösen oder von der Insel wegzuverlagern. Ein solches Ansinnen gefiel der US-Besatzungsmacht indessen gar nicht. Sowohl Obama wie auch sein Verteidigungsminister Robert Gates liessen Hatoyama bei Besuchen in Japan im letzten Herbst ihren Unmut über dessen Wahlversprechen spüren. Schliesslich knickte der Premier ein.

Kuhhandel betrifft Seekühe

Zwar soll die Militärbasis tatsächlich aus Futenma verschwinden. Doch dafür ist nun ein massiver Ausbau des US-Stützpunkts Camp Schwab im Norden Okinawas vorgesehen. Vor Camp Schwab aber liegt eines der wertvollsten Korallenriffe in Japan. Ausgerechnet dort sind Japans letzte Dugongs, eine vom Aussterben bedrohte Seekuh, heimisch. Das kümmert die US-Besatzungsmacht offensichtlich wenig.

Trotzdem scheint es in dieser Sache zu einer Art «Deal» zwischen den USA und Japan gekommen zu sein. So zumindest die Vermutung von Mark J. Palmer, Direktor der Abteilung Meeressäuger bei der amerikanischen Umweltorganisation Earth Island Institute (die das Dolphin Safe Label entwickelt hat): «Die Amerikaner könnten Japan zugesichert haben, dass die US-Vertretung an der IWC Japans Anliegen für die Wiederaufnahme der kommerziellen Waljagd unterstützen würden», lautet Palmers düstere Ahnung: «Dies, falls die japanische Regierung vom Ansinnen abrückt, US-Truppen von Okinawa wegzuverlagern.»

Am 2. Juni nahm Yukio Hatoyama seinen Hut. Weil er sein Wahlversprechen betreffend der US-Basis Futenma gebrochen habe, wie der zurücktretende Premier erklärte. Also weil die US-Truppen von Futenma auf Okinawa bleiben. Und an der Internationalen Walfangkonferenz in Marokko spielt die US-Delegation derweil Steigbügelhalter für die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs. Ganz im Sinne Japans.

Deutschland ändert Position

Der deutsche Bundestag hat Mitte Juni festgelegt, dass Deutschlands Vertretung an der aktuellen IWC-Tagung den Ausstieg aus jeglichem kommerziellen Walfang sowie ein umgehendes Ende des Fangs bedrohter Walarten und in Schutzgebieten fordern soll. Deutschlands IWC-Vertreter trugen zunächst den besagten faulen Walfang-Kompromiss mit (siehe Hauptartikel) und haben erst nach massivem Protest von Umweltorganisationen und aus der deutschen Bevölkerung ihre Haltung geändert. Da Deutschlands Position in dieser Sache innerhalb der EU von zentraler Bedeutung ist, erhält die Hoffnung, dass die Walfangtagung kein Waterloo für den Walschutz wird, neue Nahrung.  

 

Obamas Katastrophen-Politik

19. Mai 2010 von Hans Peter Roth

Die Politik von US-Präsident Barack Obama entpuppt sich mehr und mehr als Alp­traum für die Mitwelt und die Tierwelt. Katastrophen-Politik ist hier wörtlich zu nehmen.

Geschlagene zwei Wochen dauerte es, bis sich der Herr Präsident nach Beginn der Ölkatastrophe zur betroffenen Region bequemte. Erbärmliche Schuldzuweisun­gen der Konzernverantwortlichen untereinander, statt das Problem gemeinsam anzu­packen, sowie zynische Äusserungen des kaltschnäuzigen BP-CEO gegen Bohrver­bote oder -einschränkungen liess Saubermann Obama einfach geschehen.

So ist das nachträgliche Lamento des Präsidenten über die namenlose Schlamperei innerhalb der Privatkonzerne, die Vetternwirtschaft und die Verhinderungspolitik seiner eigenen Ämter unglaubwürdig. Gerade mal zwei Wochen vor der Ölkatastro­phe im Golf gab Obama grosse Teile des amerikanischen Küstenschelfs für Ölboh­rungen frei. Mitte Februar hatte er bereits eine mit Steuermilliarden massiv subventio­nierte Renaissance der amerikanischen Kernkraftwerke verkündet.

Und im Juni will sich die US-Delegation von Obamas Regierung an der Internationalen Walfangkonferenz in Marokko für eine Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs einsetzen. So brüskiert Obama die Umweltschützer, die einst zu seinen treuesten Anhängern zählten. Seine Umweltpolitik könnte noch verheerender sein als die seines Amtsvorgängers George W. Bush.

Gegen die Waljagd! Brief an Angie

17. Mai 2010 von Hans Peter Roth

Das Walfangmoratorium ist akut gefährdet.

Schreibt Briefe an die Bundeskanzlerin Angela Merkel (Vorlagebrief weiter unten), an folgende Briefanschrift:

Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin
Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

Eine Nachricht kann auch digital versandt werden unter diesem Link.

Oder Emails an: angela.merkel@bundesregierung.de,

Mit Kopie an: ilse.aigner@bundestag.de, http://www.facebook.com/l/73983;ilse.aigner.ma01@bundestag.de, guido.westerwelle@bundestag.de, norbert.roettgen@bmu.bund.de, rainer.bruederle@bmwi.bund.de, poststelle@bmelv.bund.de,

Thema: Wir fordern ein absolutes Walfangverbot!

(Datum)

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,
Sehr geehrte Frau Ministerin Aigner,

Seit Wochen wartet die internationale Öffentlichkeit auf eine klare Stellungnahme der Bundesregierung Deutschland zu dem fatalen Vorschlag der Internationalen Walfangkommission (IWC), der den kommerziellen Walfang wieder erlauben würde, bis zum heutigen Tag vergebens. Australien, Neuseeland, England, Mexico, Chile und jetzt auch Holland haben diesem Vorschlag bereits eine ganz klare Absage erteilt. Vor allem an der Regierung Hollands und Englands sollte sich die Regierung der Bundesrepublik Deutschland ein Beispiel nehmen, beide Länder hatten sich schon bei der CITES Konferenz für mehr Artenschutz und gegen bestehende, irrelevante EU-Regelungen stark gemacht.

Es ist bereits verwerflich genug, dass die Regierung an diesem IWC-Vorschlag tatkräftig mitgearbeitet hat, obwohl auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar zu lesen ist: 'Die Bundesregierung lehnt den kommerziellen Walfang entschieden ab. Das gilt in gleicher Weise für den so genannten wissenschaftlichen Walfang', und die Regierung durch ihr Verhalten diese Worte nicht nur ad absurdum führt und sich selbst als Lügnerin in der Weltöffentlichkeit darstellt, aber dass damit auch das Bild der Bundesrepublik Deutschland an sich in ein schlechtes Licht gesetzt wird, ist absolut empörend und nicht tragbar.

Weiterhin wird mit Bundestagsbeschluss vom Mai 2007 die Regierung ganz klar aufgefordert 'für die Beibehaltung des Moratoriums einzutreten und jegliche Vorschläge abzulehnen, die zur Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs führen'.

Auch sollte der jetzt veröffentlichte UN-Bericht zur biologischen Vielfalt: 'Dramatischer Verlust der Vielfalt. Die Weltgemeinschaft versagt beim Artenschutz' der Regierung nicht nur zu denken geben, sondern auch zu sehr raschem handeln veranlassen, da der IWC-Vorschlag sogar das Abschlachten bereits sehr bedrohter Walarten beinhaltet und ausdrücklich erlaubt.

Zudem wird dieser IWC-Vorschlag zusätzliche Millionen an Steuergeldern verschlingen, in einer Zeit von weltweiten Finanzkrisen absolut untragbar.

Wir fordern daher die Regierung der Bundesrepublik Deutschland auf, umgehend dem bestehenden IWC-Vorschlag eine ganz klare und eindeutige Absage zu erteilen. Dem grausamen und unmenschlichen Akt des Walfangs muss endgültig ein Ende gesetzt werden. Es ist Ihre Pflicht, nicht nur diesen Planeten und vor allem die Ozeane und deren Lebewesen, die sich bereits in einem alarmierendem Zustand befinden, zu schützen, sondern auch den Willen der Bürger zu vertreten. Wir wollen und fordern ein komplettes Walfangverbot, welches das Töten von Delfinen einschließt.

Wir sind die Wähler und das Wahlergebnis von Nordrhein-Westfalen sollte Ihnen eine Warnung sein, die nächsten Wahlen kommen ganz sicher.

Die internationale Öffentlichkeit wartet auf eine baldige Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

(Name, Vorname, Nationalität)

Gelungener Cove-Event an der Ecole d'Humanité

16. Mai 2010 von Hans Peter Roth

Vor ca. 160 Schülerinnen und Schülern der Ecole d'Humanité konnte ich heute Abend einen Vortrag halten. Ein gelungener Event. Die Anwesenden liessen sich mitreissen! Wie schon in Freiburg-Breisgau am letzten Mittwoch ist es eine Freude zu sehen, wie dieser Film viele junge Leute bewegt. Besonders originell war die Idee des Lehrers Michael Schreier, am Nachmittag vor der Vorstellung "Flippers Great Adventures" zu zeigen. Für mich eine Premiere und als Ko-Autor von Ric O'Barry ein wichtiges Stück "Allgemeinbildung".

Danke allen, die diesen Anlass möglich gemacht haben!

Die Super-Menschen von Taiji

07. Mai 2010 von Hans Peter Roth

Es zeichnet sich ab, dass die Erkenntnisse von Dr. Koji Okamoto vom japanischen Insititut zur Untersuchung der Minamata-Krankheit (NIMD) "überraschendes" zu Tage fördern werden: Hunderte von Menschen im Fischerort Taiji zeigen massiv erhöhte Quecksilber-Werte. Werte, die unweigerlich zu körperlichen Schädigungen führen müssen, welche sich durch die bekannten Symptome der Minamata-Krankheit äussern: Koordinations-Störungen, Sehstörungen, Gedächtnisstörungen, Lähmung, Missbildungen bei Föten, etc. etc.

Doch all den Menschen in Taiji, die sich durch den Konsum von Delfinfleisch selber mit Schwermetall verseucht haben, scheint dies nichts auszumachen. Sie sind kerngesund! Ganz im Gegensatz zu allen Menschen im Rest der Welt, welche durch solch hohe Quecksilberwerte im Körper unweigerlich krank würden. Auf den Färöer-Inslen etwa hat das Gesundheitsministerium allen Menschen dringend empfohlen, kein Fleisch von Grindwalen (auch eine Delfinart, die dort ähnlich blutig gejagt wird wie in Taiji) mehr zu konsumieren; dies, obschon die Färinger deutlich tiefere Quecksilber-Werte aufweisen als die untersuchten Bewohner von Taiji.

Aber die Menschen von Taiji sind eben eine Spezies für sich. Die halten das aus! Daher muss man davon ausgehen, dass wohl bald das amerikanische Militär Taiji besetzen wird, um den strategischen Wert dieser "Supermenschen" besser abzuschätzen und für sich zu nutzen - etwa als lebendige biologische Waffen. Vielen Dank der Propagandamaschine der japanischen Wal- und Delfinfang-Lobby, die den Japanern wohl als nächstes nicht nur vormachen wird, dass Delfinfleisch gesund ist und "Supermenschen" erzeugt, sondern genausogut, dass Pferdeäpfel oder Kuhfladen zum täglichen Menüplan gehören sollten.

Die grosse Ernüchterung

18. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Eins ist sicher: Die erhoffte grosse japanische Medien-Resonanz auf den Oscar-Erfolg von «Die Bucht» ist eingetreten. Aber wie! Die negative Einseitigkeit der Berichterstattung macht mich sprachlos. Da ist fast nur von «westlichem Kulturimperialismus» die Rede. Von «anti-japanischer Stimmungsmache»; von den «illegalen Aktionen», durch welche der Film zustande gekommen sei; und so weiter. Die Delfintötungen hingegen schönt die Presse praktisch unisono mit der Rechtfertigungs-Keule «japanische Kultur». Die bestialische Abschlachtung dieser hochintelligenten Tiere ist «Kultur»? Na dann gute Nacht…

Mit einer derart erschreckend einseitig negativen Medienreaktion habe ich nicht gerechnet. Konsterniert muss ich die eigenen hoffnungsvollen Prognosen revidieren. Das gilt es erst einmal zu verdauen. Am 31. März endet die «Jagdsaison» für Delfine in Taiji. Dann wird es hier wohl erst einmal ruhiger – bis zum Beginn der neuen Jagd im September. Ob es dann im gleichen Stil weitergeht? Oder vielleicht doch nicht? Man wird es sehen. Und in der Zwischenzeit läuft in Japan - hoffentlich - «Die Bucht» in den Kinos an. Damit haben die Japaner nach der einseitigen Presse doch noch die Möglichkeit, die andere Seite der Münze zu betrachten und sich nach ausgewogener Betrachtung endlich eine echte eigene Meinung zu bilden – wenn sie denn ins Kino gehen.

Der letzte Tag

18. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Es kommt mir vor wie drei Monate, und gleichzeitig ist alles so schnell vorbei gegangen. Wir waren extrem aktiv. Vielleicht haben wir zeitweise fast zuviel gemacht. So viel, dass ich bisweilen gar nicht dazu kam, diesen Blog nachzuführen. Sorry.

Gestern bin ich zum ersten Mal überhaupt nach Nachi gekommen, bevor wir uns von Dieter verabschiedet haben, der noch einige weitere Tage das Geschehen in Taiji überwacht. Diese wunderschöne Tempel- und Schreinanlage an einem der höchsten Wasserfälle Japans verdient ebenfalls zu Recht, ins Unesco Weltkulturerbe aufgenommen zu sein. Was für eine Schönheit! Und Kraft! Ein kleiner "Himmel" - und das nur 10 Kilometer von der Hölle in der Hatajiri-Bucht von Taiji entfernt...

Heute haben wir noch das Ghibli-Museum besucht. Ein sehr sehenswerter Ort, der auf einfühlsame Weise das Schaffen und die Arbeit von hayaou Miyazaki dokumentiert. Fast immer ausgebucht und sehr bevölkert, dieses Museum... villeicht zu bevölkert. Nun, Japan ist halt ein dicht besiedeltes Land...

"Schädliche Fische"?

17. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Drei Showdelfine in einem kleinen Becken schwingen mit ihren Schnauzen Hula-Ringe. Mit Grauen beobachte ich durch eine Hecke hindurch das erbärmliche Schauspiel der Live-Delfinshow im Delphinarium von Taiji. Gleichzeitig verblüfft mich einmal mehr die Geschicklichkeit dieser Tiere. 300 Meter weiter drüben schlachten die Delfinjäger in der Hatajiri-Bucht manchmal Tümmler ab, während ihre Artgenossen hier gleichzeitig in der Show mit ihrem naturgegebenen scheinbaren Delfinlächeln ihre niedlichen «Tricks» vorführen müssen.

Mir wird fast schwindlig. Ob die Jäger, welche die Delfine lediglich als «schädliche Fische» betrachten, je eine solche Show besucht haben? Dann müssten sie – wenn da noch ein Funke von Bereitschaft zum Nachdenken ist – einräumen, dass solche Fähigkeiten für einen «Fisch» doch ziemlich überraschend sind. Schliesslich sind es diese Jäger, welche die schönsten dieser traumatisierten Tiere für Zehntausende von Dollars an Delfinarien verhökern.

Im Dolphin Resort

16. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Es ist früh dunkel geworden und goss die halbe Nacht über wie aus Kübeln. Gerade aufmerksam ist das Personal nicht. Wegen der Nebensaison ist der obere Stock des Hotels gesperrt, aber doch frei zugänglich, die Zimmer offen, auch auf der Delfinpool-Seite, sodass man einfach reinspazieren kann und filmen. Mit dem Vorteil, dass man hier im oberen Stock noch viel die bessere Übersicht hat!
Ich filme versteckt durch ein Fenster, wie eine ganze Gruppe von Leuten bei einem Pool die Delfine ihre erbärmlichen Faxen machen lassen. Und dann kommt das Betatschen, Umarmen und das Küssen. Dass sich Mensch und Tier dabei gegenseitig mit sehr unangenehmen Keimen infizieren können, stört niemand.
Ich filme auch, wie ein Delfin in einem anderen Becken in tödlicher Langeweile mit der Schnauze einen gelben Ball gegen eine Wand wirft, sodass dieser zurückprallt, einmal auf dem Boden aufspringt, zurück in die Delfinschnauze. Fasziniert und beklommen schaue ich diesem einsamen, menschlich anmutenden Spiel der Langeweile zu und nehme es auf.
Als wir später selber zu den Delfinen des Dolphin Resort rauf wollen (natürlich um zu filmen), folgt die nächste Entschuldigung: Ein Delfin sei über Nacht krank geworden und die Anlage daher geschlossen. Alles klar...

Wir verabschieden uns, nicht ohne auf einem happigen Abzug auf der gebuchten Hotelnacht zu bestehen, die ja Delfine inklusive bedeutet hätte. Und gehen gleich zur benachbarten Dolphin Base, einem weiteren Delfin-Dealer, welcher in schwimmenden Gehegen Delfine hält, natürlich alle in der Hatajiri-Bucht gefangen. Hier sind sie weniger kompliziert. Oder naiver? Oder sorgloser? Sie lassen uns an einem geführten Delfin-Anlass teilnehmen, im grossen und ganzen mit dem selben Programm, das ich zuvor schon beim Dolphin Resort gefilmt habe. Aber hier können wir fast ungehindert filmen.

Rekognoszieren

15. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Praktisch, mit Dieters Mietwagen unterwegs zu sein. Das macht uns schon mobiler... Wir checken Beobachtungspunkte ab, schauen, wo man bessere Übersicht hätte, wenn die Jäger künftig nicht mehr in der Bucht, sondern im offenen Meer vor dem Hafen die Tiere in Netze jagen und dort fangen. Wir tauschen Informationen und erfahrungen aus und ich staune, wie viel Dieter weiss und was er schon alles gesehen hat und filmen konnte.

Am Abend kommt dann unser nächster Überraschungscoup: Wir quartieren uns im Hotel "Dolphin Resort" ein, einem Hotel in Taiji mit eigenen Delfin-Anlagen in erbärmlich kleinen, runden Tanks. Meine Übersetzerin hat uns via Internet angemeldet. Nun blickt die Frau an der Rezeption ziemlich entgeistert drein, als da noch zwei Europäer auftauchen. Bald darauf muss Dieter mit einer fadenscheinigen Begründung (Lüge) auch schon das Hotelzimmer wechseln, weil sein Zimmer auf der Seite der Delfinpools lag. Die wollen natürlich nicht dass wir filmen. Selbstverständlich tauchen die Gäste, die angeblich für Dieters Zimmer auf der Delfinpool-Seite gebucht waren, nie auf. Das Zimmer bleibt leer.

Zurück in Katsuura

14. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Unsere letzte Etappe vor Ort bei Taiji bricht an. Nachdem wir zwei Nächte bei der Familie meiner Übersetzerin verbracht haben, kommen wir wieder im Hotel Charmant in Katsuura an. Wir sind sehr gerne hier. Angenehm und preiswert. In Sachen Delfinjagd hat sich nichts mehr getan. Das Wetter war dazu auch viel zu rau. Das Klima hier ist wirklich ziemlich windig und sehr regnerisch. Ein Glück für die Delfine. Abends stösst Dieter Hagmann, Leiter der deutschen Delfinschutzorganisation Atlantic Blue, zu uns. Die nächsten drei Tage werden wir zu einem Team von Freunden zusammengeschweisst.

Minamata

12. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Wir fliegen nach Minamata, um Koji Okamoto, den Direktor des National Institute for Minamata Disease (NIMD) und Masaaki Nakamura, den Leiter der klinischen Abteilung des NIMD zu treffen. Mit dabei: Boyd Harnell, amerikanischer Journalist und freier Mitarbeiter der Japan Times. Es geht hauptsächlich darum, diesen Herren in einem Interview ein paar unbequeme Fragen zu stellen. Denn sie haben eine Studie geleitet, in welcher im vergangenen Jahr mehr als 1000 Einwohner von Taiji auf Quecksilberwerte im Blut und in den Haaren getestet wurden. Die Quecksilberbelastung im Körper kann entstehen, wenn man regelmässig Fisch konsumiert und vor allem Delfin- oder Walfleisch.

Wir stossen auf grosse Ungereimtheiten. Doch dies alles zu erklären, würde hier zu weit führen. Jedenfalls schaut es ganz danach aus, als ob die Studie so manipuliert und "gehandhabt" wird, dass man nicht wird unternehmen müssen, um die Delfinjagd zu stoppen. Die NIMD-Leute wollen offenbar einerseits die alarmierenden Werte, die sie bestätigterweise bei durchaus vielen Probanden fanden, herunterspielen, und andererseits die davon ausgehenden gesundheitlichen Gefahren. Was für eine Schande für dasjenige welche Institut, das eigentlich über die Minamata-Krankheit aufklären sollte, sodass sie nie wieder Menschen zu Tausenden tötet und zu Zehntausenden verkrüppelt.

Und was ist die Minamata-Krankheit eigentlich?

Sie ist eine chronische Vergiftung durch organische Quecksilber-Verbindungen, die erstmals Mitte der 1950er Jahre an der japanischen Küste in der Umgebung der Stadt Minamata auftrat. Symptome sind zunächst nur Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, später Ataxie, Lähmungen, Psychosen, in schweren Fällen Koma, die Krankheit endete oft tödlich.

Minamata wurde dabei weltweit zum Begriff für Umweltschäden durch unkontrollierte Verklappung von Abfällen, als sich in dem Ort Mitte der 50er Jahre Schädigungen am zentralen Nervensystem von Menschen und Tieren zeigten, die bald auf die Aufnahme von Quecksilberverbindungen aus Lebensmitteln und Trinkwasser zurückgeführt werden konnten. Der Chemiekonzern Chisso, der am Ort eine Acetaldehyd-Anlage unterhielt, stritt zunächst jeden Zusammenhang ab, obwohl er in eigenen Versuchsreihen bereits festgestellt hatte, dass das Abwasser aus der Acetaldehyd-Produktion genau die beobachteten Symptome an Tieren hervorrief.

In Koyasan

11. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Es ist fast ein bisschen wie nach Hause kommen. Hier in Koyasan war ich ja im letzten Herbst schon. Das Gebiet wurde erstmals im Jahre 819 von dem Mönch Kukai besiedelt. Es ist insbesondere bekannt als Hauptquartier des Shingon-Buddhismus. Die Bauwerke befinden sich in einer 800 Meter hohen Senke, wie eine Lotosblüte von acht bewaldeten Hügelspitzen umgeben, die zusammen als Kōya-san bezeichnet werden. Das ursprüngliche Kloster wuchs zu einer Stadt an, mit einer Universität für religiöse Studien und über 100 Tempeln, von denen viele Pilgern (aber auch normalen Touristen) Unterkunft bieten.

Für zwei Nächte sind wir im Kloster Muryokoin untergebracht, wo wir den Schweizer Mönch Kurt Kübli treffen, Kurto Genso, wie er hier genannt wird. Er war die vermittelnde Schlüsselfigur, als es darum ging, dieses ganze Gebiet zum Unesco Weltkulturerbe zu machen. Dafür ist er von der japanischen Regierung zum "Yokoso Ambassador" ernannt worden, einem "Botschafter für japanische Kultur". Diese Ehre wird nur sehr selten einem Nicht-Japaner zuteil. Er hilft uns einen Text verfassen, eine Petition, die der Abt des Klosters, Habukawa Sensei unterzeichnen soll. Der Text soll ein Ausdruck der Besorgnis sein darum, was in der Präfektur Wakayama im Zusammenhang mit der Delfintreibjagd geschieht. Kyoko wird den Text übersetzen und dann schauen wir, ob Habukawa Sensei ihn auch tatsächlich unterzeichnet und an offizielle Stellen wie das Fischereiministerium von Wakayama, die Tourismusbehörde, sowie an den Bürgermeister von Taiji und die Fischereikooperative dort schickt.

Hoffen ist erlaubt.

Im Übrigen hat's hier oben den ganzen Tag über geschneit und sieht jetzt mit gegen einem Fuss Neuschnee aus wie in einem Wintersportort. Vier Tage zuvor haben wir in einem nächtlichen Tropengewitter in Katsuura sechs Mücken geklatscht... Wir erleben hier wirklich jedes Wetter.

Die Meerjungfrau

10. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Wieder müssen wir aufbrechen, diesmal in in Richtung Koyasan, dem einmaligen Tempelort im Herzen von Wakayama. Doch auf dem Weg dorthin machen wir noch Halt in Koyaguchi. Das war ein Halt für die Pilger auf dem Weg nach Koyasan, unweit des Städtchens Hashimoto, schon in den Bergen gelegen. Hier empfängt uns der Mann, der diese kleine Pilgerstätte - auch eine Art buddhistischer Tempel - betreut. Und er wacht über ein unglaubliches "Ding". Die Mumie einer "Nixe", wie es heisst. Das Wesen soll im Jahr 619 in einem Fluss in Gamo, im Landesinneren, gefangen worden sein, zusammen mit zwei weiteren solchen Wesen. Was wir zu sehen bekommen, ist wirklich verblüffend. Ich dachte uns würde ein gut zusammengebasteltes Ding gezeigt, vielleicht oben aus einem Kinderkörper und unten aus einem Fisch, zusammengesetzt. Wenn es so ist, dann ist es extrem gut gemacht. Auch der für einen Menschen viel zu kleine Kopf, eher mit einem Raubtiergebiss versehen ist rätselhaft. Eigentlich sieht dieses Ding abstossend und schrecklich aus und gleichzeitig löst es in mir Mitleid aus, was auch immer es ist. Eine weitere solche Mumie befinde sich in Shiga, sagt uns der freundliche betagte Mann, der uns dieses Wesen ungeschützt aus nächster Nähe und von allen Seiten anschauen lässt. Die Mumie in Shiga sei geröntgt worden und man könne ein durchgehendes Rückgrat feststellen. Wir stehen vor einem Rätsel, als wir nach Koyasan weiterzeiehen.

«Wir» haben den Oscar gewonnen !!!

08. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Wir waren gerade an der kleinen Hatajiri-Bucht von Taiji, wo bisher jeden Herbst und Winter die grausamsten Delfinmassaker stattfanden, die man sich vorstellen kann. Wir, das sind Naoko, meine japanische Helferin (Name geändert) und ich. Diesmal aber ging es nicht darum, eine weitere Treibjagd und die brutale Tötung der empfindsamen, intelligenten Meeressäuger zu dokumentieren. Der Grund war weit erfreulicher: ein Interview mit der «Asahi Shimbun», der zweitgrößten Zeitung Japans (und damit der Welt)!

Das hat es bisher nicht gegeben. Unvoreingenommenes Interesse japanischer Presseleute an dem, was hier geschieht. Bislang haben die Medien hier fast eisern geschwiegen zur Delfinschlächterei und zur massiven Quecksilberverseu­chung des Delfinfleisches, die in jedem anderen modernen Industrieland ein Lebensmittelskan­dal erster Güte wäre. Mal abgesehen von sporadischen, Kommentar-ähnlichen Beiträgen, die stets Position für die Delfinjäger bezogen und sich über den «Kulturimperialismus» der «westlichen Eindringlinge» beschwerten, war dazu kaum etwas zu lesen oder sehen.

«Also tatsächlich!»

So stand ich gerne Red und Antwort, genau an dem Ort, wo ich früher auch schon von Delfinjägern angegriffen und bedroht worden war. Die Hatajiri-Bucht liegt nur 300 Meter vom Hotel entfernt, wo wir neu einquartiert sind. Bis zum Interview-Termin hatten wir gebannt am Computer mit Internetanschluss gewartet, welcher Dokumentarfilm wohl den Oscar gewinnen würde. Das zog sich hin und wir gingen hinüber zur Bucht fürs Interview.

Plötzlich unterbrach die Fotografin wegen eines Handy-Anrufs. Dann blickte sie uns grinsend an: «’The Cove’ hat gerade den Oscar gewonnen!» Naoko und ich fielen uns spontan in die Arme. «Also tatsächlich!» Zuerst konnten wir es kaum fassen, obschon wir uns am Vortag noch gegenseitig bekräftigt hatten dass «Die Bucht» gewinnt. Das Timing hätte nicht besser sein können: Wir erfuhren vom Oscar genau an dem Ort, der diesem Film den Namen gegeben hat – und dem Buch, das ich gemeinsam mit Richard O’Barry verfasst habe.

Ärger für die Jäger

Ric O’Barry hat es also richtig vorausgesehen. Der Streifen hat diesen Oscar wirklich verdient. Doch dies ist nicht das Happy-End, sondern bloß ein glücklicher Moment im Ringen, das weitergeht. Im Ringen um die Beendigung der brutalen und absolut sinnlosen Delfinjagd in Japan. Jetzt aber können die japanischen Medien nicht weiter schweigen. Zu gross ist das Ereignis der Oscar-Verleihung für die Japaner. Sie werden sich wundern und Fragen stellen. Endlich werden sie sich frei eine eigene Meinung bilden können über etwas, wovon sie bislang nichts oder höchstens sehr einseitige Informationen erfahren durften.

Das wird den Delfinfängern von Taiji nicht gefallen. Mir aber schon. Denn ich bin überzeugt, dass eine Mehrheit der japanischen Bevölkerung dieses buchstäbliche Treiben ablehnt, wenn sie davon erfährt. Da werden auch pauschale Rechtfer­tigungskeulen wie «japanische Tradition» und «Kultur» nicht mehr ausreichen. Ric O’Barry bringt es im Film «Die Bucht» auf den Punkt: «Wie kann die Delfinjagd eine japanische ‚Kultur’ sein, wenn die Japaner nichts davon wissen?»               Hans Peter Roth

Warten auf den Oscar!

07. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Warten auf den Oscar!

«Dieser Film wird einen Oscar gewinnen!» Richard O’Barry hatte dies schon im vergangenen Sommer vorausgesagt für den Dokumentarfilm «The Cove» – «Die Bucht». Bisher liegt der amerikanische Delfinschützer und ehemalige Trainer der Delfine für die berühmte TV-Serie «Flipper» nicht falsch. Im Februar erhielt der packende Doku-Thriller «Die Bucht» tatsächlich die Oscar-Nominierung. Und nun warten wir gespannt, ob diese Enthüllungsstory, die gleichzeitig das Lebenswerk von Ric O’Barry dokumentiert, tatsächlich einen Oscar erhält. 
Heute Abend ist es soweit: die Oscar-Nacht in Los Angeles! Hier in Japan werden wir es aufgrund der Zeitverschiebung irgendwann am Montag Vormittag erfahren; das Datum ist hier dann schon der 8. März. Im Moment scheint zwar hier noch alles ruhig und unbewegt. Doch die Delfinjäger und die Menschen in Taiji sind nervös. Ein Polizeioffizier von Shingu hat meiner japanischen Helferin hinter vorgehaltener Hand gesagt, dass viele Anfragen um Interviews bei der Gemeindeverwaltung und der Fischereikooperative von Taiji eingehen. Offenbar lehnen die Verantwortlichen in Taiji jede Auskunft und Stellungnahme ab. Die Menschen in Taiji wissen durchaus um die Oscar-Nominierung des Films «Die Bucht» – «The Cove».
Nur wenige Ereignisse finden in Japan grössere Beachtung als die Verleihung des Academy Award (Oscar). Wird «Die Bucht», der Film, zu dem ich das Buch mit demselben Titel geschrieben habe, gewinnen? Wir hoffen und glauben es. Und wir werden an diesem denkwürdigen Tag hier direkt am filmischen Ort des Geschehens sein. Bereit, den Oscar zu feiern. Und den Anfang vom Ende der Delfinjagd in Taiji.

Rauswurf

05. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Tja, alles scheint bestens bis zum nächsten Morgen. Ein Sturm treibt graue Wolkenfetzen, Regen- und Meeresgischt um die Klippen von Taiji, als unsere Gastgeberin ins Zimmer kommt und uns auffordert, die Unterkunft bis spätestens am folgenden Tag zu verlassen. Die Polizei in Shingu hat die Gemeindeverwaltung von Taiji angerufen, um sie über unsere Anwesenheit zu informieren, ohne etwas Böses dabei zu denken. Doch für die Einheimischen ist es zu viel. Die Gastgeberin, deren Schwager in der Verwaltung arbeitet, kriegt es mit der Angst zu tun. Sie könnte von den Einheimischen gemobbt werden, wenn sie „Westler“ bei sich einquartiert. Meine Helferin ist entsetzt und bricht in Tränen aus.

Meine eigene Krise setzt etwas später ein. Die Frage, was wir denn „verbrochen“ haben. Die Frage auch, ob meine Anwesenheit hier überhaupt Sinn macht, wenn man dermaßen „unwillkommen“ ist. Angenehmere Gäste als uns kann man sich kaum vorstellen – ehrlich! Gleichzeitig waren wir aber beide auf einen solchen möglichen „Rauswurf“ vorbereitet. So passt die Stimmung zum Wetter (nicht vergessen übrigens: immer mal wieder auf http://weather.yahoo.co.jp/weather/wave schauen!). Also, raus in den Sturm und eine neue Unterkunft suchen, drüben im Nachbarort Katsuura. Wir finden Nachtquartier in einem billigen „Business-Hotel“ gleich gegenüber dem großen Thunfischmarkt.

Später am selben Abend gelingt es mir, über Skype mit laufender Webcam ein Live-Interview mit BBC World News zu führen, direkt im Hafen, mit Fischerbooten im Hintergrund, wie sie auch die Delfinjäger benutzen. Diesmal klappt alles bestens. Ein gutes Ende eines grauen, stürmischen Tages.

Diesmal rufen wir die Polizei

04. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Als wir aus Futo nach Taiji zurückkehren, wollen wir gewissen paranoiden Elementen in Taiji zuvorkommen, die jedes Mal gleich die Polizei rufen, wenn auch nur ein „westliches“ Gesicht in Taiji auftaucht. Also rufen wir die Polizei in Shingu gleich selber an und informieren sie über unsere Rückkehr. Der Beamte, von welchem meine japanische Helferin bei der letzten „Begegnung“ in Taiji die Nummer aufgenommen hat, reagiert freundlich und dankbar auf unsere Transparenz. Wir quartieren uns wieder in derselben Unterkunft ein wie zuvor. Alles scheint bestens und unsere Gastgeberin behandelt uns mit herzlicher Gastfreundschaft als wäre nichts vorgefallen.

Wal-Verkauf der Rekorde

03. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Gerüchte gab es schon mehrere Monate. Es ging um die einsame Nami im Bucht-Becken des Walfangmuseums von Taiji. Nun ist der Deal beschlossene Sache. Das Orca-Weibchen wird diesen Frühling von Taiji ins Aquarium Port of Nagoya verlegt. In Nagoya ist im September 2008 Orca Ku gestorben. Seither hatten sich die Verantwortlichen für Ersatz umgeschaut.

Dieser Umzug bedeutet, dass es in Taiji nach 30 Jahren keinen gefangenen Orca mehr zu sehen gibt. Es sei denn, auch die Delfinjäger von Taiji schauen sich nach „Ersatz“ um! Es wäre nicht das erste Mal. Nami selber war etwa drei Jahre alt, als sie im Oktober 1985 in die Hatajiri-Bucht gejagt wurde. Im Februar 1997 hetzten die Fischer sogar zehn Schwertwale in die Bucht. Die fünf Tiere, die damals für Aquaparks ausgelesen wurden, leben heute allesamt nicht mehr.

Was mich aber ebenfalls umhaut, ist der Preis für welchen Nami nach Nagoya verkauft wird. 500 Millionen Yen, gemäß übereinstimmender Angabe in verschiedenen japanischen Zeitungen. Das entspricht rund vier Millionen Euro. Ein weiterer Beleg, wie lukrativ der Delfinhandel noch immer ist. Dieser rekordverdächtige „Whale Sale“ wurde nur wenige Tage nach dem tödlichen Angriff eines Orcas auf eine Trainerin im SeaWorld-Park in Florida angekündigt.

Besuch beim ehemaligen Delfinjäger

02. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Izumi Ishii schulde ich noch Schweizer Schokolade. Um also mein Versprechen vom vergangenen September einzulösen und noch aus einigen wichtigeren Gründen besuchen wir den ehemaligen Delfinjäger in seinem Wohnort Futo, gut 100 Kilometer von Tokio entfernt. Dieser Mann tötete früher Delfine. Bis er es nicht mehr tun konnte. Stattdessen begann er um 2002 Dolphin Watching, Delfinbeobachtung anzubieten. Mit Erfolg. Zweifellos ist dieser Mann ein Schlüssel für die Beendigung der Delfinjagd in Futo. Die letzte Treibjagd fand hier vor fünf Jahren statt. Ziemlich sicher war es die letzte.

Ishii ist es zu verdanken, dass vor zwei Jahren fest installierte Fischnetze, die zuvor weiter südlich lagen, direkt vor die Bucht von Futo verlegt wurden. Diese verunmöglichen eine Treibjagd in den kleinen Hafen des Ortes. Übrigens sind es gemäß Izumi Ishii Delfinjäger aus Taiji gewesen, die in den 1970er Jahren nach Futo kamen, um den Fischern hier effizientere Methoden der Delfintreibjagd beizubringen. Nun könnten die Delfinjäger von Taiji wieder nach Futo kommen, um von einem einheimischen ehemaligen Delfinjäger das Dolphin Watching als Alternative zur Delfinjagd zu lernen...

Persönliches Treffen mit Animé-Meister Hayao Miyazaki

01. Mär 2010 von Hans Peter Roth

Einerseits hätte ich es mir nicht zu träumen gewagt, andererseits wusste ich, dass ich es schaffen würde. Ein persönliches Treffen mit dem weltberühmten Animé-Regisseur Hayao Miyazaki. Mit Benjamin, einem französischen Freund, der in Tokio lebt und gut Japanisch spricht, mache ich mich auf den Weg zum Ghibli-Studio. Weil an diesen Mann auf normalen Kanälen nicht heranzukommen ist, gehen wir halt hin und schauen, ob er mal eben grad raus oder rein geht ins Studio.

Wir erhalten Eintritt an die Loge des Studios, werden mit den üblichen Freundlichkeiten, wir sollten unser Anliegen schriftlich anmelden (was bisher nie funktioniert hat) wieder hinauskomplimentiert und stehen noch kurz vor dem Gebäude herum. Da kommt er plötzlich, der Meister, in einem Seitensträsschen daher - und biegt vor unserer Nase zu einem Hintereingang des Studios ab. Doch wir können ihn abfangen - und tatsächlich lässt er uns ein und ist bereit, etwas länger als fünf Minuten mit uns zu sprechen.

Ich tue ihm mein Anliegen kund. Es geht unter anderem darum, ihn zu gewinnen, in Zusammenarbeit mit uns etwas für die Delfine, bzw. gegen die Delfinjagd in seinem Land zu tun. Es ist wie befürchtet; dieser grossartige Mann, dieser Kulturmensch, hat leider keine Zeit für ein solches Anliegen. Zuviel Arbeit, zu viele Ideen, die dauernd an ihn herangetragen würden. Er könne sich nicht mehr um Dinge kümmern, die weiter als 300 Meter vom Studio entfernt seien. Und in diesem Umkreis habe es keine Küste, antwortet er japanisch-diplomatisch. Bald ist klar, da ist nichts zu machen, auch wenn er Verständnis für unser Anliegen hat und unsere Ansicht zumindest teilweise teilt. Wir müssen unverrichteter Dinge wieder abziehen. Aber immerhin, wir haben es geschafft, ihn zu treffen.

Schlimme Gerüchte

28. Feb 2010 von Hans Peter Roth

Ein Informant aus Deutschland hat uns Schreckliches geschildert. Im Dezember 2009 konnte er angeblich in der Bucht von Taiji (Hatajiri-Bucht) eine neue Tötungsmethode beobachten. Er will gesehen haben, wie die Jäger in der Todesbucht spitze Metallstangen in den Hinterkopf von Rundkopfdelfinen rammten. Nachdem sie diese Stangen oft mehrmals hineingerammt hatten, zogen sie diese wieder heraus und steckten eine Art Holzpfropfen in die Wunde. Dieser „Pfropfen“ sei dann mit einem Hammer tief in das Wundloch geschlagen worden, schilderte uns der Deutsche.

Videoaufnahmen auf seiner Homepage belegen leider, wovon uns schon bloss nach der Schilderung fast übel wurde. Der Grund für diese neue Tötungsmethode scheint klar zu sein: so fließt kaum mehr Blut in die Todesbucht. Wer nun hofft, dass die armen Tiere nach dem brutalen „Genickstoß“ wenigstens sofort alle tot sind, irrt sich leider. Aufnahmen auf der selben Homepage zeigen deutlich, dass gewisse Delfine nach der schrecklichen Prozedur noch immer leben und wild zucken und zappeln, während kleine Motorboote sie an der Fluke zu einer Barke rund 200 Meter außerhalb der Bucht ziehen. Es ist zu befürchten, dass diese Tiere entweder ertrinken, weil sie keine Luft mehr holen können, oder aber bei lebendigem Leib ausgeweidet werden. Videobelege auf www.atlanticblue.de/neu/delfinprodukte.html.

Das Wetter hilft den Delfinen.

27. Feb 2010 von Hans Peter Roth

Taiji ist an der Südspitze der Kii-Halbinsel in der Präfektur Wakayama auf der japanischen Hauptinsel gelegen. Die Zone mit den schlimmsten Delfinmassakern der Welt und mit dem schlechtesten Wetter Japans. Die Kii-Halbinsel ragt wie ein Wind- und Wolkenfänger in den Pazifik hinaus. Die Wolken stauen sich an den recht hohen küstennahen Bergen und regnen aus. Entsprechend wechselhaft und oft regnerisch und windig ist das Wetter hier. Nicht gut, um Delfine zu entdecken, aber gut für die Delfine. Selbst wenn sie in der Nähe sind, kann man sie bei Wellengang kaum ausmachen, geschweige denn erfolgreich vor sich hertreiben.

Wegen nahezu andauerndem Wind und Regen konnten wir also seit einer Woche keine Treibjagd mehr beobachten. Zum Dokumentieren ist das entsprechend ungeeignet. Aber wir freuen uns für die Delfine. Jeder Tag mit diesem Hundewetter ist Delfinwetter und jeder Tag ohne Treibjagd bringt das Ende der Jagdsaison näher.

Es gibt übrigens eine praktische Methode, um von zu Hause aus die Wellenhöhe rund um Taiji zu prüfen: Siehe http://weather.yahoo.co.jp/weather/wave. Die Kii-Halbinsel befindet sich genau in der Mitte der Karte, auf welcher Japan und  Teile von Ostasien zu erkennen sind (links). Die Farben des Wassers geben die Wellenhöhe in Metern an und die Pfeile die Wellenrichtung. Rechts ist die Skala mit der Wellenhöhe in Metern. Einfach gesagt sind die Wellen umso höher, je mehr die Färbung der Karte in Richtung Hellgrün à Gelb à Orange à Rot geht. Je mehr die Farbe in blauen und dunkelblauen Tönen angegeben ist, desto ruhiger ist das Wasser. Zeigt die Karte also das Wasser rund um die Kii-Halbinsel in hellgrünen, gelben, orangefarbenen oder gar roten Farben, dann findet an dem Tag, für welchen diese Prognose gilt, sicher keine Treibjagd statt. Benutzer mit Japanisch-Kenntnissen können das Ganze auch noch animiert betrachten, d. h. man sieht das Ganze bewegt, wie sich die verschiedenen „Wellenzonen“ verschieben.

Wal- und Delfinfleisch

26. Feb 2010 von Hans Peter Roth

Ich wusste schon zuvor, dass die Japaner einen Unterschied machen zwischen Delfinen und Grindwalen, wie wir auch, obschon beide Spezies zu den Delfinen gehören. Sie bezeichnen den Grindwal als „Gondou“. Aber ab hier wird es trickreich. Denn für die Japaner ist nebst einigen weiteren Arten auch der falsche Killerwal ein „Gondou“. Oder der Rundkopfdelfin. Da erleichtert bei der Anschrift des Delfinfleisches einiges, wenn man einfach „Gondou“ draufschreiben kann. Und ein Rundkopfdelfin ist für die Jäger dann auch kein „Delfin“, sondern ein „Gondou-Wal“ („Gondou-Kujira“). Vereinfacht kann man sagen, dass alle kleinen Zahnwale (die Schweinswale ausgenommen) mit rundem Kopf in Japan als „Gondou“ (natürlich schon mit artenspezifischen Zusatzbezeichnungen) gelten, diejenigen mit einem Schnabel als „Delfine“ („Iruka“).

Anrufe an die Polizei

24. Feb 2010 von Hans Peter Roth

Eigentlich war es unsere Absicht gewesen, bei unserer Ankunft gleich selber das Polizeikommissariat in Shingu anzurufen und unsere Ankunft anzukündigen. Wir wollten es selber tun, um zu verhindern, dass uns paranoide Einheimische zuvorkommen würden. Wir ließen es bleiben. Und sollten es bereuen.

Gerade hatten wir uns zum Gemeindehaus begeben mit der Anfrage um ein Interview mit dem Bürgermeister. Als der Sekretär des Bürgermeisters mit der erwarteten Absage zu den Sesseln zurückkehrte, wo wir auf ihn gewartet hatten, betraten vier Polizisten und zwei Männer der Küstenwache das Gebäude und kamen sofort zu uns.

Schnell war mir alles klar, vor allem, als ich einen Polizeioffizier von früheren „Begegnungen“ erkannte. Die sechs Beamten geleiteten uns vor den Haupteingang. Die üblichen Fragen. Pass zeigen. Und so weiter. Aber alles sehr ruhig, korrekt, höflich, neutral. Sie hätten wegen meiner Anwesenheit hier zahlreiche Anrufe aus Taiji erhalten, erklärte mir der Polizeioffizier. Es folgten die üblichen Mahnungen. Keinen Privatgrund betreten, keine Verbote übertreten. Kein Problem. Ein Problem war aber, dass ausgerechnet jetzt unsere Gastgeberin vorüberging und alles sah. Natürlich stellte sie uns sofort Fragen, als wir in die Unterkunft zurückkehrten und drückte uns ihr Unbehagen aus. Trotzdem gewährte sie uns weiter eine Bleibe – zumindest vorläufig noch.

Misstrauische Trainerinnen

23. Feb 2010 von Hans Peter Roth

Als wir am Vortag direkt auf der Mole über den Delfingehegen saßen, mit Laptop, Webcam, Fotoausrüstung, Kopfhörern etc, war dies kein Problem. Hinter uns kamen in Booten Delfintrainer heran und begannen die Tiere in den Gehegen zu füttern. Perfekt für den Hintergrund. Am folgenden Tag kamen wir wieder her um zu filmen und zu fotografieren. Bald fuhr ein Boot heran mit drei jungen Frauen, um die die Delfine zu füttern. Perfekt, dachte ich. Und filmte ungeniert. Doch für die Trainerinnen war das gar nicht perfekt. Sie packten die Kübel mit dem toten Fisch für die Delfine wieder ein, setzten sich verunsichert ins Boot und begannen mit ihren Handys zu telefonieren. Schliesslich fuhren sie zum Schlachthaus zurück. Mit dem Fernglas konnten wir erkennen, dass von dort eifrig weitertelefoniert wurde. Immer mehr Leute versammelten sich und blickten in unsere Richtung. Doch wir hatten uns bereits entfernt und „unsichtbar“ gemacht. Unter diesen Umständen beschlossen wir, uns für den Rest des Tages in die Unterkunft zurückzuziehen, auch wenn wir zu keiner Sekunde irgendetwas Unerlaubtes getan hatten.

Video-Anruf nach Genf

22. Feb 2010 von Hans Peter Roth

Wir haben alles mehrmals ausgetestet und überprüft. In der Bucht und auf der Mole am Hafen von Taiji, direkt neben den dort befestigten Delfingehegen im schmutzigen Hafenwasser. Und es hat funktioniert: Laptop aufstellen, Empfangsgerät für Mobilfunksignal und Webcam anschließen und so mobil mit Skype irgendwo in die Welt hinauskommunizieren, sodass man über die Webcam mich und den Hintergrund, zum Beispiel die Delfingehege oder die Bucht erkennen kann. Auf diese Weise sollte der Internationale Gerichtshof für Tiere in Genf angerufen werden.

Aber ausgerechnet dann funktionierte die Bildübertragung nicht! Ich war ziemlich verzweifelt. Warum ausgerechnet jetzt?! Immerhin konnte man klar und deutlich hören, was ich zu sagen hatte. Nun bleibt zu hoffen, dass die Klage in der Sache Wal- und Delphinmassaker in Japan, Norwegen, Island, Grönland und auf den Färöer Inseln deutlich und gut begründet ausfallen wird.

Ist die Bucht Vergangenheit?

21. Feb 2010 von Hans Peter Roth

Diesen Morgen wurden wir (das sind immer meine japanische Helferin, deren Namen ich zu ihrem Schutz nicht nennen will und ich) um 10 Uhr Zeugen einer klassischen Treibjagd. Wir befanden uns auf dem üblichen morgendlichen Rundgang entlang der Küste. Plötzlich tauchte eine Reihe von elf Jagdbooten auf, die eine relativ kleine Gruppe von Delfinen vor sich hertrieb. Die Motoren heulten auf und schwarzer Rauch quoll aus den Schornsteinen, wenn die Boote manövrierten, um jeden Fluchtversuch der erschöpften Tiere im Keim zu ersticken.

Sofort rannten wir zum Tsunami Park, um zu filmen und fotografieren, wie sie die Tiere in die Bucht jagen würden. Doch sie kamen nicht. Statt in der Bucht endete die Treibjagd im offenen Meer, gut 500 Meter vor der Hafenmauer von Taiji und etwa einen Kilometer von uns entfernt. Das ist also die neue Jagdstrategie. Wir würden keine Details, kein Blut mehr erkennen können. Die Jäger hetzten die erschöpften Delfine in ein ringförmig ausgelegtes Netz. Zwei Tiere verfingen sich sofort darin und schlugen panisch mit den Fluken. Die Fischer zogen das Netz immer enger zusammen und teilten es mit zusätzlichen Netzen auf, bis sie die Meeressäuger, eingekreist von vier Booten, herausziehen konnten. So viel war für uns durch Fernglas und Teleobjektiv zu erkennen.

Doch auf diese Distanz – wir befanden und ganz legal auf dem Aussichtspunkt auf der Spitze des Tsunamibergs mindestens einen Kilometer vom Geschehen entfernt – war es schwierig, zu erkennen, um was für eine Delfinart es sich handelte und ob sie die Tiere sofort töteten. Sicher ist, dass die Delfine danach in den Hafen gebracht und die Netze sogleich wieder eingezogen wurden. Die ganze Operation dauerte nicht viel länger als zwei Stunden.

Ric O’Barry hatte schon im Herbst vorausgesagt, dass sie so etwas tun könnten und dass man in Zukunft gut daran täte, vermehrt aufs Meer rauszublicken. Noch ist nicht klar, ob dies von nun an die künftige Fangtaktik ist. Aber vieles spricht dafür, dass sich Rics Einschätzung einmal mehr als richtig erweist.

Gespenstisch friedlich

20. Feb 2010 von Hans Peter Roth

Perfekte Jagdbedingungen! Sonne, kaum Wind, kaum Wellen. Aber keine Jagd. Zuerst haben wir („wir“, das sind meine japanische Übersetzerin und ich) einen kurzen Gang zum Strand gemacht, der nur einen Steinwurf von unserer Unterkunft entfernt liegt. Nichts Beunruhigendes zu sehen. Dann hinauf zum Tsunami park, dem Hügel mit dem perfekten Aus- und Einblick in die Bucht, vor allem die „Todesbucht“, wenn man sich durch Netz- oder frisch errichtete Stacheldraht-Hindernisse gearbeitet hat und in die Büsche macht.

Die schwimmenden Warnschilder in der Bucht, man solle sich nicht auf das Gebiet begeben oder fotografieren, sind wieder verschwunden. Auch vom Tsunami Park war nichts zu erkennen, was auf eine Treibjagd hinwies. Im Anschluss gingen wir dem Strand entlang bis hinüber zum Hafen von Taiji, vielleicht einen Kilometer Fussweg entfernt. Am Ende dieses Fusswegs kann man – wenn nicht gerade der höchste Flutstand herrscht, über den Strand eine Klippe umgehen und gelangt direkt zur Hafenmole. Dahinter verbergen sich 13 Delfingehege, mitten im schmutzigen Hafenwasser. Darin gefangen rund 40 Delfine verschiedener Arten. Einige von ihnen machten ab und zu ein paar Sprünge, vermutlich, um sich die tödliche Langeweile zu vertreiben. Wären diese Delfingehege im Hafen nicht da, würde man an einem solch friedlich anmutenden Tag nicht vermuten, welch schreckliches Geheimnis dieser befremdliche Ort verbirgt…

Wir kommen in Frieden

19. Feb 2010 von Hans Peter Roth

Hallo, an alle die dies lesen. Soeben sind wir einmal mehr in Taiji angekommen. Uns ist bewusst, dass dieser Blog von Leuten gelesen werden könnte, welche dies dann zur Information gerne an gewisse Stellen in Japan oder Taiji weiterleiten. Dies aber soll uns nur recht sein. Wir haben nichts zu verbergen und sind hierher nach Taiji gereist in einer absolut transparenten Mission, unter anderem auch, um den Kontakt zu suchen zu Einheimischen, zu den Fischern, Delfinjägern, der Fischereikooperative, dem Gemeindepräsident oder anderen Mitgliedern der Gemeinde von Taiji.

Es geht in dieser Mission um die Zukunft dieses Dorfes. Es geht um Quecksilber-verseuchtes Delfinfleisch, welches für die Zukunft von Taiji eine ernsthafte Bedrohung darstellt. Es geht um einen japanischen Lebensmittelsicherheits-Skandal erster Güte und um einen „Medien-Blackout“ den ich nur als „mysteriös“ bezeichnen kann. Doch die japanische Öffentlichkeit hat ein Recht, davon zu erfahren, zum Wohle ihrer eigenen Gesundheit.

Für mich ist es keine Frage, OB die Jagd auf Schweinswale, Delfine und Grindwale* in Japan enden wird, sondern lediglich WANN. Je früher desto besser. Zum Wohl der Volksgesundheit und der Natur. Und ja, ich stehe dazu, dass ich diese faszinierenden, intelligenten, wunderschönen Tiere lieber lebendig in freier Wildbahn sehe, statt mit ansehen zu müssen, wie sie unter namenlos schrecklichen Umständen absolut sinnlos ihr Leben aushauchen.

Und genau hierin sehe ich eine vielversprechende Zukunftsperspektive für Taiji, dieses schön gelegene verschlafen wirkende Fischerdorf an der Südküste Japans: Wal- und Delfinbeobachtung! Und ganz allgemein mehr Tourismus. Der Küstenort Futo, rund 100 Kilometer südwestlich von Tokio, hat bewiesen, dass der Wandel von der Delfinjagd hin zur Wal- und Delfinbeobachtung nicht nur möglich ist, sondern auch ganz klar zum Vorteil aller. Ich verspreche, dass ich zu den ersten gehöre, die Werbung für Taiji machen, wenn dieser Ort endlich den Schritt weg von der Delfintötung hin zur Delfinbeobachtung macht.

Schon jetzt unterstütze ich die Wirtschaft von Taiji ganz erheblich mit meiner Anwesenheit hier. Also: Wer will mit uns sprechen? Wir sind da! Mit Übersetzerin und allem was es braucht. Ich freue mich, schon bald hier her zurückzukehren, um mich für den Tourismus einzusetzen, statt die Delfinschlächterei beobachten und dokumentieren zu müssen. Sicher ist eins: Dieses Thema wird nicht von alleine verschwinden. Und wir werden es auch nicht.

Die Reise beginnt

15. Feb 2010 von Hans Peter Roth

Abflug nach Tokio für meine vierte Japan-Reise, zehn Tage früher als ursprünglich geplant. Ich werde in Sachen Delfinjagd (u. a.) bis am 19. März in Taiji und andernorts in Japan sein.

Homepage DieBucht.ch jetzt vollständig

10. Feb 2010 von Hans Peter Roth

Homepage DieBucht bereit

Nun ist es soweit! Dank dem raschen, beherzten, von Überstunden begleiteten und unkomplizierten Einsatz meiner kompetenten Helfer Palmiro Nigro und Greg Nielsen, ist diese Website innerhalb von nur 10 Tagen online gegangen und jetzt fertig und vollständig!
Es freut mich, wenn Ihr immer mal wieder reinschaut um nachzusehen, was aktuell läuft - vor allem unter "Blog" und "Aktuell".
Palmi und Greg an dieser Stelle nochmals ein ganz grosses Dankeschön!